Partnerschaft mit BMW Fiat Chrysler beteiligt sich an Bündnis für Roboterautos

Als erster Hersteller tritt Fiat Chrysler der BMW-Allianz für selbstfahrende Autos bei. Damit wächst das Bündnis gegen mächtige IT-Rivalen aus dem Silicon Valley.
Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne

Foto: Rebecca Cook/ REUTERS

Fiat Chrysler will künftig gemeinsam mit BMW  und dem US-Chipspezialisten Intel Assistenzsysteme für selbstfahrende Autos entwickeln. Der italienisch-amerikanische Konzern mit Marken wie Fiat, Chrysler, Jeep und Alfa Romeo tritt dafür als erster Autohersteller der im vergangenen Jahr gegründeten Allianz bei, wie die Firmen mitteilten. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden. Dem Bündnis gehört auch das israelische Kamera-Unternehmen Mobileye an.

Autonom lenkende Autos, die fast ohne das Zutun des Fahrers ihre Strecken zurücklegen, gelten als eines der großen Zukunftsthemen in der Autoindustrie. Anstrengungen der IT-Riesen Google und Apple, selbst Roboterwagen auf die Straße zu bringen oder sich auf die Rolle als Zulieferer für Roboterwagen-Technologie zu konzentrieren, hatten die traditionellen Autokonzerne aufgeschreckt - nicht zuletzt wegen des Software-Knowhows und der Finanzstärke der amerikanischen IT-Riesen. So beträgt der aktuelle Börsenwert von Apple mehr als 711 Milliarden Euro - zum Vergleich: BMW liegt bei knapp 53 Milliarden, Fiat Chrysler bei weniger als 17 Milliarden.

"Um die Technologie für autonomes Fahren voranzubringen, sind Partnerschaften unter Autoherstellern, Technologieanbietern und Zulieferern unverzichtbar", sagte Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne. Fiat Chrysler werde technische Kompetenz in die Partnerschaft einbringen - dazu sollen Ingenieure der Konzerne zusammenarbeiten - in Deutschland und an den Standorten der anderen Konzerne. BMW schafft dafür einen eigenen Campus bei München, wo nach Fertigstellung mehr als 2000 Ingenieure am automatisierten Fahren arbeiten sollen.

Andere Autohersteller sollen die Technologie kaufen können

Bis 2021 sollen erste selbstfahrende Fahrzeuge in Serie gehen, BMW kündigte bereits im vergangenen Jahr den iNext an - ein Elektroauto, das sich auch autonom fortbewegen kann. Bis dahin soll die Technologie an Bord für autonome Autos weiterentwickelt und später anderen Herstellern zum Kauf angeboten werden. Eine Testflotte von Roboterautos ist bereits in Deutschland und den USA unterwegs, bis zum Ende des Jahres sollen es 40 Fahrzeuge sein, heißt es bei BMW.

In dem Bündnis will jedes Unternehmen seine eigenen Stärken einbringen - Mobileye etwa gilt als Pionier der Kamera-basierten Erkennung von Fahrsituationen auf der Straße, Intel will die Rechenpower liefern, die in selbstfahrenden Autos der Zukunft vonnöten ist. Intel ist gerade in der Endphase der milliardenschweren Übernahme von Mobileye. Der Kooperation der Unternehmen hatten sich zuletzt auch die Zulieferer Continental und Delphi angeschlossen. Als sogenannte Systemintegratoren sollen sie dafür sorgen, dass Kamerasysteme, Sensoren und komplexen Steuerungseinheiten in den Autos reibungslos miteinander und dem Fahrer kommunizieren.

Mit Partnerschaften wollen Konzerne aus der Autoindustrie vor allem die nötigen Milliardeninvestitionen für technische Entwicklungen auf mehrere Schultern verteilen. Der Stuttgarter BMW-Rivale Daimler gab im Frühjahr bekannt, mit dem Zulieferer Bosch bis Anfang des kommenden Jahrzehnts völlig autonom fahrende Autos für den Stadtverkehr auf den Markt zu bringen. Damit sich die Ausgaben in Forschung und Entwicklung rechnen, ist es für die Partner wichtig, dass die gemeinsame Technologie letztlich in möglichst vielen Autos zum Einsatz kommt.

mhu/Reuters/dpa