Erfolgreicher Boykott Aral nimmt E5 wieder ins Angebot

Gegen den Widerstand der Verbraucher ist nichts auszurichten. Dieser Erkenntnis beugt sich jetzt auch Aral. Künftig bietet der Tankstellen-Konzern wieder das bewährte Superbenzin E5 mit fünf Prozent Ethanol an. Die Sorte E10 soll aber im Angebot bleiben.

E10-Zapfsäule von Aral: Anbieter beugen sich den wünschen der Verbraucher
dapd

E10-Zapfsäule von Aral: Anbieter beugen sich den wünschen der Verbraucher


Bochum - Angesichts des hartnäckigen Widerstands der Autofahrer, den neuen Kraftstoff E10 zu tanken, bietet Marktführer Aral an allen seinen Tankstellen wieder das herkömmliche Superbenzin E5 an. Die Mehrheit der Fahrer eines Benzinautos bevorzuge "derzeit noch" diese Kraftstoffsorte, erklärte Aral am Freitag in Bochum. Damit gibt es an den Tankstellen der BP-Tochtergesellschaft künftig E10 mit einem Biosprit-Anteil von zehn Prozent, E5 mit einem Anteil von fünf Prozent Bioethanol und 95 Oktan und das teurere und hochwertigere Superplus mit fünf Prozent Bioethanol und 98 Oktan. Dies werde "im Laufe des Jahres" an allen 2500 Tankstellen in Deutschland umgesetzt.

Auch die freien Tankstellen führen an immer mehr Tankstellen das herkömmliche Super-E5 wieder ein. "Im Moment können wir nicht an den Kundenwünschen vorbei verkaufen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands freier Tankstellen, Axel Graf Bülow, der "Welt" vom Freitag.

Viele Autofahrer lehnen den neuen Kraftstoff E10 ab, weil sie Schäden an ihrem Fahrzeug befürchten. An vielen Tankstellen konnten sie in den vergangenen Wochen aber nur das acht Cent pro Liter teurere Superplus tanken, weil die Anbieter das herkömmliche Super aus dem Angebot genommen hatten. Der ADAC hatte deshalb am Dienstag gegen fünf große Mineralölkonzerne Anzeige erstattet, darunter auch die Aral-Mutter BP. Laut dem Automobilclub hätten die Unternehmen das herkömmliche E5 nicht aus dem Angebot nehmen dürfen.

Aral kündigte am Freitag an, das Unternehmen werde die zwischenzeitlich ausgesetzte Umrüstung seiner Tankstellen auf Super E10 wieder aufnehmen. Aral gehe davon aus, dass die Autofahrer langfristig E10 mehrheitlich als preisgünstigsten und umweltfreundlichen Kraftstoff akzeptieren und so die vom Umweltministerium festgelegte Quote von 6,25 Prozent über alle Kraftstoffsorten erreicht werden könne. Erreichen die Mineralölkonzerne die Quote nicht, müssen sie Strafe zahlen. Sie rechnen bereits mit einem Betrag in dreistelliger Millionenhöhe.

Um die bislang enttäuschende Nachfrage zu vergrößern, hatte die Mineralölindustrie Ende März gefordert, Steuerentlastungen einzuführen, um den Verkaufspreis senken zu können. Doch die Regierung lehnt das ab. "Soweit ich das wahrgenommen habe, ist ja die mangelnde Akzeptanz des E10-Benzins, wenn sie überhaupt besteht, nicht auf den Preis an der Zapfsäule zurückzuführen, sondern auf andere Vorbehalte", sagte ein Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). "Insofern sehe ich nicht recht den Sinn dieser Forderung."

mik/AFP/dpa



insgesamt 66 Beiträge
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Seite 1
frubi 08.04.2011
1. .
Zitat von sysopGegen den Widerstand der Verbraucher ist nichts auszurichten. Dieser Erkenntnis beugt sich jetzt auch Aral. Künftig bietet der Tankstellen-Konzern wieder das bewährte Superbenzin E5 mit fünf Prozent Ethanol an. Die Sorte E10 soll aber im Angebot bleiben. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,755886,00.html
Der Konsument an sich sollte sich stärker seiner Macht bewusst werden. Wir geben den Konzernen das Geld und nur wir können beeinflussen, wer es letztlich kriegt. Der Konsument ist nicht unschuldig an gewissen Tendenzen.
BeitragszahlerwiderWillen, 08.04.2011
2. .
Einigkeit macht stark! So können wir doch etwas bewirken. Bei Aral tanke ich allerdings eh nicht, da bei uns immer deutlich teurer als die Konkurrenz.
archie, 08.04.2011
3. Nichts Neues
Bei uns stehen schon seit Tagen auf den Anzeigentafeln unter E10 lauter Achten und Neunen.
Leser161 08.04.2011
4. Nix verstanden
"Soweit ich das wahrgenommen habe, ist ja die mangelnde Akzeptanz des E10-Benzins, wenn sie überhaupt besteht, nicht auf den Preis an der Zapfsäule zurückzuführen, sondern auf andere Vorbehalte" Die mangelnde Akzeptanz begründet sich darin, dass den Bürgern mal wieder was aufgedrückt werden sollte ohne Sie zu fragen. Wenn man die Wahl hat geht man doch gleich viel positiver an ein Thema ran und wenn dann noch ein kleiner Bonus in Form eines um ein paar Cent niedrigeren Preises winkt....
Floersche, 08.04.2011
5. ....
---Zitat--- Doch die Regierung lehnt das ab. "Soweit ich das wahrgenommen habe, ist ja die mangelnde Akzeptanz des E10-Benzins, *wenn sie überhaupt besteht*, nicht auf den Preis an der Zapfsäule zurückzuführen, sondern auf andere Vorbehalte" ---Zitatende--- wenn sie denn überhaupt besteht? wenn akzeptanz bestehen würde, würde aral sicherlich nicht wieder e5 ins programm nehmen. die welt durch die augen der politiker.
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