Blow-ups durch Hitze Achtung, explosive Autobahnen

Die Schattenseite des Sommers: Straßen, deren Fahrbahnbelag aus Beton besteht, drohen unter den hohen Temperaturen aufzuplatzen. Der Bundesverkehrsminister lässt deswegen verstärkt betroffene Straßen überwachen.
Blow-up auf der A5: Wegen großer Hitze hat sich der Fahrbahnbelag angehoben

Blow-up auf der A5: Wegen großer Hitze hat sich der Fahrbahnbelag angehoben

Foto: Rene Priebe/ dpa

Die Hitze kann zu einer Gefahr im Straßenverkehr werden - sie verursacht zum Teil Schäden auf Autobahnen. In Baden-Württemberg zum Beispiel auf der A5 bei Heidelberg. Dort platzte am Donnerstagabend die Fahrbahn auf. Rund 50 Meter vor einer Baustelle hob sich laut dortigem Innenministerium der Beton auf einem Fahrstreifen an und brach auf. Autos wurden dabei nicht beschädigt, kein Mensch kam zu Schaden.

Betonautobahnen gelten als langlebig, sind aber anfällig bei großer Hitze. Sie bestehen aus einzelnen Betonplatten mit einigen Metern Länge, die unter dem Fahrbahnbelag befestigt sind. Fugen zwischen den Platten sollen verhindern, dass die normalerweise sehr langlebige Konstruktion bei Temperaturschwankungen bricht. Wenn die Hitze allerdings zu groß ist, stoßen die Betonplatten aneinander und brechen nach oben durch die Fahrbahn aus - im schlimmsten Fall entsteht eine Art Rampe, die zu schweren Unfällen führen kann.

Betroffen von den Schäden sind vor allem ältere Autobahnabschnitte in Betonbauweise, wie der ADAC berichtete. Wenn die Betonautobahnen aufbrechen, sprechen die Experten von sogenannten Blow-ups. Bei asphaltierten Fahrbahnen kann das nicht passieren, wie ein Sprecher des Landesverkehrsministeriums in Stuttgart erläuterte.

Auch Asphaltstraßen hitzeanfällig

Doch Gefahr besteht nicht nur durch Blow-ups bei betonierten Autobahnstecken. "Asphalt reagiert auch auf Hitze. Je heißer es wird, desto weicher werden die Fahrbahnen", sagte etwa ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Bei Asphalt handelt es sich um ein Gemisch unter anderem aus dem Erdöldestillat Bitumen, Split und Gesteinsmehl. Brechen können diese Autobahnen wegen ihrer Flexibilität nicht.

Durch das hohe Gewicht von Lastwagen könnten jedoch Spurrillen entstehen, die vor allem für Motorradfahrer gefährlich seien. Entdecke die Straßenmeisterei Unebenheiten, würden Tempobegrenzungen eingeführt, die Abschnitte gesperrt und notsaniert.

Vorsicht geboten und auf Sicherheitsabstand achten

Für Berlin und Brandenburg warnte etwa auch der ADAC: Auf Autobahnen und Landstraßen könnten Dellen entstehen. "Wer als Auto- oder Motorradfahrer eine solche Anhebung der Fahrbahn zu spät bemerkt und mit hoher Geschwindigkeit darüber hinwegfährt, kann durch den Sprungschanzen-Effekt schlimmstenfalls die Kontrolle über sein Fahrzeug verlieren." Verkehrsteilnehmer sollten besonders vorsichtig und mit größerem Sicherheitsabstand fahren.

Wegen der Hitze lässt auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verstärkt Autobahnen überwachen . Spezielle Messfahrzeuge würden untersuchen, wo die Gefahr für Blow-ups am höchsten sei. "Alle Schäden werden umgehend repariert", sagte Dobrindt der Zeitung "Passauer Neue Presse". An besonders gefährdeten Abschnitten wie der A3 bei Regensburg oder Teilen der A92 und A93 seien bereits Tempolimits verhängt worden.

Das Bundesverkehrsministerium hatte diesbezüglich im vergangenen Sommer einen Aktionsplan aufgelegt - eine Reaktion auf die Ereignisse des Sommers 2013: Damals herrschte mehrere Wochen in Deutschland starke Hitze, sodass mancherorts der Straßenbelag kapitulierte - etwa in Bayern auf der Autobahn 93. Dort war die Oberfläche aufgeplatzt: Der mächtige Riss wurde zur tödlichen Falle für einen Motorradfahrer. So etwas soll sich nicht wiederholen.

(Weitere Informationen zu "Blow-ups" finden Sie in unserem Hintergrundstück.)

smh/dpa
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