Gumpert Apollo Der fliegende Thüringer

Ein Greif ziert einen der teuersten Sportwagen Deutschlands: Die Stärke des Löwen und die Schnelligkeit des Adlers sollen Symbol für die 650 PS und 360 km/h Spitze des Apollo aus dem ostthüringischen Altenburg sein. Dahinter steckt der frühere Audi-Motorsportchef Roland Gumpert.


Altenburg - Noch rechtzeitig im alten Jahr hat es ein Apollo auf die Straße geschafft. In der letzten Woche ist der erste Supersportwagen aus der Manufaktur des früheren Audi-Motorsportchefs Roland Gumpert ausgeliefert worden. Ein Unternehmer aus dem Harz habe das 650 PS starke Auto gekauft, sagte Jan Fleckenstein, Sprecher der Gumpert Sportwagenmanufaktur GmbH.

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Gumpert Apollo: In drei Sekunden auf Tempo 100

Der straßentaugliche Rennwagen ist ein wahres Monsterauto: Sein 4,2-Liter-V8-Motor, der ursprünglich vom Audi S6 stammt, treibt das Geschoss innerhalb von drei Sekunden auf Tempo 100, nach knapp neun Sekunden sind 200 km/h möglich. Der nur knapp eine Tonne leichte Sportwagen kann in der Spitze 360 km/h erreichen. Mit dem Apollo wollen die Ingenieure ihren Kunden den "Traum von Fliegen und Fahren etwas näher bringen", wie Gumpert auf seiner Webseite formuliert. Und passenderweise schmückt ein Emblem mit dem Fabelwesen Greif die Motorhaube.

Die Außenhaut wurde von Stardesigner Marco Vanetta entworfen, einen Kofferraum sucht man vergeblich, und auch die Innenausstattung ist spartanisch. Doch: Mit dem Apollo "kann man direkt aus der Garage zum Bäcker fahren, Brötchen holen, zum Nürburgring düsen und dort das nächste Rennen gewinnen", sagte der 62-jährige Gumpert der "Mitteldeutschen Zeitung". Wer das wirklich braucht? Niemand natürlich. Aber toll ist es doch, glaubt der Manufakturbesitzer.

Bis jetzt seien zwölf Autos bestellt und anbezahlt worden, sagte Sprecher Fleckenstein. Die Kunden kämen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz. Einer der Hauptmärkte solle aber Dubai werden. Vor allem Scheichs sollen sich für das rund 200.000 Euro teure Liebhaberstück begeistern, daher waren die Apollo-Hersteller Mitte Dezember auf der Dubai-Motorshow bereits auf Werbetour für ihren Boliden.

Seit Anfang November wird der Apollo in Serie gefertigt. Zunächst werden im ostthüringischen Altenburg noch die Chrom-Molybdän-Rohrrahmen produziert, während die Autos in Ingolstadt zusammengebaut werden. Bis zum Anfang nächsten Jahres soll die Fertigung dann komplett nach Altenburg verlagert werden. Ausschlag für die Entscheidung gab das niedrigere Lohnniveau in Thüringen, zudem konnte die Firma eine sanierte Halle einer ehemaligen Nähmaschinenfabrik günstig mieten. Derzeit hat die Manufaktur 21 Mitarbeiter, davon stammt die Hälfte aus der Region Altenburg.



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