Elektrische Tretroller Kabinett beschließt Verordnung für E-Scooter

Elektrische Tretroller sollen bald auf deutschen Straßen fahren dürfen, das Bundeskabinett hat die erforderliche Verordnung beschlossen. Die Flitzer sind jedoch nicht ohne Risiko.

Tretroller mit Elektroantrieb des Anbieters Bird.
Magdalena Tröndle/dpa

Tretroller mit Elektroantrieb des Anbieters Bird.


Die Zulassung von kleinen Tretrollern mit Elektromotor in Deutschland rückt näher. Das Bundeskabinett beschloss eine entsprechende Verordnung. Nun stimmt noch der Bundesrat darüber ab - wann genau, ist allerdings offen. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte angekündigt, dass E-Tretroller noch im Frühjahr auf deutschen Straßen unterwegs sein können.

Umstritten ist aber, dass langsamere E-Tretroller auch auf Gehwegen fahren sollen. Dies erhöht nach Ansicht von Kritikern die Gefahr von Unfällen. "Konflikte mit Fußgängern sind auch angesichts der Geräuscharmut der E-Roller programmiert", warnte der Bremer Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne).

Riesiger Markt für Sharinganbieter

Bundesverkehrsminister Scheuer sieht die Roller dagegen als umweltfreundliche Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. So wollen auch zahlreiche Sharinganbieter die Geräte einsetzen. Start-ups wie Tier oder GoFlash bereiten sich bereits auf den Markteinstieg in Deutschland vor und wollen den US-amerikanischen Wettbewerbern Lime und Bird Paroli bieten.

In anderen europäischen Ländern sind "E-Scooter" bereits zugelassen. Es geht um einen riesigen Markt: "Tatsache ist, dass allein in den USA 1,6 Billionen gefahrene Kilometer pro Jahr neu zu verteilen sind, weltweit bis zu fünf Billionen", erklärt der Analyst Horace Dediu. Wenn man einen Preis von 50 Cent pro Kilometer ansetze, habe man es mit Billionen von US-Dollar zu tun, so Dediu.

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Roller-Sharing: Elektrischer Hype aus den USA

Die Elektroroller sorgten in den USA jedoch bereits für Ärger. So mussten seit Ende 2017 mehr als 1500 Menschen wegen Verletzungen, die sie sich bei Unfällen mit E-Scootern zugezogen hatten, behandelt werden. Dies geht aus einer Untersuchung des Verbrauchermagazins "Consumer Reports" hervor.

ene/dpa

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skeptikerjörg 03.04.2019
1. Noch mal überdenken
Nichts gegen E-Scooter/E-Tretroller, aber NICHT auf Gehwegen! Wenn ich täglich sehe, mit welcher Rücksichtslosigkeit Radfahrer illegal durch Fußgängerzonen fahren und teilweise auch illegal Gehwege benutzen, dabei meinen, sie hätten das Recht, Fußgänger einfach aus dem Weg zu klingeln, drohen und schimpfen, wenn nicht zur Seite gesprungen wird, dann ist absehbar, was blüht, wenn E-Scooter legal auf Gehwegen fahren dürfen. Ebenso ist es mit Skateboardfahrern, wenn die auch zahlenmäßig geringer sind. Wir sind zwar noch nicht so weit wie in Los Angeles, wo Fußgänger Gefahr laufen, verhaftet zu werden, da sie verdächtig sind, aber auch hier werden Fußgänger mehr und mehr zu "Störelementen" auf Verkehrsflächen. Gehwege heißen Gehwege, weil sie zum gehen gedacht und konzipiert sind. Ausnahmen sind heute bereits radfahrende Kinder, die zu deren Schutz auf Gehwegen fahren dürfen. Selbst das wird manchmal eng. Aber E-Scooter/E-Tretroller bitte auf die Straße oder auf Radwege.
noalk 03.04.2019
2. Billionen
Weltweit 5 Billionen km zu verteilen. Von 8 Milliarden Erdenbürgern müsste jeder 625 km jährlich mit einem solchen Stromer zurücklegen. Wer's glaubt! Oder kennt der Autor des Artikels nur einfach nicht den Unterschied zwischen amerikanischen "billions" und deutschen "Milliarden"?
newline 03.04.2019
3. Die E-Scooter sind
nicht das Problem. Die (hoffentlich wenigen) Fahrer, die sich nicht benehmen können, sind es. Diese werden dann leider das Bild prägen, wie bei Radlern, Autofahrern, Bikern und Jet-Ski-Fahrern.
t_mcmillan 03.04.2019
4. Fußgänger ist der Depp
Auch wenn es in der Vorschrift heißen wird, dass Fußgänger Vorrang haben, werden sie es sein, die leiden. Keinen Meter mehr, wo man stressfrei gehen kann. Was für eine Zumutung. In Fußgängerzonen ok, aber auf Gehwegen? Geht's noch?
unky 03.04.2019
5. Ich stimme Ihnen völlig zu
Zitat von skeptikerjörgNichts gegen E-Scooter/E-Tretroller, aber NICHT auf Gehwegen! Wenn ich täglich sehe, mit welcher Rücksichtslosigkeit Radfahrer illegal durch Fußgängerzonen fahren und teilweise auch illegal Gehwege benutzen, dabei meinen, sie hätten das Recht, Fußgänger einfach aus dem Weg zu klingeln, drohen und schimpfen, wenn nicht zur Seite gesprungen wird, dann ist absehbar, was blüht, wenn E-Scooter legal auf Gehwegen fahren dürfen. Ebenso ist es mit Skateboardfahrern, wenn die auch zahlenmäßig geringer sind. Wir sind zwar noch nicht so weit wie in Los Angeles, wo Fußgänger Gefahr laufen, verhaftet zu werden, da sie verdächtig sind, aber auch hier werden Fußgänger mehr und mehr zu "Störelementen" auf Verkehrsflächen. Gehwege heißen Gehwege, weil sie zum gehen gedacht und konzipiert sind. Ausnahmen sind heute bereits radfahrende Kinder, die zu deren Schutz auf Gehwegen fahren dürfen. Selbst das wird manchmal eng. Aber E-Scooter/E-Tretroller bitte auf die Straße oder auf Radwege.
Leider bleibt zu befürchten, dass unser autofreundlicher Verkehrsminister sich damit durchsetzen wird, Gehwege für diese Roller freizugeben. Und dann wird es auch eine generelle Freigabe der Bürgersteige für Radfahrer aller Altersgruppen geben. Schon heute ist zu beobachten, z.B. in der Schönhauser Allee in Berlin, dass Radfahrer auf den Gehwegen fahren - obwohl auf beiden Seiten der Schönhauser Allee Radwege existieren. Interessiert viele Radler nicht und wird auch nicht kontrolliert geschweige denn geahndet. Und was auch zunehmend zu beobachten ist: Motorradfahrer, die mit ihren Maschinen ein gutes Stück Gehweg befahren und erst dann auf die Fahrbahn einlenken. Fußgänger leben hier in Berlin immer gefährlicher.
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