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09. Mai 2019, 10:45 Uhr

Absurde Verkehrswege

Es fährt ein Rad nach nirgendwo

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Viel zu schmal, kurvig oder blockiert: Manche Radwege sind einfach nur irre. SPIEGEL-ONLINE-Leser haben weitere Beispiele aus ihrem Alltag gesammelt.

Plötzlich geht es nicht mehr weiter. Ein Auto blockiert den Radweg, ein Schild steht drauf, oder eine Sperre zwingt zum Absteigen. In deutschen Städten sind Radfahrer es gewohnt zu improvisieren. Mal müssen sie sich um Hindernisse herumschlängeln, mal absteigen oder die Fortsetzung des Radwegs suchen, der gerade vor ihnen endet.

Vielfahrer aus ganz Deutschland haben nach dem SPIEGEL-ONLINE-Beitrag über kuriose Radwege auf weitere Beispiele hingewiesen. Diese zeigen auch, wie in deutschen Städten um Verkehrsraum gerungen wird. Seit Jahrzehnten kämpfen Radfahrer für mehr Platz, doch Autos werden breiter, und es gibt mehr von ihnen. Bald sollen Elektrostehroller hinzukommen, und was ist eigentlich mit den Fußgängern?

In dieser Gemengelage werden Bauämter mitunter sehr kreativ, um Radfahrern eine Spur auf der Straße oder gar eine separate Strecke bieten zu können - und scheitern dabei auf spektakuläre Weise. Die Varianten reichen von Kurz-Radwegen mit wenigen Metern Länge über Slalomstrecken um Parkbuchten herum bis hin zu schmalen Schotterpisten neben einer Leitplanke (siehe Bildergalerie).

Es mag sich um einzelne, besonders krasse Fälle handeln. Doch das große Bild bestätigt den Eindruck - das ergab die jüngste Umfrage des Fahrradclubs ADFC. Demnach ist die Zufriedenheit mit Radstrecken in Deutschland erneut gesunken - auf die Durchschnittsnote 3,9 (1 = sehr gut, 6 = schlecht). Ein weiteres zentrales Ergebnis laut ADFC: Radfahrer fühlen sich auf Fahrbahnen oder Radstreifen neben dem fließenden Autoverkehr nicht sicher.

"In Deutschland fahren eigentlich nur Menschen Rad, die leidensfähig sind", sagt ADFC-Sprecherin Stephanie Krone. Die einen trotzten der schlechten Infrastruktur, indem sie auf der Kfz-Spur im Nahkampf mit Autos und Lastern fahren. "Andere versuchen, die Radwege zu nutzen und flüchten auf den Gehweg, wenn es zu brenzlig wird." Die weniger Leidensfähigen ließen das Radfahren gleich ganz bleiben, so Krone. "Das alles ist eine Katastrophe, wenn man bedenkt, dass mehr Radverkehr politisch hocherwünscht ist."

Sehen Sie hier die irren Radwege aus der ersten SPIEGEL-ONLINE-Geschichte:

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