Hohe Kraftstoffpreise VW stoppt Pickup-Pläne in Europa

Vollbremsung in Hannover: Wegen der hohen Spritpreise hat Volkswagen die für Europa geplante Produktion eines Pickups gestoppt. Für die Fertigung waren 700 Mitarbeiter im Werk Hannover vorgesehen.


Hannover - Von Volkswagen wird es vorerst keinen Pickup für den europäischen Markt geben. Das teilte ein Konzernsprecher am Freitag mit und bestätigte damit einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Der ehemalige VW-Chef Bernd Pischetsrieder hatte 2005 den Pritschenwagen angekündigt, um in den lange vernachlässigten Markt einzusteigen. Das Nutzfahrzeug sollte ab 2010 in Hannover gebaut werden.

VW-Studie AAC: So könnte der für unter anderem für Südamerika geplante Robust aussehen.

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Als Grund für die Kehrtwende nannte der Volkswagensprecher die hohen Spritpreise. Unter diesen Voraussetzungen seien keine ausreichenden Stückzahlen des schweren Wagens abzusetzen. Das sieht auch der Vorsitzende des VW-Konzernbetriebsrats, Bernd Osterloh so: "Natürlich macht es keinen Sinn, ein solches Fahrzeug unter völlig veränderten Rahmenbedingungen zu fertigen." Im Nutzfahrzeugwerk Hannover waren 700 der insgesamt 13.000 Beschäftigten für den Bau des Pickups eingeplant. An der zugesagten Beschäftigungssicherung ändere sich nichts. Man werde intensiv nach einer Ersatzlösung suchen, sagte der Unternehmenssprecher.

Auf anderen Märkten, vor allem in Südamerika, sehen die Hannoveraner jedoch weiterhin gute Marktchancen. Deshalb halte VW an dem geplanten Bau des Werkes im argentinischen Pacheco fest. Dort sollen umgerechnet rund 223 Millionen Euro investiert werden, um ab 2009 das Pickup-Modell Robust zu bauen.

rom/dpa-AFX/DJ



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