Ferrari und Co. Reichtum auf Rädern

Sie heißen Bentley und Rolls-Royce, Ferrari und Lamborghini, Porsche und Mercedes: Doch Autos zum Preis eines Ferienhauses bleiben für die meisten ein unerfüllter Traum. Der automobile Adel auf einen Blick.


Die Frage ob es eher eine Segeljacht, ein Haus oder doch ein Auto sein soll, stellt sich für Normalverbraucher eher selten. Bei den wirklich Reichen sind solche Fragen dagegen nicht unüblich. Denn mit Preisen weit jenseits der Halb-Millionen-Grenze konkurrieren automobile Statussymbole schnell mit schicken Booten, Privathubschraubern oder Ferienvillen.

Teurster Italiener: Der Lamborghini Diablo GT

Teurster Italiener: Der Lamborghini Diablo GT

Die ehrwürdigsten Mitglieder des automobilen Adels kommen traditionell aus England - wenngleich die Gewinne von Rolls-Royce und Bentley mittlerweile nach Wolfsburg fließen. Weil VW-Chef Ferdinand Piëch Rolls-Royce aber wohl in zwei Jahren an BMW weiterreichen muss, hat er die Modellpalette schon entsprechend umgebaut. So gebührt der Lorbeer für das teuerste Auto am Markt einem Bentley - dem Continental SC Mulliner-Coupé. Immerhin 724.800 Mark sind dafür auf den Tisch des Hauses zu legen.

Dafür bekommt der Kunde 25 gut ausgestattete VW Golf - ohne dabei einen Mengenrabatt in Anspruch zu nehmen. Wer auf die edle Mulliner-Ausstattung verzichten kann, spart einen Golf und bekommt das Coupé "schon" für 690.000 Mark.

Es folgt Rolls-Royce, dessen Corniche Cabrio für 685.000 Mark immerhin den derzeit teuersten Platz an der Sonne verspricht. Wem das geflügelte B oder die Emily auf dem Kühlergrill zu protzig erscheinen, der kann seinen Luxus ganz dezent mit einem Aston Martin V8 Vantage für 493.756 Mark demonstrieren.

Teuerster Deutscher: Der BMW Z8

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Derweil die luxuriösen Limousinen, Coupés und Cabrios aus dem Königreich die Topplätze einnehmen, müssen sich Vertreter des deutschen Automobiladels mit den hinteren Plätzen begnügen. Dazwischen platzieren sich eine Reihe potenter Sportwagen aus Italien, bei denen sich der hohe Preis vor allem mit exklusiver Technik und brachialer Leistung rechtfertigt.

Bestes Beispiel ist der Lamborghini Diablo GT, der immerhin 560.000 Mark kostet - das sind bei 575 PS fast 1000 Mark pro Pferdestärke. Mit deutlichem Abstand folgt als teuerster Ferrari der 456 M für 362.000 Mark. Auch der De Tomaso Guara ist mit knapp 230.000 Mark beileibe kein Schnäppchen.

Die deutschen Marken geben sich - vor der Premiere des Mercedes Maybach, des Mercedes SLR oder des Porsche 980 - noch recht bescheiden. Mit einem Preis von 235.000 Mark ist der Luxusroadster BMW Z8 als teuerstes Modell aus Deutschland fast ein Sonderangebot. Das gilt auch für den Porsche 911 Turbo, der in der nationalen Wertung mit einem Grundpreis von 234.900 Mark knapp auf Platz zwei landet.

Zum Preis von 229.900 Mark schon fast ein Schnäppchen: Der Ferrari 360 Modena

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Die eigentlich für automobilen Luxus berühmten Schwaben von Mercedes müssen sich mit 227.128 Mark für das große Coupé CL 600 vorerst mit dem dritten Platz begnügen. Rechnet man jedoch das beim Mercedes-Haustuner AMG aufgerüstete Sondermodell CL 55 für 330.000 Mark mit ein, gebührt die zweifelhafte Ehre des Teuersten doch wieder dem Stern.

Doch weitere Luxusliner sind bereits in Sicht: Bei Porsche steht der Geländewagen Cayenne in den Startlöchern, BMW denkt über eine Zwölfzylinderversion des X5 nach, und Audi will zum Herbst den A8 ebenfalls mit einem Zwölfzylinder aufwerten. Selbst VW steigt kommendes Jahr in die Luxusklasse ein: Mit der Limousine D1 wird vermutlich alles andere als ein Wagen fürs (gemeine) Volk vorfahren.

Bildergalerie: Der automobile Adel
Überblick: Die teuersten Autos in Deutschland



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