Ferrari 599 GTO Rekordjäger in Rot

Der Sportwagenhersteller Ferrari geht auf Rekordjagd. Bei der nächsten großen Pkw-Messe in Peking lassen es die Männer aus Maranello Ende April wieder heftig krachen. Es debütiert der 599 GTO, mutmaßlich der schnellste Serien-Ferrari bislang.

Von Jürgen Pander


GTO, die drei Buchstaben stehen für feuerroten Lack, heiseres Motorengebrüll, horrende Summen - kurz: für atemberaubende Sportwagen der Marke Ferrari. Gran Turismo Omologato heißt das Kürzel ausgeschrieben, und bezeichnet straßenzulassungstaugliche Sportwagen, die nach den Regeln der Internationalen Motorsportbehörde nötig sind, um für die entsprechenden Rennautoversionen die Zulassung zum Motorsport zu erhalten. Solch ein Extrem-Renner wird Ferrari auf der vom 25. April bis 2. Mai stattfindenden Automesse in Peking vorstellen. Der mutmaßlich 335 km/h schnelle Supersportwagen trägt den Namen Ferrari 599 GTO.

Es handelt sich bei dem Auto um die verschärfte Variante des bereits bekannten 599 GTB Fiorano und zugleich um die TÜV-taugliche Version des Rennmodells 599XX. Es sind bislang nur Details durchgesickert zum Auto und seiner Technik, doch die lassen aufhorchen. Der 6-Liter-V12-Motor wird eine Leistung von rund 700 PS entwickeln und dazu ein maximales Drehmoment von 620 Nm liefern. Weil zugleich dünnere Fenster und Aluminiumbleche zum Einsatz kommen - darüber hinaus soll es noch andere Leichtbauelemente geben - wird das Gewicht des 599 GTO bei 1605 Kilogramm liegen.

Das sind knapp hundert Kilo weniger als beim normalen Sportwagen, und gepaart mit dem potenteren Antrieb ergeben sich daraus haarsträubende Fahrwerte. Die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 soll in 3,35 Sekunden - in diesen Kreisen nimmt man es bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma genau - möglich sein, die Höchstgeschwindigkeit soll jenseits der 335-km/h-Marke liegen. Wirklich wichtig ist das eigentlich nicht, denn es ist auf jeden Fall weitaus mehr als unter normalen Umständen möglich.

Die Theorie des Supersportwagenwesens lässt sich noch ein wenig weiter treiben. Etwa dadurch, dass ein Durchschnittsverbrauch von 17,5 Liter und damit ein CO2-Ausstoß von 411 Gramm je Kilometer kolportiert werden. Man wird derartige Werte wohl nur bei Schleichfahrt erreichen können, aber dafür ist ein Auto mit einem Sechsgang-Getriebe aus der Formel 1, mit Keramikbremsen und einem ultrastarken Motor wohl kaum geeignet.

Der Klassiker aus den frühen Sechzigern erzielt heute Millionen

Die legendären GTO-Modelle aus Maranello sind allesamt Preziosen des Autobaus. 1986 trug mit dem Typ 288 GTO letztmals ein Sportwagen dieses Kürzel. Erstmals zuteil wurde es 1962 dem Ferrari 250 GTO. Der hinreißende Rennwagen, gestaltet von Karosseriebauer Bizzarrini, wurde binnen drei Jahren lediglich 39-mal gebaut. Die 3-Liter-Zwölfzylindermotoren der Wagen leisteten rund 300 PS. Autos, die trotz ihrer unbändigen Kraft bis heute überlebt haben, erzielen Höchstpreise. Bei einer Auktion vor zwei Jahren wurde ein Modell für angeblich 28,5 Million Dollar versteigert - so teuer war noch kein Auto zuvor.

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Dagegen ist der neue Ferrari 599 GTO ein Sonderangebot. Ein konkreter Preis wurde zwar noch nicht genannt, doch gelten rund 300.000 Euro als solide Schätzmarke. Das Geld dürfte damit für den Kreis der etablierten Ferrari-Kundschaft das geringere Problem sein; eher schon die Tatsache, dass vom neuen Superauto lediglich 599 Exemplare gebaut werden sollen. Da heißt es wohl auch für Millionäre: schnell und beherzt zugreifen.



