Autojahrgang 1988 Diese Autos sind bald offiziell Oldtimer

Sonderrechte, Steuerersparnisse - Autos mit H-Kennzeichen genießen viele Vorteile. Wichtigste Voraussetzung: Die Wagen müssen mindestens 30 Jahre alt sein. Diese Modelle haben bald Oldtimer-Reife.

Daimler

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Zur Autoklasse von 1988 gehören unter anderem der Opel Vectra, der BMW 5er (E34) sowie eine Mercedes-Limousine, die vor allem im Motorsport für Furore sorgte. Diese und weitere Modelle feiern 2018 ihren dreißigsten Geburtstag - und sind damit offizielle Oldtimer.

In der Bildergalerie sind die wichtigsten Modelle von 1988 aufgelistet. Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Auto mit H-Kennzeichen zuzulegen, sollte allerdings noch weiterlesen - es gibt dabei nämlich einiges zu beachten.

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Autojahrgang 1988: Diese Autos kriegen die Lizenz zum Oldie

Nicht jeder Wagen, der dreißig Jahre auf dem Blechbuckel hat, ist automatisch reif für ein "H" auf dem Kennzeichen. Denn der Oldtimer-Status beschafft dem Besitzer viele Vorteile:

  • Neben der Auszeichnung als "kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut" erhält man mit dem H-Kennzeichen einen vergünstigten Kfz-Steuersatz. Der beträgt einheitlich 191,74 Euro pro Jahr.
  • Darüber hinaus dürfen die Fahrzeuge auch ohne Katalysator fahren, sind nicht von den Regelungen innerstädtischer Umweltzonen betroffen und haben also auch in Städten freie Fahrt. Zudem ist der Versicherungsschutz für H-Autos oft billiger.

Dazu müssen jedoch ein paar Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die wichtigste ist das Alter, eben 30 Jahre - und zwar von der Erstzulassung an gerechnet.
  • Die Autos müssen sich in möglichst "originalem" Zustand befinden. Altauto-Fachmann Norbert Schröder, Leiter des Competence Center Classic Cars des TÜV Rheinland, sagt es so: "Das Auto darf nur Zubehörteile haben oder getunt sein, wenn es sich um zeitgenössische Veränderungen handelt." Erlaubt sind Bauteile, die während der sogenannten Gebrauchsphase des Fahrzeugs erhältlich waren. "Die Gebrauchsphase eines Autos ist auf etwa zehn Jahre nach dem Erscheinen des jeweiligen Autos festgelegt", so Schroeder.
  • Ein wichtiges Kriterium für die TÜV-Prüfer ist der Gesamtzustand des Autos. "Das Auto muss pfleglich behandelt worden sein, sodass man klar erkennt, dass es sich dabei um ein Liebhaberstück handelt", sagt Schroeder. Das bedeutet aber nicht, dass das Auto keine Gebrauchsspuren haben darf. Oberflächenkorrosionen, die nicht auf mangelnde Pflege zurückzuführen sind, gehören beispielsweise nicht zu den Ausschlusskriterien.

"Kein H-Kennzeichen für abgerockte Kleinwagen"

Was letzteren Punkt betrifft, macht Schroeder ganz unterschiedliche Beobachtungen: Zum einen seien die Fahrzeuge zum Zeitpunkt der Beantragung des Oldtimerstatus mittlerweile oft auffallend gut in Schuss: "Das liegt vor allem an der wachsenden Youngtimer-Szene, dort achten die Besitzer sehr darauf, das Fahrzeug in einem originalen Zustand zu belassen. Dementsprechend gut ist das Auto dann auch mit 30 Jahren noch erhalten."

Gerade in Ballungsgebieten steige die Anzahl der Anträge auf ein H-Kennzeichen - und dort senken die Prüfer dann vermehrt die Daumen. "In den Großstädten wollen viele einfach nur mit ihrem alten Auto in die Umweltzone fahren dürfen", sagt Schroeder. "Wir unterscheiden aber ganz klar die Liebhaberstücke von abgerockten Gebrauchtwagen. An dieser Hürde scheitern zunehmend mehr Autobesitzer."

