Fehlerhafte EU-Statistik Deutsche Autofahrer nüchterner als angenommen

Die EU-Polizeibehörde Tispol hatte Deutschlands Autofahrern im Dezember 2007 ein katastrophal schlechtes Zeugnis ausgestellt. Jeder zehnte Bundesbürger, so eine Mitteilung, setze sich betrunken hinter das Steuer - doch die Studie enthielt einen schweren Rechenfehler.


Tatsächlich haben nur zwei Prozent der Deutschen beim Autofahren mehr Alkohol im Blut als erlaubt. Das entspricht dem europäischen Durchschnitt, wie er sich aus einem Vergleich von Verkehrskontrollen in mehr als 20 europäischen Ländern ergibt.

Ein gegenteiliger Bericht von Tispol, der Organisation der europäischen Verkehrspolizeibehörden, von Ende Dezember beruhte auf einem Zahlendreher. Tispol hatte seinerzeit mitgeteilt, mehr als jeder zehnte deutsche Autofahrer fahre betrunken. Die Deutsche Presseagentur sendete eine entsprechende Meldung, auch SPIEGEL ONLINE berichtete.

Dabei hatte das in London ansässige Tispol-Büro jedoch zwei der von der deutschen Polizei übermittelten Zahlen vertauscht, wie der deutsche Vertreter bei Tispol, Leitender Polizeidirektor Wolfgang Blindenbacher, am Montag bestätigte.

Nach seinem Hinweis wurde die ursprüngliche Mitteilung korrigiert, die einige Tage lang auch auf der Internet-Seite von Tispol zu sehen war. Die inzwischen korrigierte Version weist aus, dass die Slowenen die trinkfreudigsten Autofahrer sind: 5,7 Prozent von ihnen haben mehr Alkohol im Blut als erlaubt.



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