Autoabgase EU wusste früh von Manipulationsgefahr

Schon vier Jahre vor der VW-Abgasaffäre wusste die EU, dass Dieselfahrzeuge erheblich mehr Stickoxide ausstoßen als erlaubt, berichtet der SPIEGEL. Warum das folgenlos blieb, soll nun ein Untersuchungsausschuss des Parlaments klären.
Rauchendes Rohr: Autos stoßen mehr Schadstoffe aus als angegeben

Rauchendes Rohr: Autos stoßen mehr Schadstoffe aus als angegeben

Foto: Peter Macdiarmid/ Getty Images

Das Joint Research Centre, der wissenschaftliche Dienst der EU-Kommission, hat schon 2011 in einer Studie weit überhöhte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen ermittelt. Keines der zufällig ausgewählten Dieselfahrzeuge hielt die von der EU gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte bei Stickoxiden unter realen Fahrbedingungen ein, berichtet der SPIEGEL. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL .)

Der Ausstoß des gesundheitsschädlichen Gases lag laut der EU-Studie bei den Dieselversionen des Renault Clio und des VW Golf um ein Vielfaches darüber. Auch beim Fiat Bravo und dem BMW 120d überstiegen die Abgaswerte die Euro-5-Norm teilweise um das Achtfache, sobald es auf Landstraßen ging.

Obwohl die Wissenschaftler eine Veränderung der Zulassungspraxis wegen der Manipulationsgefahr bei Abgastests anmahnten, geschah bis zur Aufdeckung des VW-Skandals durch die US-Umweltschutzbehörde im September wenig. Warum dies so war und wer von den möglichen Manipulationen wusste, soll nun ab Januar ein Untersuchungsausschuss des EU-Parlaments klären.