SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

18. Dezember 2007, 09:15 Uhr

Farbtrends

Nur noch Silber für Silber

Die Trendwende ist da, Silber ist nicht mehr die beliebteste Autofarbe in Europa. Der seit Jahren dominierende Farbton rutschte ab auf Rang zwei. Ganz oben auf der Lack-Beliebtheitsskala steht nun Schwarz. Insgesamt bleiben die Autokäufer weiter ziemlich farblos.

Das Lackfarben-Ranking in Europa ergab im zu Ende gehenden Jahr folgendes Bild: Auf Rang eins Schwarz mit 25 Prozent, gefolgt von Silber (22 Prozent), Grau (21 Prozent), Blau (12 Prozent), Weiß (8 Prozent), Rot (6 Prozent) und den übrigen Farben, die jeweils nicht mehr als zwei Prozent an den gesamten Neuzulassungen ausmachen. Als Gewinner dürfen sich die Lackfarben Schwarz und Weiß fühlen, was vor allem an der steigenden Nachfrage nach Metallic- und Perleffekt-Tönen liegt.

Voll im Farbtrend: Tokio-Hotel-Gitarrist Tom Kaulitz auf seinem schwarzen Cadillac Escalade

Voll im Farbtrend: Tokio-Hotel-Gitarrist Tom Kaulitz auf seinem schwarzen Cadillac Escalade

Auch in den USA und Japan verlor Silber die Pole-Position als beliebteste Autofarbe. Insgesamt aber bleiben die Autokäufer in den größten Märkten der Welt noch immer ziemlich farblos: Wie der eben veröffentlichte "Global Color Popularity Report 2007" des Lackherstellers Du Pont ausweist, sind - mit jeweils leicht differenzierter Beliebtheit - Schwarz, Weiß, Silber oder Grau die Top-Farbtöne in Europa, den USA, und Japan. In den USA stand erstmals Weiß (19 Prozent) vor Silber (18 Prozent) und Schwarz (16 Prozent). In Japan dominierte ebenfalls Weiß (24 Prozent) vor Silber (22 Prozent) und Schwarz (19 Prozent).

Ungebrochen ist der Silber-Boom in China, Südkorea und Brasilien, wo die schillernde Farbe den Pkw-Markt nach wie vor dominiert. Während in Brasilien und China Schwarz auf Platz zwei der Beliebtheitsskala folgt, favorisieren Südkoreaner nach Silber am häufigsten Weiß. Bei der Wahl von etwas lebhafteren Farben wiederum sind Nordamerikaner und Chinesen am mutigsten. In den USA kommt Rot mit 13 Prozent auf einen im weltweiten Vergleich hohen Anteil, in China rangiert Blau mit 14 Prozent ziemlich weit oben in der Statistik.

Wohin sich die Farbgebung der Autos in Zukunft entwickeln wird, darüber wagen die Experten von Du Pont nur zaghafte Prognosen. Ihren Vermutungen zufolge wird es aber kurz- und mittelfristig keine großen Verschiebungen geben. Gedeckte Töne werden auch weiterhin dominieren, Lackeffekte nehmen zu, so dass schwarz lackierte Autos mal rötlich, mal bläulich schimmern, oder weiße Fahrzeuge im Licht schillern wie das Perlmutt einer Muschel. Gefragt seien jedenfalls auch künftig eher dezent-elegante Farbtöne die subtil changieren. "So", heißt es im Color-Report, "erhalten die neuen Autodesigns ein modernes Charisma."

jüp

URL:


Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung