Ford Kuga Der SUV aus Merkenich

Toyota, Peugeot, Citroën und Nissan haben einen, ebenso Kia, Hyundai, BMW und Opel: Ohne Sports Utility Vehicle geht in der Autoindustrie gar nichts mehr. Jetzt zieht Ford nach - auf der IAA zeigen die Kölner das Modell Kuga, den Vorläufer des geplanten Kompakt-Geländegängers.


Von einem Trend mag man eigentlich nicht mehr sprechen - dazu ist es einfach zu offensichtlich, dass die sogenannten Sport Utility Vehicles, kurz SUVs, wider alle Vernunft zur gegenwärtig beliebtesten Fahrzeugspezies gehören. Die Anziehungskraft der hoch aufgeschossenen, rustikal geformten und aufgrund der großen Heckklappe auch ziemlich praktischen Autos ist ungebrochen. Wobei auch in der Geländewagenklasse die Klimadiskussion durchschlägt. Es ist eine Abkehr von luxuriösen Allrad-Dickschiffen zu beobachten - zugunsten etwas kompakterer, leichterer und verbrauchsgünstigerer Modelle.

VW zum Beispiel reagiert mit dem neuen Tiguan, der auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA), die in der kommenden Woche in Frankfurt beginnt, vorgestellt wird und noch in diesem Jahr zu Preisen ab zirka 25.000 Euro zu den Händlern kommen soll. Ford schafft diesen Zeitplan nicht ganz, möchte aber auf der IAA in Sachen SUV nicht abseits stehen und enthüllt dort die "seriennahe Version des Kuga", wie ein Sprecher des Unternehmens das nennt.

Im zweiten Quartal des kommenden Jahres soll das Auto an den Start rollen, und zwar mit einem 2-Liter-Dieselmotor mit 136 PS Leistung plus Rußpartikelfilter. Zum Preis herrscht noch Stillschweigen in Köln, doch dürften rund 29.000 Euro keine schlechte Schätzung sein.

Ein durch und durch deutsches SUV

"Der Kuga ist der Beweis, dass wir unsere Modellpalette durch neue und aufregende Nischenmodelle ergänzen", sagt John Fleming, Europa-Chef von Ford. Entwickelt wurde das Auto auf Basis des Kompaktwagens Focus - in Köln-Merkenich. Das Entwicklungsteam leitete der Deutsche Gunnar Herrmann, die Federführung beim Karosseriedesign lag bei Stefan Lamm - mithin ist der Kuga ein ziemlich teutonisches Auto.

Der Wagen ist ein Vertreter der neuen Ford-Formensprache mit dem wunderlichen Namen Kinetic Design. Beim Kuga erkennt man ganz gut, was das heißen soll, denn der Wagen wirkt solide und lebhaft zugleich. Die flotte Fenstergrafik, die zackige Frontpartie und das flüssig gestaltete Heck mit der geteilten Klappe heben den Kuga aus der inzwischen stattlichen Riege der Konkurrenzmodelle hervor, ohne ihn zum Effekthascher zu machen.

Möglicherweise wird sich bis zum Serienstart noch das eine oder andere Detail verändern, doch im Grunde ist das Auto ja bereits fertig. Sogar die extrovertierten 19-Zoll-Räder des IAA-Ausstellungsstücks sollen für das Serienmodell übernommen werden - allerdings werden die Aufpreis kosten.

Verfügbar mit Front- und Allradantrieb

Ob auch die Farbe Ice White ins Lieferprogramm aufgenommen wird, ist noch nicht klar. Bislang jedenfalls kann man sich das Auto in gar keinem anderen Lackton vorstellen, denn bereits die erste Studie aus dem vergangenen Herbst, der Iosis X Concept, trug das schillernde Weiß, das in krassem Kontrast zur schwarzen Kunststoffbeplankung und zum angedeuteten, silbrigen Unterfahrschutz am Heck steht.

Weil Ford weiß, dass nur ein geringer Teil der SUV-Kunden das Auto auch tatsächlich in Situationen nutzt, die einem Geländewagen entsprechen, wird der Wagen sowohl mit Front- als auch mit Allradantrieb angeboten. Die sparsamere Frontantriebsversion dürfte das gefragtere Modell werden. Und auf eine erkleckliche Marge werden die Kölner dennoch kommen, denn unter anderem werden sich auf der Liste mit den aufpreispflichtigen Sonderausstattungen so verlockende Dinge wie die schon erwähnten Räder, ein Panoramaglasdach sowie eine Rückfahrkamera finden.

jüp

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