Verkehr während des Gipfels Geh 20

Der ADAC erwartet für den G20-Gipfel ein Verkehrschaos in Hamburg. Tatsächlich gibt es für Autofahrer in dieser Zeit wenig Hoffnung. Hier gibt es einen Überblick über die Verkehrslage - und eine Empfehlung.
Verkehr in Hamburg

Verkehr in Hamburg

Foto: imago/ Waldmüller

Die Warnung des ADAC, in Hamburg müsse wegen des G20-Gipfels mit einem völligen Verkehrskollaps gerechnet werden, klang dramatisch. Zu dramatisch? Wer in den Wochen vor dem Gipfel mit dem Auto in der Hansestadt unterwegs war, konnte einen Vorgeschmack darauf bekommen, was gemeint sein könnte: Immer wieder probte die Polizei spontan Transferfahrten. Jene Eskort-Fahrten, bei denen während des Gipfels Staatsoberhäupter mit ihren Limousinen-Kolonnen zwischen Tagungsort und Hotel pendeln.

Die Polizei sperrte für diese Übungen kurzfristig Straßenzüge auf den entsprechenden Routen, zum Beispiel in der Hafencity und der Innenstadt. Die Auswirkungen waren enorm: Obwohl nur kurzzeitig und vereinzelt hochgezogen, sorgten die Sperren auf den Hauptverkehrsadern durch die Innenstadt für massive Staus, die sich nur langsam auflösten. Man mochte sich kaum ausmalen, wie das endet, wenn tatsächlich permanent Kolonnen durch Hamburg pendeln.

Insofern ist der Begriff Kollaps vielleicht doch angebracht - zumindest aus Sicht des ADAC. Er ist nun mal ein Autofahrer-Klub. Und mit dem Pkw wird während des Gipfels wohl tatsächlich nichts zu bestellen sein. Aber wie sieht es mit dem Rest der Verkehrsmittel aus? Hier ist der Überblick.

  • ÖPNV

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) hat ein Konzept vorgestellt, mit dem Probleme im ÖPNV eingeschränkt werden sollen. Alle U- und S-Bahnen fahren nach Plan - zumindest, so lange sie nicht zum Ziel von Störaktionen werden. Den Busverkehr hat der HVV für den Zeitraum des Gipfels neu strukturiert. In der Innenstadt verkehren im Zehn-Minuten-Takt Shuttlebusse. Außerhalb des Stadtzentrums werden insgesamt 29 Buslinien in einzelne Abschnitte unterteilt, damit sich Verspätungen nicht bis in die Außenbereiche Hamburgs ziehen. Eine grobe Übersicht gibt die folgende Karte. Wie das Konzept im Detail funktionieren soll, können Sie hier nachlesen.

Busplan G20: Durchgezogene rote Linien = normale Buslinien; gestrichelte Linien = Shuttlebusse; violette Linien = Abgrenzung des Messegeländes und des Innenstadtbereichs

Busplan G20: Durchgezogene rote Linien = normale Buslinien; gestrichelte Linien = Shuttlebusse; violette Linien = Abgrenzung des Messegeländes und des Innenstadtbereichs

Foto: HVV

  • Privater Pkw

In der Zeit des Gipfels eine 100-prozentige Stressgarantie. Wegen der zahlreichen Demonstrationen sind viele Straßen in der Innenstadt komplett gesperrt. Außerdem legen die Eskorten der Staatsgäste den Verkehr lahm. Wenn die Regierungschefs zwischen dem Flughafen, ihren Hotels und den Veranstaltungen chauffiert werden, sind in den entsprechenden Korridoren ebenfalls Sperrungen geplant. Hinzu kommen die Sicherheitszonen rund um das Messegebiet während der gesamten Zeit des Gipfels und um die Elbphilharmonie am Freitag, 7. Juli, wegen des G20-Konzerts. In die innere Sicherheitszone dürfen nur die Staats- und Regierungschefs, in die äußere immerhin Anwohner.

Die genaue Erklärung der Sicherheitszonen sehen Sie hier im Video:

SPIEGEL ONLINE

  • Carsharing

DriveNow und car2go sind die wohl wichtigsten Freefloating-Anbieter in Hamburg. Das heißt, dass ihre Autos nicht an festgelegte Stationen gebunden sind. Zwar sollen alle Wagen der Unternehmen auch während des Gipfels genutzt werden können, das Geschäftsgebiet der Anbieter wird dann allerdings eingeschränkt. Sowohl DriveNow als auch car2go werden ihre Fahrzeuge im Vorfeld aus den Sicherheitszonen räumen. Solange diese Zonen gelten, ist es dann nicht möglich, eine Miete dort zu beenden - das Auto also dort abzustellen. Beide Unternehmen behalten sich vor, das Geschäftsgebiet auch kurzfristig weiter anzupassen - zum Beispiel wegen weiterer Sperrungen durch die Polizei.

  • Mietwagen

Einschränkungen gibt es auch für Personen, die ein Auto mieten möchten. Verschiedene Mietstationen, die in den Sperrgebieten liegen, können nicht öffnen. Bei Europcar betrifft das die Stationen am Rödingsmarkt sowie drei weitere am Cruise Terminal vom 7. bis einschließlich 9. Juli. Bei Sixt könnte die Station in der HafenCity am 7. Juli zeitweise geschlossen werden. Dann findet das G20-Konzert in der Elbphilharmonie statt. Es ist noch nicht abschließend geklärt, ob die Filiale zur Sicherheitszone gehört oder nicht. Avis wird seinen Standort in der Rothenbaumchaussee (im Grand Elysee Hotel) vom 6. bis zum 10. Juli um 12 Uhr schließen. Hertz ist von den Sperrgebieten nicht direkt betroffen und kann alle Filialen regulär öffnen.

Verschiedene Anbieter spüren schon jetzt im Rahmen des Gipfels eine erhöhte Nachfrage, besonders durch Großaufträge. Aufgrund der Verkehrslage in der Innenstadt wird teilweise empfohlen, wenn möglich auf Filialen außerhalb des Stadtkerns auszuweichen.

Klicken Sie in die Karte, um einen Überblick über Sicherheitszonen und geplante Demonstrationen zu erhalten

Klicken Sie in die Karte, um einen Überblick über Sicherheitszonen und geplante Demonstrationen zu erhalten

Foto: DER SPIEGEL

  • Taxi

Wer an den Tagen des Gipfels in Hamburg Taxi fahren möchte, muss sich mindestens auf längere Wartezeiten einstellen. Taxi Hamburg erwartet "erhebliche" Überlastungen, Hansa Taxi geht von "deutlichen Verspätungen" aus. Einige Ziele können aufgrund der Sperrgebiete außerdem nicht angefahren werden. Ob in den Bereichen der Innenstadt, der Messe und der Hotels der Staatsgäste überhaupt Taxen bereitstehen werden, "lässt sich derzeit leider nicht beantworten", sagte ein Sprecher von Taxi Hamburg. Er rät Fahrgästen, in der Innenstadt auf die U-Bahn auszuweichen.

  • StadtRad

Aus Sicherheitsgründen werden drei der 130 Stationen geräumt. Das betrifft die Stationen Alter Wall (6. bis 11. Juli), Am Kaiserkai (7. bis 8. Juli) und Unilever-Haus (6. bis 7. Juli). Die Fahrräder werden zu anderen Stationen gebracht und stehen dann dort zur Verfügung.

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