Elektrostehroller Worauf Sie beim E-Scooter-Kauf achten sollten

Deutschland ist bereit für die Rollerschwemme - die kleinen Elektroflitzer werden nun legal. Händler und Hersteller locken mit verschiedenen Modellen. Doch welches ist das richtige?

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Kaum ein Gefährt ist so umstritten wie die elektrischen Tretroller. Für die einen, wie den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), sind sie ein wichtiger Teil der Verkehrswende. Andere Menschen befürchten Chaos auf Deutschlands Radwegen. Nun werden die Elektrostehroller legalisiert - doch worauf sollte man beim Kauf achten?

Gibt es ein K.-o.-Kriterium beim Kauf?

Auch wenn die Roller zum 15. Juni (also diesem Samstag) legalisiert wurden, sind noch längst nicht alle Exemplare zulässig. Elektrotretroller ohne allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) sind im Straßenverkehr weiterhin verboten - und bekommen auch nicht das nötige Versicherungskennzeichen. Käufer sollten also nicht auf vermeintliche Schnäppchen reinfallen und unbedingt darauf achten, dass der Roller eine ABE hat. Alle Roller, die schneller als 20 km/h sind, an denen keine ausreichende Beleuchtung verbaut ist oder die nur eine Bremse haben, bekommen nämlich auch keine nachträgliche Zulassung.

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Wie viele Roller haben denn bisher eine Betriebserlaubnis?

Vorerst nur zwei: Der Metz Moover und der BMW X2 City sind mit einer Sondergenehmigung ausgestattet. Mehrere Hersteller haben die ABE jedoch bereits beantragt und dürften diese in der zweiten Junihälfte erhalten. So gibt es alle nachfolgend genannten Modelle nach Informationen des Bundesverbands Elektrokleinstfahrzeuge bald mit der nötigen Straßenzulassung.

Wie unterscheiden sich die Elektrostehroller?

Das beste Unterscheidungsmerkmal ist die Radgröße: Manche Roller haben vergleichsweise große, andere sehr kleine Räder. Das wirkt sich vor allem auf den Fahrkomfort aus. Roller wie der BMW X2 City oder der Metz Moover sind durch die großen Räder deutlich komfortabler als Konkurrenten mit kleineren Rädern - dafür aber unhandlicher und schwerer.

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Bezeichnung für neues Verkehrsmittel

Bitte denken Sie einmal kurz nach: Welches ist die beste Bezeichnung für die elektrischen Kleinfahrzeuge mit zwei Rädern, die ab Juni 2019 legal sind? Welches Wort ist griffig, beschreibt die Geräte präzise, und ist gleichzeitig geeignet, Verwechslungen mit anderen Fahrzeugen zu vermeiden?

Welches Modell passt zu mir?

Das hängt vor allem vom Weg ab, den man mit dem Roller zurücklegen muss. Fährt man mit dem Roller die erste und letzte Meile zur Bushaltestelle beziehungsweise ins Büro - oder legt man den ganzen Weg auf einem Roller zurück? Geht es dabei über glatt asphaltierte Radwege oder jede Menge Kopfsteinpflaster?

Mit dem Roller in Bus und Bahn - welcher ist für ÖPNV-Pendler geeignet?

Entweder ein vergleichsweise leichtes und sehr kompaktes Modell wie der nur 9,1 Kilogramm schwere Moovi - oder eines, das sich leicht transportieren lässt. So wird beispielsweise der Yorks S1-Elite durch den simplen Klappmechanismus und einen eingebauten Griff innerhalb weniger Sekunden zum Trolley, den man hinter sich herziehen kann. Auch der Sparrow von Io Hawk ist trotz seiner 12,5 Kilogramm eine Option für die Mitnahme in Bus und Bahn, er kann nach dem Zusammenfalten am mitgelieferten Tragegurt über die Schulter gehängt werden.

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Elektrostehroller: Diese Modelle kommen jetzt in den Handel

Besonders leichte Modelle lassen sich zwar besser in der Bahn transportieren, haben jedoch einen Nachteil: Sie sind vergleichsweise unkomfortabel, denn alles an ihnen ist klein. Vor allem das kurze Trittbrett und die kleinen Räder machen die Fahrt auf ihnen deutlich holpriger als auf größeren Konkurrenten. So fühlte sich die Fahrt über Bambergs Kopfsteinpflaster auf dem Bird-Roller eher nach einer Runde auf dem Vibrationstrainer an, auf Asphalt war er jedoch nicht entscheidend unkomfortabler als Modelle mit größeren Rädern. Wer auf der letzten Meile also über Kopfsteinpflaster fahren muss, sollte deshalb unbedingt einen Roller mit luftgefüllten und vergleichsweise großen Reifen kaufen.

Mal nur Roller fahren, mal im ÖPNV mitnehmen: Wer kann beides?

Exemplare mit mittelgroßen, luftgefüllten Reifen und einem klassischen Klappmechanismus fahren gut und sind auch für gelegentliche ÖPNV-Fahrten geeignet. Dafür sind sie nicht ganz günstig: Modelle wie der Metz Moover oder der Egret-Ten V4 bieten zwar zwölf beziehungsweise zehn Zoll große, luftgefüllte Reifen und können im Stil eines klassischen Kickscooters zusammengeklappt werden. Mit einem Gewicht von 16 beziehungsweise 17 Kilogramm kann man sie gerade noch durch den öffentlichen Nahverkehr schleppen - allerdings sind sie nicht gerade günstig: Der Egret kostet 1650 Euro, der in Deutschland hergestellte Metz knapp unter 2000 Euro.



