Begriffswirrwarr E-Scooter, E-Tretroller, Elektrostehroller - wie denn jetzt?

Ein neues Transportmittel surrt durch die Städte. Doch ist das Teil nun ein E-Scooter, ein E-Tretroller oder ein Elektrostehroller? Die Frage interessiert auch Sprachexperten.

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Man stellt sich drauf, dreht am Schalter, stößt sich ab, und schon rollt man los. Seit knapp zwei Monaten gleiten die kleinen zweirädrigen Elektrofahrzeuge mit Tempo 20 durch die Großstadt. Gefühlt an jeder Ecke stehen die kleinen elektrisch betriebenen Gefährte zum Ausleihen bereit.

Aber wie heißen diese neuartigen Dinger denn nun? E-Scooter? Elektrostehroller? Elektroroller? Oder E-Tretroller? Bisher kursieren diverse Bezeichnungen für die Großstadtflitzer. Doch keiner scheint sich zu etablieren, alle haben Nachteile.

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E-Scooter im Alltag: Ziemlich unpraktisch, ziemlich peinlich

Der Name E-Scooter fällt international am häufigsten. Und klar, Scooter ist das englische Wort für Roller, E-Scooter kann aber auch einen elektrischen Motorroller (zum Sitzen) bezeichnen, es besteht also Verwechslungsgefahr. Dasselbe gilt für den Elektroroller oder den E-Roller: eigentlich sind diese Begriffe zu unspezifisch.

Also lieber Elekrotretroller oder E-Tretroller? Immerhin sehen die Gefährte am ehesten aus wie ein Tretroller, und zum Starten muss man sich, ähnlich wie beim Losfahren mit dem Tretroller, abstoßen. Allerdings ist der große Vorteil eines solchen Geräts, dass man in der Folge nicht selbst treten muss, weil der Elektromotor den Antrieb übernimmt - während man selbst steht.

Folgerichtig könnte man von einem Elektrostehroller sprechen. Diesen Begriff bevorzugt eigentlich unser Mobilitätsressort. Doch die Leser sehen es offenbar anders. In einer (nicht repräsentativen) Abstimmung liegt der E-Scooter vorn (Stand: 7. August).

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Bezeichnung für neues Verkehrsmittel

Bitte denken Sie einmal kurz nach: Welches ist die beste Bezeichnung für die elektrischen Kleinfahrzeuge mit zwei Rädern, die ab Juni 2019 legal sind? Welches Wort ist griffig, beschreibt die Geräte präzise, und ist gleichzeitig geeignet, Verwechslungen mit anderen Fahrzeugen zu vermeiden?

Aber was ist denn nun die richtige Bezeichnung, und wer entscheidet das?

Bundesverkehrsministerium und Bundestag, die die Elektrogefährte kürzlich legalisiert haben, helfen nicht weiter: In der eigens verabschiedeten Verordnung ist nur sperrig von Elektrokleinstfahrzeugen die Rede - ein Begriff, der wenig alltagstauglich scheint.

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Elektrostehroller: Diese Modelle kommen jetzt in den Handel

Auf ihren Websites herrscht ein buntes Nebeneinander der Bezeichnungen. Beim Bundesverkehrsministerium findet man zusätzlich auch mal die Begriffe Elektro-Scooter oder E-Roller. Auf der Seite des Bundestags sind E-Scooter und Elektrotretroller beziehungsweise E-Tretroller zu finden. Und selbst der im März gegründete Bundesverband Elektrokleinstfahrzeuge legt sich nicht fest. Mal spricht er von E-Scootern, mal von eScootern, mal von E-Rollern und mal von Elektrotretrollern.

Vorteil E-Scooter

"Mit neuen Dingen kommen auch neue Wörter", sagt Lutz Kuntzsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gesellschaft für deutsche Sprache, die den Sprachgebrauch im deutschsprachigen Raum beobachtet, unter anderem den Bundestag berät und jährlich das "Wort des Jahres" kürt. Nicht immer bilde sich dabei eine eindeutige Bezeichnung heraus.

Bei den elektrifizierten Rollern sei es zu früh, um Tendenzen abzusehen, welcher der kursierenden Begriffe sich durchsetzen werde, so Kuntzsch. Im Moment sehe es aber ganz gut für den E-Scooter aus. Wahrscheinlich werde es jedoch bei einer Vielfalt an Bezeichnungen bleiben, was Kuntzsch auch gut findet. "Der Roller ist ein Alltagsgegenstand und auch kein völlig neuartiges Produkt", sagt Kuntzsch, "vielleicht werden sich ein bis zwei Kernbegriffe bilden und ein Wortfeld drumherum." Dem Elektrotretroller gibt Kuntzsch dafür gute Chancen - dem Elektrostehroller hingegen nicht.

Und was sagt der Duden? Erst mal gar nichts. Die Duden-Redaktion entscheidet nicht einfach, welche neuen Wörter oder Bezeichnungen wie in den Duden kommen. Sie beobachtet über einen längeren Zeitraum, wie die deutsche Sprache benutzt wird und bildet dann den Sprachgebrauch ab.

"Bislang ist der E-Scooter (oder wie auch immer er heißt) noch nicht sehr gebräuchlich", sagt Nicole Weiffen, Pressesprecherin des Bibliografischen Instituts, das die Duden-Wörterbücher herausgibt. "Aber in einem Jahr lässt sich sicher eine Tendenz ablesen, welcher Begriff sich durchsetzt."

insgesamt 37 Beiträge
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napoleonwilson 08.08.2019
1. E Scooter
Nach den gelben Billig Leihrâdern verschandeln nun die Billig E Scooter die Münchner City. Auf dem Weg zum Mittagessen wurde ich schon 2x fast auf dem Bürgersteig von einem E Scooter angefahren. Es schon ein Erlebnis, wenn ein Pärchen von hinten, lautlos auf trendigen EScootern, mit den erlaubten 20 km/h und 10cm Abstand auf dem engen Bürgersteig vorbeihuschen. 20 km/h ist ca 5,5 m/sec. Wenn ein Unfall passiert, drohen schwerste Verletzungen.
ktomy69 08.08.2019
2. Ist doch egal
Ist doch egal wie sie benannt werden, sie sind überflüssig. Man kommt kaum schneller voran, benötigt wieder nur Rohstoffe die abgebaut werden müssen und stehen überall herum. Entsorgt müssen sie auch ...
namlob1 08.08.2019
3.
Zweierlei. Wir sind ein "deutsches Land". Da muss man "Weltsprachenbegriffe" verwenden und das ist hier nunmal der E-Scooter. Zweitens: Elektrische Fahrzeuge wie E-Scooter oder E-Bike sind "hochmodern". Nur "erwartet" man von ihren Fahrern, dass sie die Geschwindigekeitsregulierungen beherrschen. Das ist aber leider oftmals nicht der Fall. Daher die nicht wenigen Unfälle mit diesen Geräten.
r.mehring 08.08.2019
4. *smile*
Der Spuk dürfte verschwunden sein bevor sich ein Name gefunden hat. Als Kinderspielzeug taugt er nicht weil zu schnell und zu gefährlich und als Erwachsenenspielzeug auch nicht weil zu kindisch. Naja einige ewige Hippster werden weiter e-Trettrollern.
Actionscript 08.08.2019
5. E-Trolls
So wie dieses Fortbewegungsmittel den regulären Verkehr stört, würde ich sie E-Trolls nennen, da sie weder bei Autofahrern, Fussgängern noch bei Radfahrern und Krankenversicherungen beliebt sind. Sie stören einfach.
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