GTÜ Mängelreport Fast ein Viertel aller Autos fällt durch

Deutschlands Autos werden älter. Kein Wunder, dass die Fahrzeuge verstärkt reparaturbedürftig werden. Doch die Zeit hinterlässt mehr als nur ein paar Kratzer im Blech - die Zahl sicherheitsrelevanter Mängel nimmt zu.

Hauptuntersuchung: Ein Prüfingenieur inspiziert den Unterboden eines Autos
DPA

Hauptuntersuchung: Ein Prüfingenieur inspiziert den Unterboden eines Autos


Stuttgart/Leipzig - Knapp ein Viertel aller Autos in Deutschland fährt mit erheblichen Sicherheitsmängeln bei der Hauptuntersuchung (HU) vor - und erhält keine Prüfplakette. Das geht aus dem jüngsten GTÜ-Mängelreport für das Jahr 2013 hervor, den die Prüforganisation auf der Messe Auto Mobil International (AMI) in Leipzig vorstellte.

Damit ist die Zahl der Autos, die bei der HU wegen ihres schlechten Zustands durchfielen, weiter gestiegen. Waren es im Jahr 2012 noch 21,5 Prozent aller zugelassenen Pkw, kam die GTÜ in 2013 auf 23,9 Prozent. In Deutschland sind etwa 43,9 Millionen Pkw zugelassen, zehn Millionen Fahrzeuge sind demnach mangelhaft.

Dennoch gab es auch erfreuliche Entwicklungen. Laut GTÜ-Report passierten 60,5 Prozent der Fahrzeuge die HU im ersten Anlauf - das sind 6,7 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr. Allerdings lassen sich die Ergebnisse nicht komplett miteinander vergleichen. Die Mängeleinstufung wurde Mitte 2012 angepasst. Bestimmte Defekte bewerten die Prüfingenieure nun stärker als in der Vergangenheit.

Nach Auskunft von Robert Köstler, Technischer Leiter bei der GTÜ, zählen dazu zu tief leuchtendes Abblendlicht oder falsch eingestellte Nebelscheinwerfer. Verwehrt wird die HU-Plakette seitdem auch, wenn bei älteren Fahrzeugen eine von zwei Bremsleuchten nicht funktionieren.

Die Zahl der Fahrzeuge mit leichten Defekten ging im aktuellen Report mit 15,6 Prozent dagegen deutlich zurück (Vorjahr 24,7 Prozent).

Das Durchschnittsalter der Autos in Deutschland steigt

Am häufigsten wurden von den Prüfingenieuren die Beleuchtung und die Elektrik der Fahrzeuge beanstandet. Gefolgt von Bremsanlage und Mängeln an Achsen, Rädern, Reifen, Aufhängung.

Dass die Zahl der Autos mit größeren Defekten zunimmt, liegt auch am zunehmenden Durchschnittsalter von Pkw auf Deutschen Straßen. Dieses war in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und beträgt nun 8,8 Jahre.

Der Report spiegelt die Ergebnisse der jährlichen GTÜ-Statistik zu den Kfz-Hauptuntersuchungen wider. Diese führte die Organisation 2013 bei rund drei Millionen Pkw durch. Der Anteil der GTÜ bei den Hauptuntersuchungen lag bei 15,2 Prozent. Marktführer sind die TÜVs (37,6 Prozent), gefolgt von der Dekra (34 Prozent).

mhu/dpa



insgesamt 103 Beiträge
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danzermartin 30.05.2014
1.
und rausrechnen sollte man vielleicht die während der abwrackpramie gekauften Fahrzeuge. ich will hier nicht über sinkende löhne schimpfen. vielmehr ist der veraltete fuhrpark auch ein Produkt der Preisgestaltung deutscher Hersteller. 100% Steigerung mag in China laufen. bei uns sicher nicht!
Erwin Lottemann 30.05.2014
2.
Zitat von sysopDPADeutschlands Autos werden älter. Kein Wunder, dass die Fahrzeuge verstärkt reparaturbedürftig werden. Doch die Zeit hinterlässt mehr als nur ein paar Kratzer im Blech - die Zahl sicherheitsrelevanter Mängeln nimmt zu. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/gtue-maengelreport-zehn-millionen-autos-in-deutschland-sind-mangelhaft-a-972492.html
Die meisten Autos fallen also wegen Beleuchtungsmängeln durch? Und wieviele dieser Mängel wären durch einen simplen Wechsel der Lampe zu beheben, und müßten kein Durchfallen zur Folge haben, wenn die Prüfer mit sich reden ließen? Bzw. wieviele dieser Autos sind Wagen der Prä-R-48-Zeit? ....zur Erinnerung, R-48 ist die Rechtsvorschrift der EU, die bei PKW, die ab 2006 neu entwickelt wurden, eine Selbstverständlichkeit vorschreibt, die die Autohersteller in den zehn Jahren davor Stück für Stück "vergessen" hatten: Daß Lampen am Auto ein sicherheitsrelevantes Verschleißteil sind, das man auch als technisch unbedarfter Laie ohne Werkzeug auf der nächtlichen Landstraße in wenigne Minuten gewechselt bekommen muß. Also wieviele dieser Autos sind durch die HU gefallen, weil die Lampen nicht wechselbar waren?
nemensis_01 30.05.2014
3. naja wer
einen älteren Wagen selber vorfüht ist selber Schuld. Da fährt man besser in eine Hinterhofwerkstatt, legt 10 Euro in den Fahrzeugschein und schon passt die Luzzy. Funktionert seit Jahrzehnten. Wers nicht glaubt, einfach mal selber probieren, Tüv Gelsenkirchen.
Attila2009 30.05.2014
4.
Wo ist eigentlich das Problem dabei das Auto VOR dem TÜV Termin von der gleichen Werkstatt durchzuchecken lassen und Mängel abstellen ? So mach ich das immer und es ist besser die Mängel vor dem TÜV abzustellen als hinterher und dann nochmals Gebühren zu berappen. Die Werkstätten arbeiten mit den TÜV /Dekra Prüfern zusammen,sehen was die beanstanden und wissen auch worauf es ankommt und welche Rostlaube eine Chance hat und welche nicht. Man muss aber auch anmerken dass ein ALG 2 Empfänger oder Rentner nicht locker in der Lage ist mal paar hundert oder gar tausend Euro für umfangreiche Reparaturen aufzubringen und die trifft es dann oft beim letzten verzweifelten Versuch das alte Auto nochmals durchzubringen.
patrick6 30.05.2014
5. Interessant:
"Verwehrt wird die HU-Plakette seitdem auch, wenn mehr als zwei von drei Bremsleuchten nicht funktionieren." Ach was. Mehr als zwei von drei. Also alle? Nun, ich denke, die sollten alle funktionieren, oder?
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