Ferrari als Tretauto Der Bambini-Bolide

Italiener haben ein Herz für Kinder. Sogar der Sportwagenhersteller Ferrari, der nicht gerade für seine Familienautos bekannt ist, kümmert sich liebevoll um den Nachwuchs: Das feuerrote Go-Kart aus Maranello orientiert sich optisch wie preislich an den großen Rennwagen.


Wer mit diesem Tretmodell vorfährt, ist der Held des Kindergartens. Pünktlich zur Beginn der Freiluft-Spiel-Saison bringt Ferrari im März gemeinsam mit dem Spielwarenhersteller Berg Toys ein Gokart an den Start, neben dem gewöhnliche Kettcars zu Allerweltsvehikeln verblassen. Dafür sorgen nicht nur eine ferrarirote Lackierung, Spoiler und die schnittige Verkleidung des Monoposto, sondern vor allem seine aufwendige Technik.

Ferrari-Tretauto: Nachwuchsförderung mit dem Segen aus Maranello

Ferrari-Tretauto: Nachwuchsförderung mit dem Segen aus Maranello

So sitzt der Fahrer - fast wie früher Schumi auf der Kartbahn - in einer verstellbaren, gepolsterten Rennschale, über die sich - Sicherheit geht vor - zwei Hosenträger-Gurte spannen. Das Lenkrad sieht aus, als wäre es aus Leder. Wo ein echter Ferrari ein Cockpit mit einem halben Dutzend Rundinstrumente hat, trägt die Miniatur immerhin einen Bordcomputer für Tempo und Wegstrecke, und eine Beleuchtung bringt jugendliche Raser auch nachts sicher nach Hause.

Der Tret-FXX steht wie Papis Auto auf schlauchlosen, mit Luft gefüllten Superslick-Reifen mit einem Außendurchmesser von gewaltigen 43-Zentimetern, die auf elegante 12-Zoll-Rennfelgen aus Aluminium aufgezogen sind. Und wer genau hinschaut, der sieht dazwischen die Scheibenbremsen durchscheinen, mit denen der Gokart wahrscheinlich schneller steht als mancher Pkw.

Gefragt sind schnelle Beine - und lautes Brummbrumm

Auch für die Kraftübertragung setzen die Partner auf High-Tech. Zwar wird der Ferrari für den Filius ausschließlich von Muskelkraft angetrieben, und an die Acht- oder Zwölfzylinder aus Maranello erinnert allenfalls das Kreischen des Nachwuchs-Rennfahrers beim Anfahren. Doch hilft den Kleinen ein ausgeklügeltes Siebengang-Getriebe beim zügigen Fortkommen: Wer vorwärts tritt, fährt vorwärts - klar. Sobald aber dem kleinen Racer die Puste ausgeht und er das Treten einstellt, wird der Freilauf aktiviert, so dass sich die Pedale auch bei voller Fahrt nicht mitdrehen. Wer dagegen rückwärts tritt, wechselt automatisch in einen von sieben Rückwärtsgängen und wird so zum flotten Stuntfahrer.

Das Vergnügen hat - wie könnte es bei diesem Namenspaten auch anders sein - einen stattlichen Preis. Mit 1499 Euro ist die "Exklusiv"-Variante des Bambini-Boliden fast so teuer wie mancher Gebrauchtwagen. Deshalb gibt es für Sparer auch eine abgespeckte Version, die aber noch immer 499 Euro kostet. Und ganz egal mit welchem Modell der Ferrari-Fahrer seinen Familiensinn beweisen möchte - ein Problem hat er mit beiden Versionen: Für den Weg vom Spielwarenhändler nach Hause muss er sich einen anderen Wagen leihen. Denn in einen echten Ferrari passt die Miniatur für den Filius auf keinen Fall.



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.