Studie zu Mobilität der Zukunft Flugtaxis könnten ab 2025 den Testbetrieb in Deutschland aufnehmen

In wenigen Jahren könnten Flugtaxis laut einer Studie Realität werden - auch in Deutschland. Während Audi und Daimler an Prototypen arbeiten, bereitet sich der Frankfurter Flughafen bereits auf die Robo-Flieger vor.
Passagier-Drohne Volocopter 2x

Passagier-Drohne Volocopter 2x

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Bereits in sechs Jahren könnten die ersten Flugtaxis in den großen Metropolen zu einem gängigen Verkehrsmittel werden - das zumindest sagt eine Studie der Unternehmensberatung Horváth. Bis zum Jahr 2050 soll es demnach schon drei Millionen Flugtaxis weltweit geben. In asiatischen Großstädten wie Shanghai, Peking oder Manila sehen die Studienautoren Potenzial - aber auch in Deutschland.

"Schon 2025 werden Flugtaxis in großen Städten auf ersten, festgelegten Routen Passagiere transportieren", prognostiziert Dr. Daniel Guffarth, Studienleiter und Mobilitätsexperte bei Horváth & Partners. Autonomes Fliegen und autonomes Fahren stünden demnach künftig parallel als neue Fortbewegungsart zur Verfügung.

Dass Flugtaxis in wenigen Jahren Realität werden könnten, zeigten auch die Projekte großer Firmen aus der Mobilitäts- und Technologiebranche. Schlüsselspieler sind laut der Studie, die US-Firmen Intel, Uber, und Microsoft, der französische Flugzeughersteller Airbus, Tencent aus China aber auch die deutschen Autohersteller Audi und Daimler.

Audi und Daimler entwickeln Flugtaxi

Das Gemeinschaftsunternehmen von Audi mit dem Flugzeugbauer Airbus entwickelt derzeit einen autonomen elektrischen Kleinwagen, an den eine Flugeinheit mit vier Rotoren andocken kann. Daimler wiederum ist am Start-up Volocopter beteiligt, das einen Elektro-Helikopter auf Kufen mit 18 kleinen Propellern entwickelt.

In einer ersten Phase werden sich Flugtaxis laut der Studie ab 2025 in Großstädten ab zehn Millionen Einwohnern und in Metropolregionen mit ähnlicher Bevölkerungsdichte etablieren. In Deutschland eigneten sich dafür stark strapazierte Pendlerstrecken als Pilotstrecken, zum Beispiel in der Rhein-Ruhr-Region. Generell seien in Deutschland neben innerstädtischer Mobilität auch Stadt-Land- oder Stadt-Stadt-Verbindungen zur Entlastung des Berufsverkehrs von Bedeutung. Ein Großteil der täglich 2000 Staus - ein neuer Rekordwert aus dem Gesamtjahr 2018 - entfallen demnach auf den Berufsverkehr.

Frankfurter Flughafen bereitet sich auf Flugtaxis vor

Der Flughafen in Frankfurt bereitet sich sogar schon jetzt auf Starts und Landungen von Flugtaxis vor. Am größten deutschen Flughafen prüft der Betreiber Fraport gemeinsam mit dem Hersteller Volocopter, wie das drohnenähnliche Verkehrsmittel in den Flughafenbetrieb integriert werden kann. Es soll eine schnelle Verbindung durch die Luft vom Flughafen zu zentralen Punkten des Rhein-Main-Gebiets ermöglichen. Eine Fraport-Sprecherin nannte einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren bis zur Aufnahme eines Regelverkehrs. Zunächst müssten Sicherheitsfragen und technische Voraussetzungen mit allen Beteiligten abgeklärt werden

Wann und wo die autonomen Flugkapseln zuerst unterwegs sein werden, hängt laut der Studie dabei aber auch anderen Faktoren ab. Ein wichtiger Punkt ist beispielsweise die Häufigkeit von Staus: Je schlimmer die Verkehrssituation, desto eher würden die Menschen in die Luft ausweichen. Dazu kommen Faktoren wie lokale Transportkosten, politische Stabilität und die Offenheit gegenüber technologischen Innovationen.

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Laut Studie gibt es derzeit in weltweit fünfzig Städten Vorreiterprojekte für Flugtaxis. Demzufolge soll die Nachfrage bis 2035 rund 15 Millionen Flugstunden betragen, wofür 23.000 Flugtaxis benötigt werden. 2050 soll die Nachfrage dann bereits auf drei Milliarden Flugstunden gestiegen sein.

Bis 2050 werden sich Flugtaxis laut Horváth auf Städte mit fünf Millionen Einwohnern ausbreiten, bis 2070 dann auch auf Städte mit 600.000 Einwohnern. Somit würde sich die Technologie erst vergleichsweise spät in Deutschland verbreiten. Zuvor müssten zudem noch die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden, die in Deutschland vergleichsweise streng sind.

"In zahlreichen Städten weltweit werden Teststrecken für Flugtaxis eingerichtet. Sobald die ersten Pilotprojekte erfolgreich sind, wird sich auch in Deutschland die Politik für Versuchsstrecken und Betriebsrouten öffnen und die erlassenen Restriktionen, die vor allem auf Hobby-Drohnen gemünzt sind, anpassen", sagt Guffarth.

cfr/sid