Erst zahlen, dann sparen

Wer sich entscheidet, ein H-Kennzeichen zu beantragen, muss erst einmal ein bisschen investieren. Zur Beantragung ist zum Beispiel ein Oldtimer-Gutachten eines Sachverständigen nötig, für das rund 100 Euro fällig werden. Aktuell fahren laut Kraftfahrt-Bundesamt mehr als 380.000 Fahrzeuge mit einem Historienkennzeichen über deutsche Straßen.




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neutron76 27.12.2017
1. 1988 war ein interessantes Jahr.
Der Passat B2 war damals eine mutige Konstruktion, hat ewig gehalten und als Kombi lange das Straßenbild geprägt.
was-zum-teufel... 27.12.2017
2. Bis auf die beiden Mercedes...
...eine Tonnenparade. Vectra? Passat? Möchte wirklich kaum jemand erhalten. Automobiles Kulturgut? Ganz bestimmt nicht! Es gibt Autos, die müssen einfach aus dem Straßenbild verschwinden und das ist dann auch gut so.
MKAchter 27.12.2017
3. Erhaltenswert
Zitat von was-zum-teufel......eine Tonnenparade. Vectra? Passat? Möchte wirklich kaum jemand erhalten. Automobiles Kulturgut? Ganz bestimmt nicht! Es gibt Autos, die müssen einfach aus dem Straßenbild verschwinden und das ist dann auch gut so.
Ihre Meinung bzw. Ihr Auto-Geschmack bleibt Ihnen ja unbenommen. Aber ich finde dieses "...möchte wirklich kaum jemand erhalten" etwas engstirnig, und auch anmaßend. Doch, es gibt gute Gründe, etwa einen Passat, Kadett, Rekord oder Audi 80 schön zu pflegen und zu erhalten. Automobiles Kulturgut besteht wahrhaftig nicht nur aus sog. Premiummarken.
Racer2017 27.12.2017
4. 2030 ?
Ob es 2030 auch noch Oldtimer gibt? Die meisten heutigen Autos sind ja ab ca. Baujahr 2000 nur noch "Kostenoptimierungen" mit geplanter Obsoleszenz.
ericstrip 27.12.2017
5. Das sehe ich anders...
Zitat von was-zum-teufel......eine Tonnenparade. Vectra? Passat? Möchte wirklich kaum jemand erhalten. Automobiles Kulturgut? Ganz bestimmt nicht! Es gibt Autos, die müssen einfach aus dem Straßenbild verschwinden und das ist dann auch gut so.
...auch wenn die für meinen persönlichen Geschmack ebenfalls etwas zu modern sind (ich werde gleich wieder in ein Fahrzeug mit Chromstoßstangen, Choke, Vergaser und nicht umschäumtem Lenkrad steigen, es liegt ja z.Zt. kein Salz auf den Straßen). Aber: Diese Fahrzeuggeneration war richtig gut, die bis Mitte der 80er bestehende Korrosionsproblematik war weitestgehend überwunden, die anfällige Elektronik noch nicht vorherrschend, Motoren und Fahrwerke für viele Kilometer gut, die Autos waren schon effizient, aber noch nicht übermäßig kompliziert und fuhren angenehm. Und man darf eben nicht unbedingt die Maßstäbe der eigenen Alterskohorte anlegen. ICH kann mich noch daran erinnern, wie diese Autos neu im Showroom standen. Inzwischen wächst aber eine neue Liebhabergeneration heran, die nach der Produktionseinstellung der genannten Modelle überhaupt erst geboren worden ist. Und die Unterschiede zu heutigen Modellen sind schon deutlich, klare Designs, noch überschau- und reparierbare Technik, bereits Ansätze heutigen Komforts. Und ich finde es gut, wenn die Kids die Autos, die in ihrer Kindheit langsam von der Straße verschwanden, erhalten - das haben wir alten Säcke schließlich auch gemacht (und die damaligen alten Säcke sagten damals ebenso "das ist doch kein Oldtimer"). Über eine H-Fahrzeug-Schwemme braucht sich im übrigen niemand Gedanken zu machen, denn zum einen sind die meisten Autos aus dieser Zeit bereits beim großen Schlachten 2009 verschwunden oder exportiert worden, zum anderen kann man viele Modelle als Benziner mit G-Kat auch regulär preisgünstig unterhalten. Also, kümmert Euch um diese Autos, meine vollen Sympathien habt Ihr!
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