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26. August 2015, 11:41 Uhr

Fahrdienst-Vermittler

Uber setzt weiter auf das selbstfahrende Auto

Das umstrittene Unternehmen Uber mischt aggressiver als bisher bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge mit. Um zu Herstellern wie Mercedes und dem IT-Giganten Google aufzuschließen, hat das Start-up noch mehr Universitätsforscher rekrutiert.

In einigen der weltweit bekanntesten Unternehmen wird derzeit intensiv am selbstfahrenden Auto geforscht. Deutsche Hersteller wie Mercedes, Audi und BMW investieren in die Entwicklung, auch Google hat unlängst Prototypen vorgestellt. Und wie ernst es Uber mit dem Bau eines autonomen Fahrzeugs ist, beweist der Fahrdienstvermittler jetzt mit einer neuen Kooperation.

Das Start-up gab eine Kooperation mit der Universität von Arizona bekannt, bei der es vor allem um Karten und optische Sensoren gehen soll. Zudem sollen Ubers Spezialfahrzeuge in dem US-Staat zum Erstellen digitaler Karten getestet werden.

Die Firma aus San Francisco, die mehrere Milliarden Dollar von Investoren bekam, macht keinen Hehl aus ihrer Arbeit an eigenen Kartendiensten und automatisierten Autos. Es gab bereits eine Partnerschaft mit dem Robotik-Labor der Universität Carnegie Mellon in Pittsburgh (Pennsylvania), einem Vorreiter bei selbstfahrenden Fahrzeugen. Sie führte dazu, dass auf einen Schlag rund 40 Forscher einen Job bei Uber annahmen.

Selbstfahrende Fahrzeuge sind auf hochpräzise Karten angewiesen. Uber braucht zudem Karten zur Abrechnung der Fahrten über Smartphones. Dem Fahrdienstvermittler wurde auch Interesse am Kartendienst Here von Nokia nachgesagt, der am Ende an die deutschen Autobauer Daimler, Audi und BMW ging. Uber sicherte sich stattdessen große Teile des Karten-Geschäfts von Microsoft samt Kameras, Patenten und Rechenzentrum. Zudem wurde einehemaliger Chef der Google-Kartendienste engagiert.

In Deutschland hatte ein Gericht den Dienst Uber Pop verboten. Das Unternehmen darf demnach keine Fahrten anbieten, bei denen die Fahrer keine behördliche Genehmigung haben. Vorausgegangen war die Klage eines Taxi-Verbandes. Auch in anderen Ländern ist die rechtliche Einstufung des Fahrers noch das größte Problem von Uber - kein Wunder also, dass es den Unsicherheitsfaktor Mensch ersetzen will und auf autonome Fahrzeuge setzt. Experten rechnen damit, dass selbstfahrende Autos frühestens in zehn Jahren marktreif entwickelt sind.

cst/dpa

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