Drohende Fahrverbote Händler-Verband beklagt Preisverfall bei Dieselautos

Durch die Diskussion um Fahrverbote sinkt offenbar das Interesse an Dieselautos - und damit fallen die Preise. Der Bundesverband freier Kfz-Händler beobachtet Rückgänge um bis zu 20 Prozent.
Autohändler

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Foto: Audi

Die Preise für Dieselautos sind durch die Diskussion um Fahrverbote laut einem Autohändler-Verband massiv unter Druck. "Wir gehen davon aus, dass sich im Moment die Preise um zehn bis 20 Prozent nach unten bewegen", sagte Ansgar Klein, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes freier Kfz-Händler , am Mittwoch in Bonn. Das gelte sowohl für Neu- als auch Gebrauchtwagen. In dem Verband haben sich nach eigenen Angaben 900 deutsche Autohändler organisiert.

Klein begründete den Preisrückgang mit Blick auf Stuttgart, wo ab 2018 Fahrverbote kommen sollen, sowie ähnlichen Vorhaben in anderen deutschen Städten. "Die aktuelle Informationslage hat deutlichen Einfluss auf den Dieselmarkt", sagte er.

"Unwirksamer Aktionismus"

Andere Marktanalysen stützen diese Behauptung: Laut einer Untersuchung des Brancheninstituts CAR von Ende des vergangenen Jahres sank die Nachfrage nach Dieselautos in der Folge des VW-Abgasskandals von fast 50 Prozent Ende 2015 auf rund 44 Prozent im Oktober 2016. Prognosen zufolge wird der Dieselanteil bis zum Jahr 2018 auf weniger als 40 Prozent aller Neuwagen sinken.

Die Verbraucher seien verunsichert, sagte Ansgar Klein. Er hofft auf ein Ende der Dieseldiskussion und dass sich die Lage wieder normalisiere. Zudem warnte er vor umfangreichen wirtschaftlichen Schäden nicht nur für den Kfz-Handel, sondern generell für Gewerbetreibende, die auf ihr Auto angewiesen sind. Man sei strikt gegen Maßnahmen wie in Stuttgart. Diese, so Klein, fielen "mehr in den Bereich von unwirksamem Aktionismus, als dass sie tatsächlich der von allen gewünschten Luftreinheit dienen".

cst/dpa
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