Fiat Bravo Tapfer bleiben

In der Kompaktklasse hat Fiat seit Jahren das Glück verlassen. Die Modelle Brava und Bravo kamen hierzulande nie richtig in Fahrt. Der Absatz des kantigen Nachfolgers Stilo stotterte ebenfalls. Nun soll ein neues Modell unter dem alten Namen Bravo frisch attackieren.


Die Strategie zur Einführung des neuen Modells scheint exakt durchgeplant. Gerade hat Fiat Stufe eins der Marketingkampagne gezündet und erste Fotos des neuen Bravo veröffentlicht. Zeitgleich verlautet aus Turin, dass das neue Auto am 29. Januar 2007 in Rom seine internationale Premiere erleben werde. Und kurz darauf soll der europaweite Verkauf des Bravo beginnen. Der Wagen solle im "wichtigsten Segment des europäischen Automobilmarktes zum Bezugspunkt werden und dort den Ton angeben", posaunt Fiat selbstbewusst.

Doch das dürfte schwierig werden, denn die Kompaktklasse ist zugleich das am dichtesten mit Modellen bestückte und somit am härtesten umkämpfte Marktsegment. In Deutschland jedenfalls werden die Italiener keineswegs gleich den Ton angeben. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg 2795 Fiat Stilo neu zugelassen. Vom Audi A3 waren es beispielsweise 56.790 Modelle – ganz zu schweigen von den etwa 170.000 in diesem Zeitraum verkauften VW Golf.

Fiat wird den neuen Bravo, der auf den ersten Bildern elegant, schwungvoll und wohlproportioniert wirkt, zunächst als Fünftürer anbieten. 4,34 Meter lang und mit einem erstaunlich großen Kofferraum von 400 Liter Fassungsvermögen. In einer ersten Vorstellung des Autos versprechen die Italiener ein "optimales Zusammenspiel von Schönheit und Substanz" und erklären, das neue Modell werde sich auszeichnen durch die "Wertigkeit der Materialien und die Sorgfalt der Detailverarbeitung". Eine technische Neuheit beim kommenden Bravo wird die neue Generation von Benzin-Turbomotoren sein, die den Namen T-Jet tragen. Die aufgeladene Maschine mit 1,4 Liter Hubraum wird es in Leistungsstufen mit 120 und 150 PS geben. Dazu gesellen sich in der Antriebspalette die bereits bekannten Turbodiesel mit 90, 120 oder 150 PS.

Neues Logo mit "rubinrotem" Hintergrund

Parallel zum frischen Kompaktmodell wird Fiat auch sein Markenlogo renovieren – zum insgesamt 15. Mal in der inzwischen mehr als hundertjährigen Geschichte. Die letzte Neuerung kam mit der Einführung des damals neuen Punto 1999, mit dem die "Fabbrica Italiana di Automobili Torino" ihren 100. Geburtstag beging. Zu diesem Anlass wurden die bis dahin acht Jahre gültigen fünf Schrägstriche in der Kühlermaske der Fiat-Modelle durch ein kreisrundes Logo abgelöst, auf dessen blauen Grund in silberner Schrift der Name Fiat zu lesen war.

Mit dem neuen Bravo wird der Hintergrund des Markenemblems rot. Das gab es erstmals bereits 1931 beim Fiat 525, später, in den sechziger Jahren, trugen vor allem die sportlichen Modelle das rote Logo. Nun erlebt es eine Renaissance – und dem Bravo geht es ja ganz genauso. Fiat-Markenvorstand Luca De Meo sagt dazu: "In diesem entscheidenden Umfeld dynamischer Entwicklung wollen wir ein Zeichen setzen und auch unser Markenlogo erneuern. Es steht als Signal für die Wiederbelebung." Die ist bei Fiat vor allem in der Kompaktklasse dringend nötig.

jüp



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