Im Test Welcher Elektroroller kann am längsten?

Der ADAC hat sieben verschiedene E-Roller getestet - mit teils großen Unterschieden bei Reichweite, Ladedauer - und Preis. Der Testsieger ist zwar am teuersten, aber es gibt auch eine günstige Alternative.

Uwe Rattay/ ADAC

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hat Elektroroller zu Preisen zwischen 2300 und 6400 Euro getestet. Das Ergebnis: Keiner der Testkandidaten konnte laut ADAC voll überzeugen. Zwei Modelle schnitten mit "gut" ab, vier erreichten ein "befriedigend" und eines ein "ausreichend". Zwar schnitt das teuerste Modell am besten ab, es gibt aber auch günstige Lösungen, mit denen man gut ans Ziel kommt.

Getestet wurde die Roller-Ikone Vespa in der E-Version "Elettrica", das Remake des legendären DDR-Rollers "Schwalbe" vom Münchner Hersteller Govecs, sowie Modelle von Niu, Torrot, Vässla, Unu und Kumpan.

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Elektroroller-Test: Reichweite, Verbrauch, und Preis

Die "Schwalbe" und die in Italien gefertigte Piaggio Vespa Elettrica liefern sich ein knappes Rennen um den ersten Platz. Auf dem letzten Rang landete der aus Remagen stammende Kumpan 1954 Ri. Trotz seines guten Fahrwerks und der auch für große Personen bequemen Sitzposition erwies er sich laut ADAC als nicht alltagstauglich. Die schlechten Scheinwerfer machen Fahrten in der Dunkelheit gefährlich und führten zur Abwertung des Rollers.

Doch wie weit kommt man mit den Elektrogefährten? Das hängt vor allem von der Kapazität des Akkus ab. Von den getesteten Rollern sind alle bis auf Vespa und Niu mit unterschiedlichen Batteriekapazitäten erhältlich, die Reichweiten variieren dadurch zwischen gut 30 und knapp 100 Kilometern. Die Vespa Elettrica und die Schwalbe von Govecs haben fest verbaute Akkus. Zum Laden muss also der komplette Roller an eine Steckdose.

Alle anderen Modelle haben herausnehmbare Akkus, (der Roller von Kumpan gleich drei Stück davon), die beispielsweise in der Wohnung geladen werden können. Nachteil: Die Ladegeräte von Kumpan, Unu und Vässla haben nur einen Stecker, bei mehreren Akkus kann also nur jeweils einer geladen werden.

Elektroroller werden derzeit immer beliebter. Die Zahl der Hersteller wächst stetig und in den Großstädten bieten immer mehr Firmen die Elektrozweiräder zum Verleih an. Auch der Verkauf an Privatkunden legt laut ADAC pro Jahr um gut 50 Prozent zu.

"Die Roller sind vor allem im innerörtlichen Verkehr praktisch, weil man dort mit ihrer überschaubaren Reichweite meist gut auskommt. Und nicht nur Fahrer, sondern auch Anwohner freuen sich über den lokal emissionsfreien und fast lautlosen Antrieb", heißt es beim ADAC.

Pkw-Führerschein genügt

Außerdem ist der Führerschein AM, den man für Kleinkrafträder bis 45 km/h braucht, bereits im Auto- und Motorradführerschein enthalten. Andernfalls kann man die AM-Lizenz ab 16 Jahren erwerben, in den neuen Bundesländern sogar schon mit 15 - die übrigen Länder dürfen sich nach einem Beschluss der Bundesregierung anschließen.

Zwar schneiden die teuersten Modelle im Test am besten ab. Doch brauchbare E-Roller sind auch für die Hälfte des Geldes zu finden, das man für einen der Spitzenreiter zahlen muss. Die ausführlichen Testergebnisse sowie Infos über Reichweite, Ladedauer und Preise gibt es in der Bildergalerie.

cfr



insgesamt 76 Beiträge
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Seite 1
MisterD 12.07.2019
1. Witzig...
ich hab die Dinger in Shanghai schon vor 7 Jahren massenhaft gesehen. Irgendwie sind wir Deutschen bei sowas immer hinterher...
Augustusrex 12.07.2019
2. Ja, gut,
die Preise leuchten mir aber bei einigen nicht ein. Die "Schwalbe" hieß übrigens nicht nur im Volksmund "Schwalbe". Das war der offizielle Name des KR (Kleinroller) 51. War am linken Beinschutzblech als geschwungener Schriftzug angebracht und zu lesen.
jj2005 12.07.2019
3. Spitze??
Vespa und Schwalbe haben fest verbaute Akkus, zum Laden muss also der komplette Roller an eine Steckdose - Spitze? Auch im Verbrauch sind beide "Spitze". Irgendwo ist bei der Bewertung der Testergebnisse etwas gründlich schiefgelaufen ;-)
ceen 12.07.2019
4. Reichweite / 2 ergibt Wert nach 2 Jahren
Und nach zwei Jahren fahren sie alle nur noch halb soweit, schöne neue Welt.
tepchen 12.07.2019
5. über 5000 Euro für das gute Gewissen?
Nein danke, da kaufe ich mir lieber 4 Chinaroller mit Benzinmotor.
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