Energieträger Wissenslücken bei alternativen Antrieben

Alternative Antriebe sind derzeit ein vielfach diskutiertes Thema. Doch was wirklich dahinter steckt, scheinen nur wenige Autofahrer zu wissen. Mit Gas als Benzinersatz kennen sich recht viele Chauffeure aus, doch bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen ist die Unwissenheit groß.

Losheim am See - Dass Gas den Kraftstoff Benzin ersetzen kann, ist inzwischen allgemein bekannt. Doch spätestens bei Hybridantrieben wird das Wissen diffus. Das ist die Quintessenz einer repräsentativen Befragung, die die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS) in Losheim am See gemeinsam mit der Unternehmensberatung BBE Retail Experts und dem Fachmagazin "kfz-betrieb" vorgenommen hat.

Hybridantrieb: Diese Skizze zeigt den Aufbau des Hybridantriebs im Porsche Cayenne Hybrid

Hybridantrieb: Diese Skizze zeigt den Aufbau des Hybridantriebs im Porsche Cayenne Hybrid

Gas statt Benzin ist den meisten Autofahrern als Antriebsenergie bekannt. Rund drei Viertel kennen Erdgas (CNG), fünf Prozent weniger der Befragten ist Autogas (LPG) bekannt. Näher beschäftigt hat sich mit Erdgas rund ein Sechstel der Teilnehmer. Das der Energieträger durchaus eine Alternative zum herkömmlich Sprit ist, spiegelt sich auch in der Dichte der Tankstellen wider. Aktuell gibt es in Deutschland rund 5160 Autogasstationen (LPG) und 850 Einrichtungen für Erdgas (CNG).

Die eher exotischen Alternativenergien sind den Befragten weniger bekannt. Zwei Drittel kennen den Hybridantrieb vom Namen her, bei Bioethanol sind es 62 Prozent, und knapp über die Hälfte der Befragten hat schon einmal etwas von der Brennstoffzelle als Lieferant für die Antriebsenergien von Fahrzeugen gehört. Doch konkret beschäftigt haben sich etwa mit dem Zwitter aus Elektro- und Verbrennungsmotor nur etwa 13 Prozent, mit Bioethanol fünf Prozent, Brennstoffzelle und Wasserstoffantrieb sind sechs Prozent der Autofahrer näher bekannt. Überraschend: Der Biokraftstoff BTL (Biomass-to-Liquid - verflüssigte Bio-Rohstoffe) ist dem Namen nach drei Vierteln der Befragten bekannt.

Für mehr als die Hälfte der Befragten haben Hybrid- und Elektroantrieb die besten Zukunftschancen. Das oft kontrovers diskutierte Bioethanol ist für 21 Prozent zukünftig eine feste Positionierung als Energielieferant für Fahrzeuge. Kritiker sehen in der Kraftstoffproduktion eine Konkurrenz für die Nahrungsmittelherstellung, weil als Rohstoff für den Sprit oft Zuckerrohr, Mais und Weizen benutzt wird.

Mit zunehmender Reduzierung des CO2-Ausstoßes steigt die Bereitschaft, mehr Geld für ein umweltfreundliches Auto auszugeben. Zehn Prozent weniger CO2 wären immerhin 51 Prozent der Befragten Mehrausgaben beim Fahrzeugkauf wert. Toyota, VW und Mercedes werden am häufigsten als Hersteller besonders umweltfreundlicher Autos wahrgenommen.

rom/ddp
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