Dodge Intrepid Polizeiauto Im Namen des Gesetzes

Nach zwölf Jahren Pause kehrt die DaimlerChrysler Pkw-Marke Dodge zurück in den illustren Kreis der Autolieferanten für die US-Polizei. Das neue Modell auf Basis der Limousine Dodge Intrepid wird ab Januar 2002 gebaut.


Dodge baut wieder Autos für die US-Polizei

Dodge baut wieder Autos für die US-Polizei

"Dodge bricht mit geltenden Regeln der Autobranche", prahlt Jim Julow, Vizechef der Marke aus Auburn Hills. "Aber wenn ein Autofahrer die Verkehrsregeln übertritt, dann darf er sich in Zukunft nicht wundern, wenn er von einem Dodge-Polizeiauto gestoppt wird." Ob das den Verkaufszahlen der Marke gut tun wird, sei dahingestellt, jedenfalls wird ab dem Frühjahr die US-amerikanische County-, City- und State-Police mit dem neuen Wagen versorgt. Der Stückpreis für die Staatsgewalt beträgt 23.800 Dollar, Joe Average, also der amerikanische Otto Normalbürger, kann einen Dodge Intrepid schon ab 20.995 Dollar bekommen.

Mit dem neuen Polizeiauto setzt DaimlerChrysler eine ehedem stolze Tradition fort. In den Sechzigern, Siebzigern und frühen Achtzigern waren Chrysler-Modell die bevorzugten Fortbewegungsmittel der US-Cops: Dodge Royal Monaco, Dodge Coronet, Dodge Aires, Dodge Diplomat, Dodge Dart oder Plymouth Volare und Chrysler Newport hießen die Modelle, mit denen die Freunde und Helfer in Uniform umherkurvten.

Auch in Hollywood gehörten die Autos zu den Standard-Requisiten. In der Fernsehshow "Car 54" spielte ein Desoto die Hauptrolle, in der Serie "Adam 12" fuhren der Detective einen Plymouth Satellite und im Kinofilm "Blues Brothers" wurden der Legende nach 60 Polizeiautos des Typs Dodge Monaco zerlegt. Möglich, dass in künftigen Filmen mit Polizeibeteiligung der Dodge Intrepid zu sehen sein wird.

Der Dodge Coronet stammt aus dem Jahr 1957

Der Dodge Coronet stammt aus dem Jahr 1957

Um das Auto zu entwickeln, wurden zahlreiche Polizisten in den USA um ihre Anregungen für einen neuen Dienstwagen gebeten. Dodge behauptet, das neue Modell sei in den Kategorien Handling, Motorleistung, Innenraum und Komfort nach diesen Wünschen entwickelt worden. Basis war das Intrepid-Sportmodell R/T, ein modernes, typisch amerikanisches Muscle-Car.

Angetrieben wird der Polizeiwagen von einem 3,5-Liter-V6-Motor mit einer Leistung von 242 PS (179 kW) mit einem für den Dauerbetrieb ausgelegten, besonders robustem Kühlsystem. Die Höchstgeschwindigkeit behält der Hersteller für sich, erwähnt aber, dass ein sehr exakt messender Tachometer eingebaut ist, dessen Skala bis 150 mph (circa 240 km/h) reicht.

Weitere technische Komponenten sind ein Viergang-Automatikgetriebe, Scheibenbremsen rundum, ABS, eine Hochleistungsbatterie, an die allerlei Zusatzgeräte angeschlossen werden können (etwa ein Fahndungscomputer) und einige spezielle Innenraum-Ausstattungen. So können die hinteren Türen und Fenster zum Beispiel nicht von den hinteren Plätzen aus geöffnet werden.

Außerdem gibt es einen Schalter mit der Bezeichnung "Stealth mode". Wenn der gedrückt wird, erlöschen sämtliche Lampen im Innenraum des Autos, also etwa im Cockpit, am Radiogerät, an der Klimaanlage. Einzig und allein die Beleuchtung der Getriebekulisse (P-R-N-D-L) bleibt an, wird aber auf die niedrigste vom Gesetzgeber erlaubte Helligkeitsstufe gedimmt. So kann der Wagen praktisch auf Schleichfahrt gehen, ohne dass Außenstehende erkennen, wer da nun so auffällig unauffällig durch die Straßen pirscht.



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