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BMW M Dieseltuning: Rasender Ölbrenner

Dieseltuning bei der BMW M GmbH Bauer-Power

Dieselmotoren in Sportwagen galten lange als verpönt. Demnächst tritt jedoch das erste Auto des BMW-Haustuners M GmbH mit Ölbrenner an. Die Kiste geht wie die Sau - warum also genau hat das noch mal so lange gedauert?

Lange galt in der PS-Branche ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn die M GmbH, der Haustuner von BMW, ein Auto der Bayern in die Finger nahm, dann nur, wenn es einen Saugmotor unter der Haube und den Antrieb im Heck hatte. Dann aber zwirbelten die Münchner Werkstuner plötzlich auch die Geländewagenmodelle X5 und X6 auf und verpassten dem neuen M5 ein V8-Aggregat mit - Sakrileg! - Turbolader.

Jetzt wird das nächste der einst ehernen Tabus gebrochen: Es wird eine M-Limousine mit Dieselmotor und Allradantrieb geben. Die Entwickler haben dabei den ersten Dieselmotor mit dreifachem Turbolader entwickelt. Dank des dritten Laders steigt die Leistung des Sechszylindermotors von bislang maximal 313 auf 381 PS und das maximale Drehmoment klettert auf 740 Nm. Diese Kraft liegt bereits bei 1500 Umdrehungen pro Minute an. Genau deshalb ist auch ein Allradantrieb nötig, denn sonst würde sich die Dieselpower wohl größtenteils in Reifenrauch auflösen.

Zum ersten Mal zu Einsatz kommt der Motor ab März in Limousine und Kombi der 5er-Baureihe - die Modelle erhalten dann den Bandwurmnamen M 550d xXdrive. Einige Monate später soll der Antrieb auch in den Modellen X5 und X6 verfügbar sein.

Beim Mercedes-AMG floppte das Dieseltuning

Fahrwerk, Getriebe, Lenkung und Bremsen wurden der höheren Leistung angepasst, das Design jedoch bleibt zurückhaltend. Gleiches gilt für die Höchstgeschwindigkeit. Während die echten M-Modelle mit dem sogenannten Driver's Package geordert werden können und dann durchaus mehr als 300 km/h fahren, ist für die neuen Dieseltypen bei 250 km/h Schluss. Dafür ist der Verbrauch vergleichsweise moderat, er liegt bei durchschnittlich 6,3 Litern auf hundert Kilometer.

Ola Källenius, Chef des direkten Konkurrenten Mercedes-AMG, hat bereits Erfahrung mit rasenden Ölbrennern - und die sind nicht gut. Kurz nach der Jahrtausendwende gab es mal ein C-Klasse-Coupé von AMG mit Dieselmotor. Das Auto sei zwar in Frankreich, Italien und teilweise auch in Deutschland gut angekommen, heißt es, gebaut aber wird es längst nicht mehr. Das sagt eigentlich alles. Källenius bestätigt das gern: "Einen Markt für diese Technik sehen wir bei uns nicht. Auf absehbare Zeit wird es deshalb von AMG keinen Diesel geben."

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