Steuerrabatte Regierung beschließt Wohlfühlpaket für E-Autofahrer

Vorteile für Dienstwagenfahrer und steuerfreies Aufladen: Die Bundesregierung will Elektroautos mit Steuererleichterungen attraktiver machen. Auch ÖPNV-Tickets sollen günstiger werden.

Das E-Auto beim Arbeitgeber aufzuladen, bleibt weiterhin steuerfrei
Patrick Pleul/ DPA

Das E-Auto beim Arbeitgeber aufzuladen, bleibt weiterhin steuerfrei


Der Staat stellt Elektroautos und andere weniger umweltschädliche Verkehrsmittel steuerlich besser. Das Bundeskabinett hat dazu am Mittwoch ein Subventionspaket beschlossen. Folgende Maßnahmen sollen den Verkehr klimafreundlicher machen:

  • Fahrer von elektrischen Dienstwagen müssen weiterhin nur 0,5 Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern - die Regelung wird bis 2030 verlängert. Fahrer von anderen Dienstwagen müssen ein Prozent des Listenpreises versteuern
  • Das Finanzministerium signalisierte Regierungskreisen zufolge auch, dass es dafür offen sei, den geldwerten Vorteil auf 0,25 Prozent des Listenpreises zu senken
  • Die Steuerbefreiung von Diensträdern wird bis 2030 verlängert, sie gilt für herkömmliche Fahrräder und für E-Bikes
  • Der Wert des Stroms, mit dem Fahrer von E-Autos ihren Wagen beim Arbeitgeber aufladen, soll bis 2030 steuerfrei bleiben
  • Eine Sonderabschreibung von 50 Prozent im Jahr der Anschaffung soll kleine und mittelgroße Elektro-Lieferfahrzeuge attraktiver machen und bis 2030 gelten
  • ÖPNV-Jobtickets des Arbeitgebers für Beschäftigte können künftig mit 25 Prozent pauschal versteuert werden, die Anrechnung auf die Entfernungspauschale entfällt.

"Das ist echte Industriepolitik zugunsten unseres Klimas", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz der Funke Mediengruppe. "Wir tun dies auch, damit schneller mehr Elektrofahrzeuge auf den Gebrauchtwagenmarkt kommen."

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FDP-Vize-Fraktionschef Frank Sitta kritisierte die Pläne als unkoordinierte Einzelmaßnahmen, die der E-Mobilität kaum zum Durchbruch verhelfen würden. "Denn für weniger wohlhabende Käufer werden Elektrofahrzeuge wohl auf absehbare Zeit auch weiterhin relativ kostspielig bleiben."

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßte die längere steuerliche Förderung von Elektroautos als Dienstwagen, dies verschaffe Unternehmen und Nutzern Planungssicherheit.

Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

ene/Reuters/dpa



insgesamt 108 Beiträge
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Seite 1
neurobi 31.07.2019
1.
Muss mir jetzt einen Akku in den Kofferraum legen um billiger an Strom zu kommen? Leider hat man verpasst eine Grenze für die Förderfähigkeit von Elektroautos zu ziehen, etwa eine maximale Akku-Kapazität von 35-40kWh. Und statt ÖPNV billiger zu machen, sollte man lieber in seinen Ausbau investieren.
gronkh 31.07.2019
2. Ja nee, ist klar!
Und diejenigen Pendler welche nicht zu Hause laden können und auch nicht beim Arbeitgeber werden weiterhin mit mindestens 39c/kWh an öffentlichen Ladesäulen laden müssen. Es wäre sinnvoller für alle EV-Fahrer den Ladestrom aus regenerativen Energien von Abgaben und Steuern zu befreien. Wer kauft sich den ein teureres EV mit geringerer Reichweite, wenn das öffentliche Laden im Äquivalent teuer ist als fossile Brennstoffe zu tanken?
uweuweuwe 31.07.2019
3. Mini-Schritte, immerhin Schritte
Auch wenn's ggf. ein Tropfen auf den heißen Stein ist, finde ich die Ideen gut. Hoffentlich geht's jetzt mit zunehmend größeren, progressiveren Schritten weiter, und das war keine Eintagsfliege.
Peer Pfeffer 31.07.2019
4. Schönheitskorrekturen
Das ist ein allererster Anfang, reicht aber bei weitem nicht, und ist unkoordiniert. So kriegt Ihr meine Stimme noch laaaange nicht.
Andersstern 31.07.2019
5. Subventionen für wen?
Jedem Träumer empfehle ich folgenden Artikel, um zu verstehen, dass hier Steuergeld der Allgemeinheit für absurde Spielereien ausgegeben wird (https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/motor/range-rover-sport-p400e-plug-in-hybrid-hse-16162162.html). So gibt es den Landy fürs halbe Geld. CO2 Emissionen werden ohne Ende mehr produziert und diejenigen die sich eine sinnvollere Mobilität leisten könnten, werden für diesen Irrsinn auch noch belohnt. Die selben Wirkungen werden sich auch bei weiteren sinnfreien Maßnahmen des Klimakabinetts entfalten.
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