Großauftrag Frankreichs Post will 10.000 Elektroautos anschaffen

La Poste will ein Zeichen für den Klimaschutz setzen: Schon in wenigen Jahren sollen Frankreichs Briefträger mit insgesamt 10.000 Elektroautos unterwegs sein. Ein solcher Großauftrag ist weltweit einmalig - denn Autos mit Steckdosenantrieb sind teuer.


Paris - Die französische Post will ihre Fahrzeugflotte innerhalb von fünf Jahren um 10.000 Elektroautos ergänzen. Bereits die erste europaweite Ausschreibung zur Lieferung von 500 Wagen ab kommendem Jahr sei der weltweit größte Auftrag dieser Art, sagte Industrieminister François Loos. 1996 war ein erster Test von La Poste mit hunderten Elektrofahrzeugen von Peugeot gescheitert, die mit jeder Aufladung der Batterie höchstens 30 Kilometer weit kamen.

Elektro-Testwagen von La Poste: "Ausreichende Autonomie und große Zuverlässigkeit"

Elektro-Testwagen von La Poste: "Ausreichende Autonomie und große Zuverlässigkeit"

Derzeitige Autos schaffen je nach Fahrweise 150 bis 200 Kilometer, bis sie erneut an die Steckdose angeschlossen werden müssen. La Poste hat mit 60.000 Fahrzeugen, 30.000 Fahrrädern, 25 Flugzeugen und drei TGV-Superschnellzügen Frankreichs größte Firmenflotte.

Seit 2005 hatte das Unternehmen in Paris und Bordeaux acht Elektroautos vom Typ Cleanova II getestet. Diese Tests hätten "ausreichende Autonomie und große Zuverlässigkeit" gezeigt, sagte Post-Chef Jean-Paul Bailly. Das Fahrzeug komme in puncto Lärm und Stress sehr gut bei den Briefträgern an, seine Wartungskosten seien geringer und es gebe kaum Ausfälle.



Jede Aufladung der Lithium-Ionen-Akkus kostet laut Post-Chef Jean-Paul Bailly sechs Mal weniger als eine Tankfüllung Diesel. Der Austausch eines klassischen Fahrzeuges durch ein Elektroauto bedeutet Bailly zufolge jährlich 4000 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß weniger im Jahr.

Nach Angaben von Loos soll die Post ebenso wie Privatleute für jedes Elektroauto einen Zuschuss von 3200 Euro erhalten. Im vergangenen Jahr waren im ganzen Land nur 14 Elektroautos von Privatleuten angemeldet, dazu 6412 Hybridautos mit Doppelantrieben aus Strom und Kraftstoff. Elektroautos sind nicht nur selten, sondern auch noch deutlich teurer als Benziner oder Dieselfahrzeuge.

sto/AFP



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