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08. Mai 2019, 14:05 Uhr

Kleinstfahrzeuge

Sicherheitsexperten empfehlen Elektroroller-Fahrverbot für Kinder

Verkehrsminister Andreas Scheuer will Elektrostehroller schon für Kinder ab zwölf Jahren zulassen. Dagegen regt sich nun Widerstand: Der Gesetzgeber solle sich am Mofafahren orientieren.

Verkehrsexperten warnen davor, Elektrostehroller für Kinder zuzulassen. Jungen und Mädchen mit einem E-Scooter herumfahren zu lassen, sei aus Sicherheitsgründen "hochfahrlässig", sagte der Präsident der Deutschen Verkehrswacht, Kurt Bodewig, am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Bundestags.

Auch vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat kam Kritik an den Plänen. Hauptgeschäftsführer Christian Kellner forderte das Verkehrsministerium auf, die Altersfreigabe neu zu bedenken. Es mache ihm "Angst", dass viele Kinder schon mit den Rollern unterwegs seien. Der Gesetzgeber sollte sich am Mindestalter von 15 Jahren wie beim Mofafahren orientieren.

Das Verkehrsministerium will E-Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h bereits für Jugendliche ab zwölf Jahren freigeben - schnellere Gefährte dann ab dem vollendeten 14. Lebensjahr. Eine Mofa-Prüfbescheinigung oder eine Helmpflicht sollen nicht vorgesehen sein.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte am Dienstag angekündigt, er wolle langsame Roller nun doch nicht auf Bürgersteigen erlauben - angesichts verbreiteter Sicherheitsbedenken aus den Reihen der Bundesländer. Mit dem Rückzieher wolle er eine rasche Zulassung der Gefährte noch im Sommer sicherstellen. Der Bundesrat stimmt über die Verordnung voraussichtlich am 17. Mai ab.

Die Ankündigung des Ministers zu den Gehwegen wurde bei der Anhörung im Ausschuss begrüßt. Bodewig sagte aber, neue Mobilitätsformen müssten so gestaltet werden, dass es nicht zu mehr Todesopfern komme. Er verwies auf Unfälle mit Stehrollern in anderen Ländern.

nis/dpa

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