Gerichtsurteil Geschäftswagenfahrer erhalten Steuervorteile

Gute Nachricht für Besitzer von Firmenautos: Sie können laut einem Urteil des Bundesfinanzhofs mehr Kosten von der Steuer absetzen.

Dienstwagenflotte
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Privatfahrten mit dem Dienstwagen werden für viele Arbeitnehmer voraussichtlich ein bisschen günstiger. Wenn der Angestellte ohnehin einen Teil der Kosten seines Dienstwagens trägt, muss der Fiskus das bei der Berechnung der Einkommensteuer berücksichtigen. Das hat der Bundesfinanzhof in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschieden.

Damit hat sich ein Angestellter gegen sein Finanzamt durchgesetzt. Der Mann teilte sich mit seinem Arbeitgeber die Kosten des Dienstwagens, den er auch privat nutzte. Der Angestellte bezahlte 5600 Euro Benzin im Jahr, die Firma den Rest. Diese 5600 Euro kann der Mann nun von der Steuer absetzen - das Finanzamt hatte das anders gesehen.

Bisher konnten Arbeitnehmer ihre privaten Kosten nur zum ganz kleinen Teil absetzen. Das höchste deutsche Finanzgericht hat nun aber seine Rechtsmeinung geändert, wie aus der Entscheidung hervorgeht.

Statt 6300 Euro nur noch 700 Euro versteuern

Bei der Besteuerung privat genutzter Dienstwagen gibt es zwei Methoden: Fahrtenbuch oder Ein-Prozent-Regel. Letztere bedeutet, dass der Arbeitnehmer monatlich ein Prozent des Auto-Listenpreises plus einen Anteil für die Fahrten zum Arbeitsplatz versteuern muss. In dem Prozess belief sich das auf 6300 Euro im Jahr, die das Finanzamt besteuern wollte. Laut BFH-Urteil kann der Mann jedoch seine 5600 Euro Benzinkosten davon abziehen - versteuern muss er nur noch 700 Euro geldwerten Vorteil.

Die finanziellen Auswirkungen auf die Staatskasse gehen aus dem Urteil nicht hervor. Auf Deutschlands Straßen sind mehrere Millionen Dienstwagen unterwegs.

cst/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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vollzeitpoltiker 15.02.2017
1. Nur ein Einzelfall
Vielleicht sollten man hier dazu Schreiben, dass sich solche Urteile immer nur auf einen konkreten Fall gelten. Keiner kann sagen, ob es für allgemein Verbindlich erklärt wird und die Finanzämter das jetzt alle so berücksichtigen sollen oder das Finanzministerium durch einen Nicht Abwendungserlass verfügt, dass es für alle anderen Fälle gar nicht gilt.
joe_ann 15.02.2017
2. gehört zur höchstrichterlichen Rechtsprechung
und ist somit quasi Präzedenzfall.
jj2005 16.02.2017
3. 50,000 km pro Jahr?
Der arme Kerl muss viel unterwegs gewesen sein. 6300 Euro pro Jahr...
mikaiser 16.02.2017
4. seltsamer Einzelfall
Für 5600 Euro bekomme ich rund 4000 Liter Benzin. Wenn mein Auto 10 Liter pro 100 km verbrennt, komme ich damit ca. 40.000 km weit. Und das ist nur der private Anteil. Klingt extrem unrealistisch.
Neandiausdemtal 06.03.2017
5. Austrocknen
Dieser ganze Dienstwagenirrsinn gehört ersatzlos gestrichen. Es sind kaum versteckte Subventionen für die sog. deutschen Premiumhersteller. Und profitieren tut davon auch noch der eher besser verdienende Teil der Bevölkerung ( allerdings gibt es Ausnahmen, aber die kriegen dann auch einen Golf und keine E-Klasse ) , eine Kompensation für diejenigen, die mit kleinem Verdienst das Auto selbst kaufen und unterhalten müssen, gibt es natürlich nicht. Dazu kommt noch die enorme Rabattierung zu Gunsten der Großeinkäufer, die im normale Privatverkauf undenkbar ist. Kurzum - diese Sumpf gehört ausgetrocknet.
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