GM/DaimlerChrysler Abkommen über Hybrid-Antrieb perfekt

Lange hatten DaimlerChrysler und General Motors darüber verhandelt, jetzt ist es amtlich. Die beiden Autokonzerne werden gemeinsam Hybrid-Antriebe entwickeln. Sie reagieren damit auf den Überraschungserfolg von Toyota. Die ersten Modelle sollen 2007 auf den Markt kommen.


Stuttgart - Der deutsch-amerikanische Autohersteller DaimlerChrysler und sein US-Konkurrent General Motors (GM) haben sich nach mehrmonatigen Verhandlungen abschließend über eine Kooperation bei der viel versprechenden Hybrid-Motorentechnologie geeinigt.

"Graphyte" von General Motors: Der Prototyp ist mit einem 5,3-Liter-V8-Benziner und zwei Elektromotoren ausgestattet
REUTERS

"Graphyte" von General Motors: Der Prototyp ist mit einem 5,3-Liter-V8-Benziner und zwei Elektromotoren ausgestattet

Ein GM-Sprecher sagte am Donnerstag in Detroit: "Wir haben ein verbindliches und definitives Abkommen über die gemeinsame Entwicklung von Hybrid-Antrieben." Weitere Details der Zusammenarbeit wurden zunächst nicht bekannt. Bei DaimlerChrysler war keine Stellungnahme zu erhalten. Der weltweit fünftgrößte Autohersteller und der Weltmarktführer GM haben seit Mitte Dezember über die Einzelheiten der Kooperation beraten und wollten zusammen mehrere hundert Millionen Dollar in das Entwicklungsprojekt stecken. Die Produktion der kombinierten Elektro- und Verbrennungsmotoren wollte jeder Konzern selbst übernehmen.

Die Autobauer reagieren damit auf den Überraschungserfolg, den der japanischen Hersteller Toyota mit dem Verkauf seines Hybrid-Modells Prius in den USA gelandet hat. Der Toyota Prius gilt längst als Trendmobil in Kalifornien, und mit dem Lexus RX 400 H haben die Japaner gezeigt, dass die Hybrid-Idee auch in dicken SUV-Modellen funktioniert. Erste Chrysler- und GM-Modelle mit Hybrid-Antrieb sollen 2007 auf den Markt kommen, binnen fünf Jahren soll es auch Mercedes-Pkw mit Hybridmotoren geben.

Mit dieser Technologie werden Autos bei niedrigeren Geschwindigkeiten etwa in der Stadt von einem Elektromotor angetrieben, für Langstreckenfahrten nutzen die Fahrzeuge den konventionellen Verbrennungsmotor. Die Technik gilt wegen geringerer Emissionen und geringeren Kraftstoffverbrauchs als zukunftsweisend. Beim Abbremsen der Fahrzeuge schaltet der Verbrennungsmotor ab, und aus dem Schub wird Strom erzeugt, der in einer Batterie gespeichert und vom Elektromotor bei langsamer Fahrt wieder genutzt werden kann.



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