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Mit dem Fahrrad zur Arbeit: Basiswissen für Radpendler

Foto: Zsolt Czegledi/ dpa

Fahrrad statt Dienstwagen Umsteigen bitte

Angst vor Helmfrisur? Oder davor, verschwitzt im Büro anzukommen? Viele Pendler fahren deshalb mit dem Auto zur Arbeit statt mit dem Rad. Hier sind ein paar Ideen, die vielen das Umsteigen erleichtern würden.

Der einzige Trost im täglichen Berufsverkehrkollaps hängt direkt mit seiner Ursache zusammen: Man ist nicht allein. Rund zwei Drittel aller Berufstätigen fahren mit dem Auto zur Arbeit, über lange Staus und verstopfte Straßen muss sich niemand wundern. Wer einen Beitrag dazu leisten möchte, die Situation zu entschärfen, sollte umsteigen: Raus aus dem Wagen und rauf aufs Fahrrad.

Natürlich ist nicht jede Pendelstrecke fürs Zweirad geeignet. Manche Distanzen sind einfach zu lang, manchmal hat man zu viel zu transportieren, und bei Starkregen will man nicht mal 500 Meter auf dem Rad fahren. Aber wer lieber mehr strampelt statt nur zu sitzen, kann zum einen bereits jetzt schon seinen Arbeitgeber um Unterstützung bitten und zum anderen auf zukünftige Hilfe der Politik hoffen:

  • Denn inzwischen hat auch die Bundesregierung das Fahrrad als Lösung für das Problem verstopfter Straßen und verpesteter Luft in deutschen Städten entdeckt. So fördert der Bund im laufenden Jahr erst mal Radschnellwege mit zusätzlichen 25 Millionen Euro. Die Mittel für Radwege werden außerdem von 60 Millionen auf insgesamt 100 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt.
  • Bereits seit einigen Jahren ebnen Unternehmen ihren Angestellten den Weg für Dienstfahrräder. Wie bei Firmenwagen gilt die Ein-Prozent-Regel: Kostet also ein Fahrrad beispielsweise 2000 Euro, wird der sogenannte geldwerte Vorteil mit 20 Euro pro Monat veranschlagt und muss entsprechend des individuellen Steuersatzes versteuert werden. Im Vergleich zu einem Dienstwagen ist die Belastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer also deutlich geringer. Und der Mitarbeiter darf das Fahrrad natürlich auch privat nutzen.

"Ein arbeitsrechtlicher Anspruch auf ein Dienstrad besteht allerdings nicht", sagt Arne Bischoff vom Pressedienst Fahrrad. "Vielmehr ist es - ähnlich wie beim Dienstwagen - Teil der individuellen Vertragsverhandlungen, ob der Arbeitgeber einen Teil des monatlichen Gehalts in Form einer Rate für das Dienstrad zahlen möchte."

Mitarbeiter der Deutschen Bahn beispielsweise können sich ihr persönliches Wunschrad bei einem von 2500 Fachhändlern aussuchen und leasen. Zudem übernimmt die DB die Kosten für die Servicepauschale, in der eine jährliche Inspektion und eine Vollkaskoversicherung gegen Diebstahl enthalten ist. Auch beim IT-Konzern SAP können Mitarbeiter ein Fahrrad zu Sonderkonditionen leasen, sogar bis zu einem Wert von 10.000 Euro. Den Angestellten werden die Leasingraten drei Jahre lang monatlich vom Bruttogehalt abgezogen, wodurch sie weniger Steuern und Sozialabgaben auf das verbliebene Gehalt zahlen müssen.

Nie wieder verschwitzt an den Schreibtisch

Firmenchefs können sportliche Mitarbeiter übrigens auch noch auf andere Weise fördern: Wer mit dem Fahrrad ins Büro fährt, möchte nämlich nicht verschwitzt neben den Kollegen sitzen. Wenn im Firmengebäude kein Platz für Duschen vorgesehen ist, gibt es einfache Lösungen: Zum Beispiel hat der Metallbetrieb WSM für Unternehmen die Radstation "Bike and Business" entworfen.

Das modulare System bietet überdachte Fahrradstellplätze und auf bis zu drei Etagen auch Duschen, Umkleideräume, Ladestationen für Pedelecs und E-Bikes oder sogar einen Servicebereich mit Werkstatt und Fahrradwaschstation. Und wo mehr Mitarbeiter mit dem Rad kommen, werden automatisch Parkplätze frei, auf denen die Station aufgebaut werden kann.

Mehr dazu sowie einige praktische Neuheiten für die Fahrradsaison finden Sie in der Bildergalerie:

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Mit dem Fahrrad zur Arbeit: Basiswissen für Radpendler

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Laut Zweirad-Industrie-Verband  (ZIV) stehen in Deutschland etwa 73 Millionen Fahrräder rund 45 Millionen Autos gegenüber - an mangelnden Möglichkeiten dürfte der Umstieg also nicht scheitern. Wer noch nach dem richtigen Bike sucht, sollte ein paar Faustregeln beachten.

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