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Zusammen mit BMW Start-up entwickelt erstes Wasserstoff-Flugtaxi

Die US-Firma Alaka'i Technologies hat zusammen mit BMW ein Flugtaxi mit Brennstoffzelle gebaut. Der Wasserstoffantrieb soll eine Reise von Hamburg nach München ermöglichen - ohne Zwischenlandung.

Nach Daimler und Audi steigt nun auch BMW in das Geschäft mit Flugtaxis ein. Zusammen mit dem US-Start-up Alaka'i Technologies hat BMW-Designworks ein Flugtaxi mit Wasserstoffantrieb entwickelt. Es bietet Platz für fünf Passagiere, wird von sechs Elektromotoren angetrieben und kann bis zu vier Stunden in der Luft bleiben.

Das Besondere am Skai - so der Name der Passagierdrohne - ist der Antriebsstrang. Hier verwendet das Start-up einen Brennstoffzellenantrieb, der die nötige Energie für die Rotoren liefert und mit Wasserstoff betankt werden muss. Die Konkurrenz nutzt hierfür bislang große, schwere Akkus als Energielieferanten. Ein Pfund komprimierter Wasserstoff enthalte 200-mal mehr Energie als eine gleich schwere Batterie, begründet Firmengründer Brian Morrison die Wahl für den Wasserstoffantrieb.

Nonstop von Hamburg nach München

Laut dem Unternehmen fassen die Tanks zwischen 200 und 400 Liter Wasserstoff, die für eine Strecke von 644 Kilometern ausreichen sollen - das entspricht theoretisch der Luftlinie von Hamburg nach München. Innerhalb von zehn Minuten könnten die Tanks neu befüllt werden.

Fotostrecke

Prototyp: Erstes Flugtaxi mit Wasserstoffantrieb

Foto: Skai

Zudem habe die Drohne, die zu großen Teilen aus Karbonverbundwerkstoffen gefertigt ist, ein vergleichsweise geringes Gesamtgewicht, wodurch sich die Reichweite weiter erhöhe. Die Nutzlast des Fluggeräts soll 454 Kilogramm betragen.

Der Strom wird in drei Brennstoffzellen erzeugt, die wiederum sechs Elektromotoren mit jeweils 100 Kilowatt Leistung antreiben. Laut Hersteller kann das Flugtaxi auch beim Ausfall von zwei Rotoren noch zum Zielort fliegen. Für den Ernstfall gibt es einen Fallschirm an Bord, der das Fluggerät sanft zu Boden gleiten lässt.

Erstflug steht "unmittelbar" bevor

Die Höchstgeschwindigkeit soll laut Alaka'i bei bis zu 190 km/h liegen. Deutlich effizienter sei aber eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 137 km/h. Konkurrenten wie Lilium, Bell und Boeing versprechen für ihre Flugtaxis Geschwindigkeiten von mehr als 250 km/h. Der Skai ist dagegen auf Effizienz ausgelegt, da das Unternehmen für die meisten Flüge von Entfernungen zwischen 16 bis 241 Kilometer ausgeht.

Obwohl das Flugtaxi vollautonom fliegen kann, muss bei ersten Testflügen aus Sicherheitsgründen noch ein Pilot mit an Bord sein. Erhält das Fluggerät dann die Zulassung, will das Start-up es für den regulären Passagiertransport, aber auch als Rettungsflugzeug beispielsweise bei Naturkatastrophen einsetzen.

Immer mehr Unternehmen sehen im Flugtaxi ein Transportmittel der Zukunft. Experten meinen, dass sie bald auch in Deutschland an den Start gehen könnten. Über einen Serienstart des Skai sagt Alaka'i bisher noch nichts . Allerdings stehe der Erstflug unmittelbar bevor, wie ein Sprecher des Unternehmens bestätigte.

cfr
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