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05. Juni 2019, 15:29 Uhr

Neue Technik

Hessische Stadt will Raser mit künstlichem Schlagloch ausbremsen

Die Stadt Hanau will den Verkehr mit einer neuartigen Technik aus Schweden beruhigen. Das intelligente Schlagloch soll 50.000 Euro kosten.

Eine in Deutschland neuartige Temposchwelle soll Autoposer in der hessischen Stadt Hanau disziplinieren. Sie erzeugt ein künstliches Schlagloch, wenn ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit näher kommt.

Das System umfasst ein Radarmessgerät und Stahlplatten im Straßenbelag. Sie senken sich um vier Zentimeter ab, wenn sich ein Raser nähert. Beim Passieren sollen Fahrer dann ein unsanftes Poltern spüren. Davon erhofft sich die Verwaltung einen Lerneffekt. Wer sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält, soll hingegen komfortabel über die Platte fahren, die dann ebenerdig bleibt.

Das sogenannte Actibump-System eines schwedischen Herstellers koste 50.000 Euro, sagte ein Sprecher der Stadt am Mittwoch. Es sei bereits bestellt und solle im Spätsommer eingebaut werden.

Verkehrsministerium sieht noch Klärungsbedarf

Die Technik habe sich bereits in Schweden und Tschechien bewährt und solle nun versuchsweise in der Innenstadt auf der Langstraße in einer Tempo-20-Zone installiert werden. Dort sind oft Autoposer rasant und mit viel Imponiergehabe unterwegs.

Ob die absenkbaren Stahlplatten tatsächlich eingebaut werden dürfen, müsse noch abschließend geklärt werden, sagte der Sprecher. Das hessische Verkehrsministerium sehe noch Klärungsbedarf, ob das System ohne Zulassung der Bundesanstalt für Straßenwesen in Eigenregie in Betrieb genommen werden dürfe.

nis/dpa

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