Fotostrecke

Absteigen, bitte: Wo Radfahrer verzweifeln

Foto: Johannes Driemler

Absurde Verkehrswege Es fährt ein Rad nach nirgendwo

Viel zu schmal, kurvig oder blockiert: Manche Radwege sind einfach nur irre. SPIEGEL-ONLINE-Leser haben weitere Beispiele aus ihrem Alltag gesammelt.

Plötzlich geht es nicht mehr weiter. Ein Auto blockiert den Radweg, ein Schild steht drauf, oder eine Sperre zwingt zum Absteigen. In deutschen Städten sind Radfahrer es gewohnt zu improvisieren. Mal müssen sie sich um Hindernisse herumschlängeln, mal absteigen oder die Fortsetzung des Radwegs suchen, der gerade vor ihnen endet.

Vielfahrer aus ganz Deutschland haben nach dem SPIEGEL-ONLINE-Beitrag über kuriose Radwege auf weitere Beispiele hingewiesen. Diese zeigen auch, wie in deutschen Städten um Verkehrsraum gerungen wird. Seit Jahrzehnten kämpfen Radfahrer für mehr Platz, doch Autos werden breiter, und es gibt mehr von ihnen. Bald sollen Elektrostehroller hinzukommen, und was ist eigentlich mit den Fußgängern?

Fotostrecke

Absteigen, bitte: Wo Radfahrer verzweifeln

Foto: Johannes Driemler

In dieser Gemengelage werden Bauämter mitunter sehr kreativ, um Radfahrern eine Spur auf der Straße oder gar eine separate Strecke bieten zu können - und scheitern dabei auf spektakuläre Weise. Die Varianten reichen von Kurz-Radwegen mit wenigen Metern Länge über Slalomstrecken um Parkbuchten herum bis hin zu schmalen Schotterpisten neben einer Leitplanke (siehe Bildergalerie).

Es mag sich um einzelne, besonders krasse Fälle handeln. Doch das große Bild bestätigt den Eindruck - das ergab die jüngste Umfrage des Fahrradclubs ADFC. Demnach ist die Zufriedenheit mit Radstrecken in Deutschland erneut gesunken - auf die Durchschnittsnote 3,9 (1 = sehr gut, 6 = schlecht). Ein weiteres zentrales Ergebnis laut ADFC: Radfahrer fühlen sich auf Fahrbahnen oder Radstreifen neben dem fließenden Autoverkehr nicht sicher.

"In Deutschland fahren eigentlich nur Menschen Rad, die leidensfähig sind", sagt ADFC-Sprecherin Stephanie Krone. Die einen trotzten der schlechten Infrastruktur, indem sie auf der Kfz-Spur im Nahkampf mit Autos und Lastern fahren. "Andere versuchen, die Radwege zu nutzen und flüchten auf den Gehweg, wenn es zu brenzlig wird." Die weniger Leidensfähigen ließen das Radfahren gleich ganz bleiben, so Krone. "Das alles ist eine Katastrophe, wenn man bedenkt, dass mehr Radverkehr politisch hocherwünscht ist."

Sehen Sie hier die irren Radwege aus der ersten SPIEGEL-ONLINE-Geschichte:

Fotostrecke

Poller, Ecken, Kanten: Radweg-Irrsinn in den Städten

Foto: David Jahn
Schreiben Sie uns!
Foto: Imago stock&people

Sie kennen selbst einen kuriosen Radweg und haben ihn selbst fotografiert? Oder Ihnen ist ein missratener Fußweg aufgefallen, auf dem Konflikte verschiedener Verkehrsteilnehmer programmiert sind? Schicken Sie uns hier Ihre Fotos und Geschichten  (Mit einer Einsendung erklären Sie sich mit einer Veröffentlichung von Foto, Text und Namen auf SPIEGEL ONLINE und sämtlichen anderen Medien der SPIEGEL-Gruppe einschließlich einer Online-Archivierung einverstanden.)

Foto: Nico Tapia/ picture alliance/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren