Kleinstfahrzeuge Sicherheitsexperten empfehlen Elektroroller-Fahrverbot für Kinder

Verkehrsminister Andreas Scheuer will Elektrostehroller schon für Kinder ab zwölf Jahren zulassen. Dagegen regt sich nun Widerstand: Der Gesetzgeber solle sich am Mofafahren orientieren.

E-Scooter (Symbolbild)
KENZO TRIBOUILLARD/ AFP

E-Scooter (Symbolbild)


Verkehrsexperten warnen davor, Elektrostehroller für Kinder zuzulassen. Jungen und Mädchen mit einem E-Scooter herumfahren zu lassen, sei aus Sicherheitsgründen "hochfahrlässig", sagte der Präsident der Deutschen Verkehrswacht, Kurt Bodewig, am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Bundestags.

Auch vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat kam Kritik an den Plänen. Hauptgeschäftsführer Christian Kellner forderte das Verkehrsministerium auf, die Altersfreigabe neu zu bedenken. Es mache ihm "Angst", dass viele Kinder schon mit den Rollern unterwegs seien. Der Gesetzgeber sollte sich am Mindestalter von 15 Jahren wie beim Mofafahren orientieren.

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Das Verkehrsministerium will E-Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h bereits für Jugendliche ab zwölf Jahren freigeben - schnellere Gefährte dann ab dem vollendeten 14. Lebensjahr. Eine Mofa-Prüfbescheinigung oder eine Helmpflicht sollen nicht vorgesehen sein.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte am Dienstag angekündigt, er wolle langsame Roller nun doch nicht auf Bürgersteigen erlauben - angesichts verbreiteter Sicherheitsbedenken aus den Reihen der Bundesländer. Mit dem Rückzieher wolle er eine rasche Zulassung der Gefährte noch im Sommer sicherstellen. Der Bundesrat stimmt über die Verordnung voraussichtlich am 17. Mai ab.

Die Ankündigung des Ministers zu den Gehwegen wurde bei der Anhörung im Ausschuss begrüßt. Bodewig sagte aber, neue Mobilitätsformen müssten so gestaltet werden, dass es nicht zu mehr Todesopfern komme. Er verwies auf Unfälle mit Stehrollern in anderen Ländern.

nis/dpa



insgesamt 66 Beiträge
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ttvtt 08.05.2019
1. Kinderspielzeug
Man nimmt ein Kinderspielzeug und motzt es mit einem E-Motor auf. Somit ist es kein Gefährt mehr für Kinder, das klingt logisch. Nun bleibt noch die Frage zu lösen, ob ein aufgemotztes Kinderspielzeug etwas für Erwachsene ist. Die Physik wird die Antwort darauf geben.
mreg 08.05.2019
2. Experten
Was ist die Expertiese dieser Herren ? Ihr Alter das Sie nicht Roller fahren können ? War mit meiner Tochter in Basel/Zürich/Wien und wir haben es dort genossen mit den Rollern die Stadt zu entdecken... Gefahr ... wodurch ? Man kann die German Angst wirklich wachsen sehen.
Flari 08.05.2019
3.
Die "Ideen" des Herrn Scheuer (nicht nur) zu den e-Tretrollern haben sich in den letzten Monaten alle naslang geändert, je nach dem, wer ihn gerade mal wieder bequatscht hat. Bürgersteinpflicht/Verbot, Führerscheinpflicht oder nicht, Altersgrenzen für 12 und 20 km/h, etc... Der Typ ist einfach nicht ernstzunehmen. Aktuell(!) sollen "e-Kleinsfahrzeuge" (mit ABE UND Versicherungskennzeichen!) bis 12 km/h ab 12 Jahre zulässig sein, bis 20 km/h ab 14 Jahre. Welcher Hersteller bringt (zugelassenen) 12 km/h e-Tretroller auf den Markt, wenn das Fahren auf den Gehwegen/Fussgängerzonen eh verboten ist? WENN wird es also die unterschiedlichsten ANDEREN Gefährte bis 12 km/h geben, die NOCH bedeutend mehr als Spielzeuge angesehen werden können/sollten. Und ausgerechnet DAMIT (einachsig/einrädrig/freihändig, etc.) sollen KINDER ab 12 Jahren auf die Fahrbahnen müssen/dürfen? Völlig neben der Spur...
karlsiegfried 08.05.2019
4. Sehr subjketiv
Zitat von mregWas ist die Expertiese dieser Herren ? Ihr Alter das Sie nicht Roller fahren können ? War mit meiner Tochter in Basel/Zürich/Wien und wir haben es dort genossen mit den Rollern die Stadt zu entdecken... Gefahr ... wodurch ? Man kann die German Angst wirklich wachsen sehen.
Zitat: 'War mit meiner Tochter in Basel/Zürich/Wien'. Da war Papa mit dabei, das ist wichtig. Und was ist wenn Töchtechen alllei und mit ihrer Clique durch die Gegend düst? Mal hinterher düsen und zuschauen, Ausserdem, welche Versicherung versichert den Kinder unter 14, die noch nicht mal geschäftsfähig sind un dfür nichts haftbar gemacht werden können?
tonyhawks 08.05.2019
5. Weil auf Fahrrädern...
… ja nie Geschwindigkeiten von 12 Km/h erreicht werden. Verbietet am besten U18 das Radfahren und dann bitte nur mit Führerschein, Helm- und Airbagpflicht, Drohnenbegleitung mit Stream zur Verkehrswacht. Auf Skates kommen 8-jährige auf über 12 Km/h. Stallpflicht wäre am besten. Jeder bleibt einfach zu Hause, dann passiert noch weniger. Originell finde ich allerdings auch den Chef des ADFC der gegenüber Autofahrern darauf pocht, dass Verkehrsraum geteilt werden muss, aber bei E-Rollern sofort verlangt das Refugium des Radfahrers nicht anzutasten... Es herrschen ja unterschiedliche Geschwindigkeiten. Klar, bei Rad und Auto natürlich nicht.
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