Druckbetankung An der Schwelle des Todes

Toyota und GM sind ziemlich groß, Straßenhubbel zerstören das Weltklima und alte Autos werden zu schicken Möbelstücken. Dies und mehr in Druckbetankung, dem wöchentlichen Auto-Konzentrat von SPIEGEL ONLINE.


Verkehrsberuhigungserhebungen, vulgo Hubbel, sind neuesten Forschungsergebnissen schuld daran, dass die Klima-Apokalypse schneller als erwartet über uns kommt. Britische Wissenschaftler haben errechnet, dass Autos wegen der allgegenwärtigen Schwellen wesentlich mehr CO2 produzieren als auf platten Straßen.

Die Fahrer, so die Forscher, müssen ständig abbremsen und beschleunigen, was den Spritverbrauch erhöhe. "Hubbel verlangsamen Verkehr, aber sie beschleunigen den Tod des Planeten", donnert "The Times". Die Studie ist übrigens vom britischen ADAC-Pendant AA erstellt worden.

Für die Umwelt wäre es besser, wenn Autos entweder mit Wasserstoff führen, wie der neue Chevrolet Equinox - oder nur herumstünden. Diesem Gedanken folgend hat der Tischler Martin Kerber eine Möbelreihe aus Autoteilen entworfen. Maßanfertigungen sind möglich. Pkw, die keine Umweltplakette bekommen, können also immer noch als Wohnzimmertische recycelt werden.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich seit einigen Tagen die Autoriesen General Motors und Toyota. Es geht um die eminent wichtige Frage, welches der beiden Unternehmen das größte aller Großen ist, der Maestro der Motoren, der Radscha der Reifen. Gemeinhin war von treffsicheren Analysten erwartet worden, dass Toyota 2007 mehr Autos verkauft hat als GM und sich zum Kolben-König ausrufen lassen darf.

Nun jedoch herrscht Verwirrung: Toyota City meldete 9,37 Millionen abgesetzte Vehikel, GM kam nach eigenen Angaben nur auf 9.369.524. Eine genauere Überprüfung des Zielfotos ergab jedoch, dass Toyota lediglich 9,366 Millionen Wägelchen verkauft und aufgerundet hat. Die Japaner liegen also 3000 Karossen hinter GM. Der alte neue Sieger kommt folglich aus den USA.

Moooment!

Kommt er nicht, behauptet "Automotive News": Zwar liege der US-Hersteller General Motors leicht vorne. Allerdings müssten aus der GM-Absatzstatistik jene Autos herausgerechnet werden, die in einem Gemeinschaftsunternehmen in China hergestellt werden, so das Branchenblatt. Zöge man die mehr als 500.000 Pkw ab, ergebe dies einen klaren Vorsprung des japanischen Herstellers.

Die Auflösung gibt es vielleicht nächste Woche. Was sonst noch passierte, steht im Kasten:

Mangels aktueller Alternativen entscheidet sich die Druckbetankung diese Woche für ein nicht mehr ganz taufrisches Werbefilmchen von Regisseur Detlev Buck. Er vergleicht in seinem lakonischen Kurzfilm Auto-Geeks mit Vinyl-Nerds.



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