Schweres Unwetter Hagelsturm beschädigt Tausende Neuwagen von VW

Ein schwerer Hagelsturm in der Region Wolfsburg hat unter anderem mehrere tausend Neuwagen des Autoherstellers VW verbeult. Das hat auch für die Kunden Konsequenzen: Viele müssen länger auf ihr Wunschauto warten.
Hagelschaden an einem Auto (Archivbild): Überprüfung dauert Wochen

Hagelschaden an einem Auto (Archivbild): Überprüfung dauert Wochen

Foto: Sebastian Kahnert/ picture alliance / dpa

Wolfsburg - Ein Sturm hat dem Autobauer VW sprichwörtlich das Geschäft verhagelt. Bei dem schweren Unwetter Ende Juli in der Region Wolfsburg sind laut Angaben eines Unternehmenssprechers an "einigen tausend Autos" Hagelschäden entstanden. Das ganze Ausmaß sei derzeit noch nicht abzuschätzen: "Das wird noch Wochen dauern", sagte er. Damit müssen auch VW-Kunden vorerst vertröstet werden.

Wie lange sich die Wartezeit auf einen Neuwagen verzögert, lasse sich "nicht verbindlich" sagen. Experten müssten nun Wagen für Wagen in Augenschein nehmen und auf Dellen und Beulen hin überprüfen. Nicht alle Autos seien gleich stark betroffen, viele auch gar nicht. "Es geht kein Auto raus an unsere Kunden, das nicht zu hundert Prozent fehlerfrei ist", sagte der Sprecher.

Seinen Angaben zufolge haben die Kunden nach der Überprüfung die Wahl: Entweder sie können ihren Wagen nach einer eventuell notwendigen Reparatur mit einem modellabhängigen Nachlass kaufen - oder sie erhalten ein Exemplar aus künftiger Produktion, dann allerdings mit entsprechend längerer Wartezeit.

Versicherer spricht von Rekordschäden

Die Überprüfung aller betroffenen Autos bedeutet für den Konzern eine Mammutaufgabe. Um mögliche Dellen zu sehen, müssen die Wagen professionell ausgeleuchtet werden. Volkswagen hat dafür sogenannte Lichttunnel im Werk. Doch die dienen der Endkontrolle bei den Neuwagen - 3800 laufen in Wolfsburg täglich von den Bändern und die Tunnel können für die Hagelkontrollen nicht mal eben so einfach blockiert werden. Ein Trost für VW: Der Konzern ist gegen ein Unglück dieser Art industriell versichert.

Niedersachsens größter Versicherer VGH hatte Anfang der Woche von Rekordschäden gesprochen - vergleichbar mit dem Orkan Kyrill 2007. Allein die VGH rechnet mit einer Summe in Richtung 100 Millionen Euro. Es gehe um mindestens 21.000 Schadensfälle, 11.000 davon bei Gebäude und Hausrat, der Rest - also rund 10.000 - bei Autos.

Im Sommer 2008 hatten Hagelkörner bei VW in Emden rund 30.000 Neuwagen lädiert. Ob in Zukunft mehr Abstellplätze überdacht werden, ließ der Sprecher offen. Derzeit müsse man sich erst einmal um den Schaden kümmern.

cst/dpa
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