Donkervoort D8 GTO Die nackte Gewalt

Kaum Gewicht, dafür Leistung satt. Nach diesem Rezept baut der holländische Hersteller Donkervoort Kampfmaschinen auf vier Rädern. Im neuen Modell zügelt nun eine Traktionskontrolle erstmals die Kraft. Fans sehen das als Sakrileg an, doch keine Sorge - auch der D8 GTO ist vor allem eins: brutal.

Von Jürgen Pander


Würde man einen Formel-1-Rennwagen für den normalen Straßenverkehr umrüsten und mit zwei nebeneinander positionierten Sitzen ausstatten - er sähe vermutlich so ähnlich aus wie die Modelle der Firma Donkervoort. Seit 1978 verfolgt Firmengründer Joop Donkervoort die Idee eines puristisch-radikalen Sportgeräts. Auch das jüngste Modell, der D8 GTO, ist mehr Kampfmaschine denn Auto.

Dass zum ersten Mal in einem Donkervoort ein elektrisches Hilfssystem installiert ist - nämlich eine Traktionskontrolle - ändert daran auch nichts. Zwar werden Anhänger der orthodox-puristischen Sportwagenschule das beklagen. Bei regennasser Fahrbahn aber werden sie das System preisen, denn wie sonst sollte der kaum 700 Kilogramm schwere und 340 PS starke Sportwagen denn vom Fleck kommen? Greifen die Reifen, dann ist eine Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in lediglich drei Sekunden möglich, als Spitzentempo gibt Donkervoort rund 255 km/h an.

Turbomotor von Audi, Rekord auf der Nordschleife

Der Fünfzylinder-Motor stammt von Audi, es ist der 2,5-Liter-TFSI, der im Normalfall 340 PS leistet, im D8 GTO jedoch durch das Betätigen eines "Race"-Schalters im Cockpit vorübergehend 400 PS entwickeln kann. Die elektronische Steuerung des Turboladers wechselt dann in ein verschärftes Programm, das den Ladedruck kurzfristig erhöht. Wie lange das PS-Doping anhalten soll, tüfteln die Donkervoort-Techniker derzeit noch aus. Gebettet ist die ganze Technik in einen Stahlrohrrahmen, auf den wiederum die Karosserieteile aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff aufgeklebt sind. Die Türen beispielsweise wiegen nur je 980 Gramm.

Ab dem Sommer 2012 sollen die ersten Donkervoort D8 GTO ausgeliefert werden - zu Nettopreisen zwischen 100.000 und 150.000 Euro, je nach Ausstattungs- und Sonderwünschen des Käufers. Die meisten Kunden werden sich allerdings bei Zutaten wie Ledersitzen oder ähnlichem zurückhalten. Denn auch wenn die Donkervoorts auf normalen Straßen fahren dürfen - zu Hause sind sie auf der Rennstrecke.

Bereits zweimal ergatterte ein Donkervoort den Rundenrekord für straßenzugelassene Autos auf der Nordschleife des Nürburgrings. Zuletzt trieb der deutsche Importeur Michael Düchting aus Paderborn einen Donkervoort in 7:14,89 Minuten durch die grüne Hölle. Das war 2005. Inzwischen hält Florian Gruber mit einem Gumpert Apollo Sport die Bestmarke von 7:11,57 Minuten. Doch vielleicht lässt sich das im neuen D8 GTO ja wieder ändern.

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insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
Setra22 03.01.2012
1. Wer..
..braucht dieses Auto?
flusser 03.01.2012
2. Beispiel
Der Donkervoort ist ein klassisches Beispiel, wie Techniker ein Produkt völlig verhunzen können, weil sie glauben ein Designer sei überflüssig. Das Ding sieht absolut grauenhaft aus, da kann auch keine Technik mehr faszinieren.
diekutte 03.01.2012
3.
Zitat von Setra22..braucht dieses Auto?
Ich!
cynism 03.01.2012
4.
Zitat von Setra22..braucht dieses Auto?
Jeder, der den Wagen besitzen möchte und es sich leisten kann.
Mo2 03.01.2012
5. :-(
Zitat von flusserDer Donkervoort ist ein klassisches Beispiel, wie Techniker ein Produkt völlig verhunzen können, weil sie glauben ein Designer sei überflüssig. Das Ding sieht absolut grauenhaft aus, da kann auch keine Technik mehr faszinieren.
Sehe ich auch so, das Ding sieht nur peinlich aus. Das einzig interessante ist das Leistungsgewicht von 1,75 Kilo/PS und der daraus resultierende Beschleunigungswert, der immerhin mit Mittelklasse-Motorrädern mithalten kann, aber das kann man schöner (z.B. Lotus Elise oder Lambo) und auf 2 Rädern auch für einen Bruchteil des Preises haben.
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