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fehleinschätzung 15.06.2019
1. schweinerei
dann darf es aber nicht eng werden in der Bahn: "er kann nach dem Zusammenfalten am mitgelieferten Tragegurt über die Schulter gehängt werden."
konterspieler 15.06.2019
2. Fussgänger, Radfahrer, Elektroroller ...
Das wichtigste Verkehrsmittel - und das umweltfreundlichste - in den Städten sind die Füsse auf denen Menschen laufen. Die Radfahrerlobby tut aber so als wären Fahrräder das Wichtigste. Also fahren viele Radfahrer auf den Fussgängerwegen und nehmen nur widerwillig Rücksicht auf Fussgänger oder gar nicht. Für Fussgänger ist das oftmals sehr gefährlich. Jetzt kommt also Herr Scheuer und behauptet - auf Druck der Elektroroller-Lobby - die Roller seien wichtig für die "Verkehrswende". So, so. Und natürlich sollen die auf den Radwegen rollern...! Doch das wird nicht passieren. Sie werden trotz Regeln da rollen, wo es für sie am bequemsten ist: auf den Gehwegen. Denn die Radwege sind viel zu schmal und meistens schon für die Radfahrer zu eng oder gar nicht vorhanden. Die Radfahrer werden die E-Roller bekämpfen, weil sie ein Hindernis auf den Radwegen sind und die E-Roller auf den Gehwegen herumsausen wie es ihnen passt. Und sie werden versuchen die Fussgänger aggressiv zu bekämpfen mit schlimmen Folgen eines täglichen Kleinkrieges für die Fussgänger. Da Herr Scheuer aber nie zu Fuss geht weiss er das alles nicht und es interessiert ihn auch nicht sonderlich. Die E-Roller-Hersteller interessieren die Fussgänger nicht: sie wollen ihre Teile verkaufen, am besten auch an alle Fussgänger, usw. Also wer überwacht hier eigentlich das überhaupt noch die Regeln eingehalten werden? Polizei? Die ist schon seit vielen Jahren auf Radwegen nicht mehr zu sehen und passt auch nicht darauf auf, das Radfahrer ziemlich oft die Gehwege als ihrer persönliche Rennstrecke benutzen, usw. usf. Auf Fussgängerwegen herrscht jetzt schon absolutes Wildwest, von Regeln und Gesetzeshütern keine Spur! Welcher Politiker schert sich eigentlich noch um Fussgänger und um die Kinder, die ungefährdet auf Gehwegen herumlaufen sollten? Da "Elektrofüsse" in absehbarer Zeit wohl nicht hergestellt werden, wird es Zeit, das Fussgänger eine absolut aggressive und massive Lobby auf die Beine stellen !
soano 15.06.2019
3. Zwei Überlegungen...
... noch vom Nicht-E-Roller: - Ein Roller wird dreckig, so dass für den ÖPNV-Transport eine Tasche sinnvoll wäre - Kleine Räder können in Sand abrupt stecken bleiben (Sturzgefahr)
les2005 15.06.2019
4. öpnv
Alles an diesen Elektrorollern ist widersinnig, insbesondere aber der Gedanke, dass sie das Auto auf dem Weg zur Arbeit ersetzen sollen. Wer den Weg nur damit zurücklegen will, wird in der Regel mit Fahrrad oder meinetwegen Pedelec schneller und komfortabler unterwegs sein. Auf jeden Fall aber sicherer. Wer damit den ÖPNV benutzt wird feststellen, dass die Dinger auch zusammengeklappt reichlich schwer und unhandlich sind. Und alle anderen - ich habe es gerade erst in New York erlebt, können sich darüber ärgern, dass man damit effektiv soviel Platz wie zwei Personen belegt, und zu allem Überdruss die dreckigen Räder dann anstehen. Und genau wie Raucher ihre Zigarette grundsätzlich so halten, dass der Rauch nicht ihnen, sondern anderen ins Gesicht steigt, halten Rollerfahrer den Roller natürlich so, dass sie selbst nicht dreckig werden. Und Ein-und Aussteigen mit dem sperrigen, unhandlichen Teilen im Gedränge des Berufsverkehrs - da werden wir alle noch viel Spaß haben dabei! Im Artikel steht zwar "gelegentlich", aber propagiert wird es ja als tägliche Pendelmethode.
gehdoch 15.06.2019
5. Ich kann nur schmunzeln...
Ich nutze seit 10 Jahren mein Kickboard von Ciro. Damit pendle ich zur Bahn und dann zur Arbeit und Abends zurück. Tageskilometeeistung ca. 7Kilometer. Das Teil ist unverwüstlich, wiegt knapp ueber 4 Kg, ist legal auf Fuss und Radwegen und schließlich sorgt es auch noch fuer Bewegung. Viel Spaß mit den E-Scootern, ich bleibe bei meinem Kickboard.
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