Fahrzeugpflege Ostdeutsche Autofahrer achten mehr auf Sicherheit

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind – heißt es. Doch in Ostdeutschland weisen die Hälfte aller Wagen Mängel auf, im Westen fahren sogar zwei Drittel mit kaputten Bremsen oder zu alten Reifen. Dafür achten westdeutsche Autofahrer mehr Wert auf die Optik.


Frankfurt/Main - Ostdeutsche Autofahrer achten stärker auf den technischen Zustand ihrer Fahrzeuge als ihre Mitbürger im Westen. So sind nach Zahlen des Automobilclubs von Deutschland (AvD) im Osten knapp die Hälfte (54,5 Prozent) der Fahrzeuge mit Mängeln unterwegs, während es im Westen bereits zwei Drittel (64 Prozent) sind. Im Osten seien die Autos sicherer, obwohl der Schwerpunkt der zugelassenen Fahrzeuge mit sechs bis neun Jahren älter ist als im Westen, teilt der AvD in Frankfurt mit.

Eine Ursache dafür ist dem Club zufolge die unterschiedliche Einstellung zur Fahrzeugpflege: Im Westen würden Autos vor allem optisch gepflegt. Lack, Felgen und Innenraum stünden hier im Zentrum der Aufmerksamkeit. Wenn sich nicht eine Werkstatt um die Technik kümmert, würden technische Mängel daher erst bei einer Panne oder bei der nächsten Hauptuntersuchung entdeckt.

Im Osten hatte dagegen laut AvD die technische Materialpflege und Wartung schon zu DDR-Zeiten einen hohen Stellenwert - zwangsläufig aufgrund mangelnder Ersatzteile. Diese Einstellung habe sich nicht geändert. Noch heute würden technische Anlagen wie Bremsen und Radaufhängungen in den neuen Ländern häufiger geprüft und gewartet.

Der AvD beruft sich auf die Auswertung der Untersuchungsergebnisse seines Test-Trucks, der in den vergangenen zwölf Monaten an mehr als 50 Orten in Deutschland Station machte. Dabei wurden rund 6350 Fahrzeuge untersucht. Am häufigsten (38,5 Prozent) wurde dabei die Bremsflüssigkeit beanstandet, gefolgt von Reifenmängeln (21,5 Prozent). 16,5 Prozent der Fahrzeuge hatten Defekte an den Bremsen. Die wenigsten Mängel fanden die Prüfer bei Spureinstellungen (8 Prozent) und Stoßdämpfern (7 Prozent).



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