Ferrari-Fernfahrt Im Zwölfzylinder durch Indien

Ferrari sucht das Abenteuer. Oder jedenfalls das, was für einen Hersteller sehr teurer und exklusiver Sportwagen eben abenteuerlich ist. Zum Beispiel eine rund 11.000 Kilometer lange Fernfahrt quer durch den indischen Subkontinent mit zwei Autos vom Typ 612 Scaglietti.


Dauernd im Kreis zu fahren, ist offenbar auch für Ferrari, die Kernmarke der Formel 1, ein bisschen zu wenig. Und so ließen die Roten aus Maranello aus Marketing-Gründen die gute alte Idee der Auto-Fernfahrt wieder aufleben. Zum 50. Geburtstag der Marke im Jahr 1997 fuhr ein F 355 einmal um die ganze Welt. Vor drei Jahren tourten zwei 612 Scaglietti rund 24.000 Kilometer kreuz und quer durch China. 2006 kurvten zwei Modelle vom Typ 599 GTB zirka 20.000 Kilometer weit von den brasilianischen Stränden bis an die Ostküste der USA. Nun ist wieder eine Extratour gestartet.

Die Strecke führt in einer gewaltigen, 11.000 Kilometer langen Schleife durch den indischen Subkontinent von Mumbai in 72 Tagen und zwölf Etappen über Goa, Bangalore, Kalkutta, Neu Delhi, Jaipur und Jodhpur wieder zurück nach Mumbai. Gefahren wird mit zwei Autos in dezent indischem Design vom Typ 612 Scaglietti. Die Modelle mit Zwölfzylindermotor und einer Leistung von 540 PS - Stückpreis in Deutschland ab 215.100 Euro - werden während der Reise von insgesamt 50 Journalisten gefahren. Schließlich soll der zum Event stilisierte Trip durch Indien möglichst breit wahrgenommen werden.

Ferrari betont, dass die Autos für die lange Reise nur unwesentlich aufgerüstet wurden. So wurde der normale Unterbodenschutz aus Plastik durch vier Millimeter dickes Aluminium ersetzt. Außerdem wurde das Fahrwerk ein wenig höher gelegt, um auch auf gröberen Straßen in der indischen Provinz ohne Aufsetzer voranzukommen. Da Ferrari auf jeden Fall sicher gehen möchte, dass die sensiblen Hochleistungs-Sportwagen unbeschadet und vor allem auf eigener Achse die Tortur überstehen, haben die Autos ein Begleittross aus acht Fahrzeugen im Schlepp. Darunter fünf Tata-Modelle, zwei Fiat und einen Werkstatt-Lkw von Iveco.

Weil Ferrari die Fernfahrt vor allem organisiert, um feine, aber doch ungewöhnliche Bilder zu generieren, werden die Gastfahrer in den beiden Ferrari passend eingekleidet. In einer Mitteilung der Italiener heißt es, die Fahrer würden "sophisticated colonial-style khakis" tragen sowie spezielle, von Borsalino hergestellte Tropenhelme. Wem also demnächst in Indien zwei Ferrari mit spleenig gekleideten Insassen begegnen - der hat die "Ferrari Magic India Discovery" leibhaftig gesehen.

jüp



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.