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
sampleman 12.04.2010
1. Was soll eigentlich dieser Mäkel-Ton?
Ich verstehe den Herrn Pander nicht. Wenn er - dieser Meinung kann man durchaus sein - den neuen Ferrari als höchst überflüssiges Öko-Ärgernis sieht, dann könnte er schlicht und einfach davon Abstand nehmen, über dieses Auto zu berichten. Schließlich wird der Wagen nur 599mal gebaut, ist also irrelevant für den deutschen Pkw-Markt. Oder er schreibt einen Kommentar, warum es ihn ärgert, dass Ferrari ein solches Auto baut. Aber dass er wie ein sendungsbewusster Sozialtherapeut immer wieder seine Abneigung gegen dieses Fahrzeug in und zwischen die Zeilen drückt, ist vor allem eins: handwerklich schlechter Journalismus. Denn guter Journalismus rtennt zwischen Nachricht und Meinung
MGFirewater, 12.04.2010
2. daten stehen bereits im internet
man muss nicht mehr um die daten/fahrleistungen mutmaßen! diese stehen bereits unter http://www.ferrari.com/English/GT_Sport%20Cars/CurrentRange/599-GTO/Performances-Figures/Pages/Technical-Sheet-599-GTO.aspx
kallä123 12.04.2010
3. Ich versteh es
Zitat von samplemanIch verstehe den Herrn Pander nicht. Wenn er - dieser Meinung kann man durchaus sein - den neuen Ferrari als höchst überflüssiges Öko-Ärgernis sieht, dann könnte er schlicht und einfach davon Abstand nehmen, über dieses Auto zu berichten. Schließlich wird der Wagen nur 599mal gebaut, ist also irrelevant für den deutschen Pkw-Markt. Oder er schreibt einen Kommentar, warum es ihn ärgert, dass Ferrari ein solches Auto baut. Aber dass er wie ein sendungsbewusster Sozialtherapeut immer wieder seine Abneigung gegen dieses Fahrzeug in und zwischen die Zeilen drückt, ist vor allem eins: handwerklich schlechter Journalismus. Denn guter Journalismus rtennt zwischen Nachricht und Meinung
Ich kann es nachvollziehen. Diese knapp 600 Autos sind absolut gesehen sicher nicht das Problem. Aber zum einen gibt es nicht nur diese altmodische Kiste, für Menschen, die eine Persönlichkeitsprotese brauchen sondern deutlich mehr. Und es ist einfach die hedonistische Einstellung, die durch so ein Gefährt genährt wird. Das wird dann je nach Einkommen herunterskalliert. Und ganz ehrlich es ist doch angesichts der großen Verknappung unserer Ölreserven asozial sich herauszunehmen Öl so sinnlos zu verschießen. Es können sich bei weit überschritenem Peak Oil nur noch reiche die Vergnügen leisten und es wird starke Einschränkungen für den Normalverdiener ergeben. Das hat erstmal gar nicht viel mit ökologischm Bewusstsein zu tun. Das jemand mehr Luxus hat als jemand anderes ist OK (finde ich), aber nicht dass man gedankenlos auf Kosten anderer seinen hedonistischen Trieben nachzugeht.
Michael KaiRo 12.04.2010
4. über 400 km/h ist angesagt :-)
Zitat von sysopDer Sportwagenhersteller Ferrari geht auf Rekordjagd. Bei der nächsten großen Pkw-Messe in Peking lassen es die Männer aus Maranello Ende April wieder heftig krachen. Es debütiert der 599 GTO, mutmaßlich der schnellste Serien-Ferrari bislang. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,688495,00.html
Und wieder nicht schneller als das schnellste (ehemalige) Serienfahrzeug aus Nürnberg :-)
einszweidrei, 12.04.2010
5. Sportlich?
Und wieder ein "Supersportler" mit Frontmotor. Man fragt sich, warum die Formel 1-Ferrari noch mit Mittelmotor hinter dem Fahrersitz gebaut werden, wenn doch der "sportlichste" Ferrari einen Frontmotor besitzt? Der 288 GTO war ein geiles Auto, der F40 auch. Der 599 GTO ist eher ein Blender mit Designer-Innenraum, bequemem Einstieg (auch für die Gattin), elektronischen Fahrhilfen, Automatikgetriebe und genügend Kofferraum für die unvermeidliche Golfausrüstung.
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