US-Untersuchung Jeder zweite Unfall auf dem E-Scooter endet mit Kopfverletzungen

Bei Unfällen mit E-Scootern sind Verletzungen am Kopf die häufigste Folge, zeigt eine US-Untersuchung - auch, weil kaum ein Fahrer einen Helm trägt.
Ein Mann fährt mit einem E-Tretroller eines US-amerikanischen E-Scooter-Sharing-Anbieters

Ein Mann fährt mit einem E-Tretroller eines US-amerikanischen E-Scooter-Sharing-Anbieters

Foto: Nicolas Armer/ DPA

Fast die Hälfte aller Unfälle mit Elektro-Scootern endet mit schweren Verletzungen am Kopf. Das ergab jetzt eine Studie des Austin Public Health Department (APH). Die US-Gesundheitsbehörde wertete knapp eine Million E-Scooter-Fahrten in der Stadt Austin im Bundestaat Texas aus.

Während eines Untersuchungszeitraums von zwei Monaten registrierte das APH 190 Unfälle, bei denen sich Fahrer von E-Scootern verletzten. Dabei zogen sich 48 Prozent der Fahrer bei dem Unfall Kopfverletzungen zu, rund jeder siebte (15 Prozent) zog sich sogar schwere Kopfverletzungen zu. Betrachtet man alle Verletzungen zusammen, also auch solche an Armen, Beinen, oder in anderen Körperregionen, waren die Hälfte davon als schwer einzustufen.

Anfänger häufig in Unfälle verwickelt

Zeitgleich zeigt die APH-Studie , dass nur eine Person, und damit weniger als ein Prozent aller Fahrer, zum Unfallzeitpunkt einen Helm trug. Durch diesen hätten viele Verletzungen verhindert oder zumindest abgemildert werden können.

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Fahrer wurden dabei während der Fahrt auf der Straße verletzt, 33 Prozent zogen sich Verletzungen auf dem Bürgersteig zu.

Laut der Studie sind besonders Anfänger häufig in Unfälle verwickelt. Ein Drittel aller Unfallopfer waren das erste Mal auf einem E-Scooter unterwegs.

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Ein Gesetz von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sieht vor, "Elektrokleinstfahrzeuge", die maximal 20 km/h schnell sind und eine Lenk- oder Haltestange haben, noch in diesem Monat auch in Deutschland zuzulassen. Die Verordnung muss noch durch den Bundesrat.

Allerdings leisten derzeit einige Länder Widerstand gegen den Plan. Denn die Verordnung sieht auch die Nutzung der Gehwege vor. Exemplare, die schneller als 12 km/h fahren können, müssen auf den Radweg - die langsameren auf den Gehweg.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes wurde das Center for Disease and Prevention (CDC) als Herausgeber der Studie genannt. Tatsächlich war das CDC nur unterstützend tätig und das Austin Public Health Department für die Studie hauptverantwortlich. Zudem war nicht die Hälfte aller Kopfverletzungen schwer, sondern die Hälfte aller Verletzungen zusammengenommen. Dass die Scooterfahrer, wie im vorigen Text beschrieben, auf dem Gehweg sicherer unterwegs sind, als auf der Straße, geht aus der Studie nicht hervor. Wir haben den Text angepasst.

cfr