Erfinder-Wettbewerb X-Prize Mit zwei Litern zum Multimillionär

Die Preisrichter des X-Prize suchen nach dem sparsamsten Auto. Mit einem satten Preisgeld sollen Erfinder für den Klimaschutz gewonnen werden. Das Siegermodell muss umweltfreundlich fahren, serientauglich sein – und bei mehreren ungewöhnlichen Autorennen die Nase vorn haben.


Klimaschutz lohnt sich. Zumindest für den findigen Tüftler, der es als Erster schafft, ein serienreifes Auto zu bauen, das mit einer Gallone Sprit 100 Meilen schafft - das entspricht 2,35 Litern auf 100 Kilometern. Für einen solchen Durchbruch nämlich vergibt die X-Prize Foundation ihren Forschungspreis, der laut US-Medienberichten voraussichtlich mit mindestens zehn Millionen US-Dollar dotiert sein wird.

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Bis 2009 haben Nachwuchs-Düsentriebs und Profi-Entwickler Zeit für ihren Klimaauto-Entwurf. Das Preiskomitee hofft, dass durch den Wettbewerb die Entwicklung klimafreundlicher Antriebe beschleunigt wird. "Die Industrie kommt nicht voran, und wir denken, ein solcher Preis ist perfekt geeignet, etwas daran zu ändern", sagt Mark Goodstein, Leiter des Automotive-X-Prize-Komitees, der "New York Times". Er hofft darauf, dass aus dem Wettbewerb Designs hervorgehen, die tatsächlich von Autoherstellern aufgegriffen werden.

Die Beiträge müssen kommerziell verwertbar und massenproduzierbar sein und Verkehrssicherheitsrichtlinien genügen – reine Concept Cars haben keine Chance. Deshalb müssen die Teams mit einem Geschäftsplan belegen, dass sie in der Lage wären, eine Auflage von 10.000 Wagen zu wettbewerbsfähigen Preisen auf dem Automarkt anzubieten. Denn da liegt oft das Problem – viele Hersteller können Sprit sparende Autos herstellen, doch selten sind die auch massentauglich und bezahlbar. So gab es schon mehrere Autos, die 100 Meilen pro Gallone schafften, doch die waren extrem teuer und wurden nur zu Demonstrationszwecken verwendet.

Rennen ohne Temporausch

Die Wettbewerber treten in zwei Kategorien an: Mainstream – Fahrzeuge für vier und mehr Personen, mindestens vier Räder – und Alternative – für mindestens zwei Personen, beliebige Zahl von Rädern. Die Autos müssen in einer Serie von Tests und Rennen zeigen, wie sie unter realen Bedingungen abschneiden. Die Rennen sind dabei nichts für Raser - vielmehr gilt es, bei verschiedenen Straßenverhältnissen eine durchschnittliche Mindestgeschwindigkeit nicht zu unterbieten und möglichst Sprit sparend ins Ziel zu kommen.

Auch Autos, die keinen Benzinantrieb haben, sind zugelassen – sie müssen dann mit einer gleichwertigen Energiemenge die 100 Meilen schaffen. "Es gibt bereits die Technologie, um supereffiziente Fahrzeuge herzustellen", sagt Goodstein. "Jetzt müssen nur die Hersteller überzeugt werden, dass sie das auch tun."

Schon vor dem offiziellen Beginn scheint der Wettbewerb ein Erfolg zu sein: Über 1000 Teilnehmer haben sich bereits angekündigt, und auch große Autohersteller wie General Motors bekunden Interesse – sie wollen die Beiträge beobachten, andere Autobauer erwägen laut New York Times auch eine Teilnahme.

Der X-Prize wurde erstmals im Jahr 2004 vergeben, damals noch mit einem weniger klimabewussten Wettbewerb: Die US-Firma Mojave Aerospace Ventures gewann 10 Millionen Dollar für den ersten Privatflieger, der ins All flog.

sto



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