Eine Million Batteriefahrzeuge erst 2022 Regierungsberater kippen Elektroauto-Ziel

Die Bundesregierung will schon in zwei Jahren eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen sehen. Das Ziel ist laut einem wichtigen Beratergremium aber nicht zu halten.
Elektrofahrzeuge von BMW

Elektrofahrzeuge von BMW

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Das offizielle Elektroauto-Ziel der Bundesregierung ist laut hochrangigen Beratern nicht mehr zu schaffen. Es werde nicht gelingen, bis 2020 eine Million Batteriefahrzeuge auf die deutschen Straßen zu bringen, schreibt die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) in ihrem Fortschrittsbericht 2018. Voraussichtlich werde die Marke erst 2022 erreicht. Die NPE übergab das Papier am Mittwoch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

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Anfang 2018 fuhren nach Angaben der Plattform gerade einmal 110.615 reine Elektroautos und Plug-in-Hybride auf hiesigen Straßen. Bis einschließlich August haben die Behörden laut Kraftfahrt-Bundesamt weitere 45.422 derartige Autos zugelassen. Im internationalen Vergleich liegt das Autoland Deutschland damit auch beim E-Auto-Anteil weit hinter Staaten wie China, Schweden und Norwegen, wo Elektromobilität zum Teil politisch stärker gefördert wird.

"Wir müssen ganz ehrlich sein: Trotz aller Fortschritte dauern die Dinge etwas länger, als wir uns das vor acht Jahren gedacht haben", sagte Merkel. Für die kommenden Jahre zeigte sich die Kanzlerin allerdings zuversichtlich und verwies auf ein wachsendes Angebot an E-Auto-Modellen und den Ausbau des Ladenetzes.

Mehrere Gründe hemmen E-Auto-Absatz

Die NPE beobachtet den E-Auto-Markt in Deutschland seit acht Jahren und spricht Empfehlungen für die Bundesregierung aus. Im Jahr 2010 hatte sie die Schätzung ausgegeben, dass bis 2020 eine Million E-Autos auf hiesigen Straßen rollen. Die Bundesregierung hatte sich diese zu eigen gemacht. Schon länger geht allerdings fast niemand mehr davon aus, dass das Ziel erreicht wird.

Als hemmend für die Verbreitung von Elektroautos werden verschiedene Gründe genannt. Die Autos sind vergleichsweise teuer, es gab in der Vergangenheit nur wenige Modelle zu kaufen. Die Reichweite einer Batterieladung kam lange nicht an die einer Tankfüllung heran. Zugleich fehlen vielerorts Ladestationen.

nis/dpa
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