Versteigerung von Ufo-Auto Ford Beatnik Unter der Haube

Es schwebt über die Straßen, die Passagiere sitzen unter einer Kuppel: Ufo-gleich stellte man sich in den Fünfzigerjahren das Auto der Zukunft vor. Gary Fioto aus den USA träumt diesen Traum bis heute.

Patrick Ernzen /Auctions America

Die Zukunft von Autos war in den Fünfzigerjahren bereits klar gezeichnet: In von Ufos inspirierten Fahrzeugen führen - oder noch besser schwebten - wir demnach heute über unsere Straßen, die Passagiere dabei unter großen Glaskuppeln sitzend.

So zumindest erträumten sich damals die Erfinder der Zeichentrickserien "Die Jetsons", aber auch Hersteller wie Ford und General Motors die Autos von heute.

Ganz so ist es nicht gekommen, wie jeder weiß.

Doch ein Fahrzeug dieser Art ist Realität geworden. Es trägt den sperrigen Namen Ford Beatnik Bubbletop Custom: ein aus etlichen Oldtimern zusammengepuzzeltes Showmobil. In jedem Detail strahlt es den Optimismus, die Weltraumseligkeit und die grenzenlose Zukunftsgläubigkeit der USA der späten Fünfzigerjahre aus.

Zeichentrickserie "Die Jetsons": So stellte man sich damals die Autos von heute vor
imago

Zeichentrickserie "Die Jetsons": So stellte man sich damals die Autos von heute vor

Konglomerat aus Kultfahrzeugen jener Ära

Der lavendelfarbene Wagen ist zu haben; bei einer Versteigerung von Auctions America im kalifornischen Santa Monica wird das Fahrzeug nun verkauft. Das Auktionshaus erwartet den Zuschlag bei einem Preis zwischen umgerechnet 140.000 und 230.000 Euro.

Gefertigt hat Gary "Chopit" Fioto das bizarre Gefährt im Stil längst vergessener Auto-Visionäre. Sein Unternehmen Chopit Kustom im kalifornischen Stanton hat er inzwischen jedoch verkauft.

Gary Fioto arbeitete vier Jahre am Ford Beatnik Bubbletop Custom. Das Auto ist ein Konglomerat aus Kultfahrzeugen jener Ära, in denen die US-Autoindustrie stilbildend war und tatsächlich Konzeptautos mit Glaskuppel-Überbau, mit mannshohen Heckflossen oder sogar einem Atomreaktor als Energiequelle für den Antrieb ins Rampenlicht schob.

Als Basis der Karosserie des Showcars diente ein 55er Ford, das Chassis allerdings stammt von einem 88er Lincoln Town Car. Fioto sagt, diese Wahl habe er sehr bewusst getroffen, denn dadurch sei die Ersatzteilversorgung für Fahrwerksteile noch auf Jahre sichergestellt.

Klassischer V8-Motor sorgt für Vortrieb

Als Motor wurde dem wuchtigen Gefährt ein 5,7-Liter-V8-Aggregat von Chevrolet eingepflanzt. Der Frontstoßfänger stammt von einem 59er Cadillac, der hintere von einem 58er, bei dem jedoch waren sie ursprünglich vorn angebracht. Die Heckleuchten in den schicken Finnen hat Fioto von einem 60er Chrysler transplantiert.

Ford Beatnik Bubbletop Custom: Heckflossen gehören natürlich dazu
Patrick Ernzen /Auctions America

Ford Beatnik Bubbletop Custom: Heckflossen gehören natürlich dazu

Dank der geschlossenen Radhäuser und einem Verstellfahrwerk lässt sich der Wagen so dicht über den Asphalt bewegen, dass der Eindruck entsteht, es handle sich um ein Luftkissenfahrzeug.

Drinnen gibt es ein blütenweißes Interieur und kein Lenkrad, sondern eine Art Steuerknüppel - wie bei einem Flugzeug. Und ja, das Auto verfügt über eine Klimaanlage. Denn unter der Kuppel aus Polycarbonat - der bislang größten bei einem Auto - kann es bei sonnigem Wetter extrem stickig werden.

jüp



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
FrankBennesch 17.07.2015
1. Wow!
Mehr kann man dazu nicht sagen
felisconcolor 17.07.2015
2. Klasse
eine saubere Arbeit hat Gary da abgeliefert. Stimmig bis ins letzte Detail. dafür gibt es eine 10
nadennmallos 17.07.2015
3. Phantastisch Idee und Umsetzung ...
... da passt zusammen, was zusammen gehört.
Ambermoon 17.07.2015
4.
Geile Karre.
ChrisQa 17.07.2015
5. Auch eine Art Kombi
Eine wunderschöne Ami-Barock-Compilation. Erinnert an die Zeit, als Designer noch träumen und nicht nur einfach nur noch Kanten glätten und Markenlogos platzieren durften.
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