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01. September 2017, 15:22 Uhr

Fahrzeugmesse Grand Basel

Eine Art Auto

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Die Art Basel ist weltberühmt und lockt internationalen Jetset an. Jetzt sollen den Kunstliebhabern Autosammler folgen. Ist das Prinzip Fahrzeugmesse nicht überholt? In Basel liegen die Dinge ein bisschen anders.

Sogar Brad Pitt kommt vorbei: Wenn in Basel die Kunstmesse Art stattfindet, strömen Stars und Geldadel aus aller Welt in die Stadt am Rhein. Man trifft sich und shoppt nebenbei noch einen Neo Rauch. Was mit Bildern, Skulpturen und Installationen klappt, soll bald auch mit Autos funktionieren: Am Donnerstag stellten die Messeveranstalter ihre Pläne für die Grand Basel vor. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Was darf man von der Grand Basel erwarten?

"Einen zeitgenössischen Rahmen für automobile Kultur", sagt Stephan Peyer, Mitglied der Geschäftsleitung der Basler Messeagentur MCH Group.

Geht's ein bisschen präziser?

Natürlich. Auf der Grand Basel sollen exklusive Autos präsentiert und gehandelt werden. Heißt also: den neuen Skoda Fabia oder Toyota Avensis wird man hier vergeblich suchen. Der Fokus liegt auf seltenen Oldtimern, exklusiven Neuwagen und Konzeptfahrzeugen. Die Exponate werden hauptsächlich von Händlern stammen, Hersteller sind aber ebenfalls dazu eingeladen, Neuheiten zu präsentieren - "sofern sie in unser Portfolio" passen, sagt Mark Backé, Managing Director der Grand Basel.

Welche Fahrzeuge auf der Grand Basel gezeigt werden, soll ein Kuratorium um den Kölner Design-Professor Paolo Tumminelli entscheiden. Wie dabei ausgesiebt wird, versuchte Tumminelli mit seinem generellen Anspruch an Autokultur zu verdeutlichen: "Besser als Weiterentwicklung ist radikale Erneuerung." Die Neuwagen und Studien sollten demnach zukunftsweisend sein - und die Oldtimer früher mal diesen Anspruch erfüllt haben. Zwischen 100 und 250 Fahrzeuge will man präsentieren.

Noch eine Automesse? Gibt's da nicht schon genug?

Es gab in der Tat schon mal bessere Zeiten, um eine neue Automesse zu veranstalten. Wenn in ein paar Tagen die IAA in Frankfurt startet, werden unter anderem Volvo, Peugeot, Fiat Chrysler, Nissan, Tesla, Rolls-Royce und Aston Martin nicht dabei sein. Dass Hersteller dieses Branchentreffen schwänzen, wäre früher undenkbar gewesen - doch mittlerweile haben selbst die großen Veranstaltungen ihre Bedeutung eingebüßt, kleinere Events wie in Leipzig sind sogar ganz aus dem Kalender verschwunden.

Exklusive Messen für Sammler, wie sie die Grand Basel mal werden soll, haben dagegen mit einem anderen Problem zu kämpfen: "Hier gab es in letzter Zeit eine wahre Inflation an Messen", sagt Marius Brune, der sich mit seinem Dienstleistungsunternehmen Classic Data auf die Marktbeobachtung von Oldtimern spezialisiert hat.

Der Experte kommt mit dem Aufzählen der konkurrierenden Events kaum nach: "Neu hinzugekommen sind vor Kurzem Veranstaltungen in Hamburg und Köln, letztes Jahr in Nürnberg und Luzern". Sowieso als gesetzt gelten bei zahlungskräftigen Autosammlern die Rétromobile in Paris, das Goodwood Festival of Speed bei London, die Villa d'Este am Comer See, hinzu kommen außerdem kleine, aber feine Treffen der Szene in Amsterdam, Gstaad und Chantilly. Und das sind allein die Messen in Europa - in den USA gibt es zum Beispiel noch den Concours d'Elegance im kalifornischen Pebble Beach. "Es wird nicht einfach, die Leute da noch nach Basel zu locken", sagt Brune.

Wie könnte das trotzdem gelingen?

Für den Erfolg einer exklusiven Sammlermesse braucht es laut Brune folgende Zutaten: "Zunächst einmal sollte der Standort Flair haben, um die Veranstaltung herum muss es sich fein leben lassen können. Am wichtigsten sind aber außergewöhnliche Angebote: Mit ein paar Jaguar XK, Mercedes SL Flügeltürern oder Porsche RS ist es da nicht getan. Es braucht Konzeptfahrzeuge und Prototypen im Programm, am besten auch bekannte Autos mit spezialangefertigten Karosserien wie einen Aston Martin Zagato".

Kann die Grand Basel das bieten?

Welche Modelle im nächsten Jahr zu sehen sein werden, steht jetzt noch nicht fest. Zumindest auf der Vorpremiere wurden aber vier Fahrzeuge gezeigt, die die oben genannten Kriterien erfüllen. Sogar ein Zagato war dabei:

Sollten zur Messepremiere ähnliche Hochkaräter auffahren, wäre das Versprechen von Paolo Tumminelli eingelöst, denn auf der Grand Basel soll ihm zufolge der "Wandel des Automobils" dokumentiert werden.

Die Veranstalter könnten dabei von einem Trend unter den Herstellern profitieren: Viele Traditionsmarken haben in den vergangenen Jahren ihre Klassikabteilungen verstärkt. Land Rover betreibt beispielsweise Erbschaftspflege, indem gebrauchte Range Rover aufwendig restauriert werden und wie Neuwagen aussehen. Für solche Fahrzeuge ist eine Messe, wie sie in Basel entstehen soll, ein optimales Schaufenster.

Und wie steht es um das Flair des Standorts?

Darüber müssen sich die Grand-Planer wohl am wenigsten Sorgen machen: Dank der Art Basel sowie der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld hat die Stadt bereits einen hohen Glamourfaktor. Einer der wertvollsten Vorteile dürfte demnach das Adressbuch der Veranstalter sein - über die bestehenden Kontakte dürfte der Zugang zu vielen Sammlern und Händlern gelingen.

Was ist mit dem einfachen Autofan, der sich keinen Zagato leisten kann?

Besuchern wird die Messe offen stehen. Tumminelli sprach bei der Vorstellung des Konzepts allerdings von einem "limitierten Zugang": Die Karten könnten also knapp oder teuer oder beides werden.

Wann geht es los?

Die erste Grand Basel soll vom 3. bis 9. September 2018 stattfinden. Zwei Ableger sind außerdem - ähnlich wie bei der Art Basel - in Miami und Hongkong geplant.

Sind die Veranstalter auf die kleinen Tücken einer Automesse vorbereitet?

Der brenzligste Moment auf der Pressekonferenz wurde jedenfalls souverän gemeistert. Als der Besitzer des 1935er Avions Voisin den Motor seines Wagens startete und es aus dem Auspuff qualmte, versicherte sich einer der Veranstalter bei einem Techniker, der rasch Entwarnung gab: "Ja, den Feuermelder haben wir ausgeschaltet."

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