Honda-Engagement Zum Wohle des Wachtelkönigs

Honda verbrennt an einem Formel-1-Wochenende mehrere hundert Liter Sprit - aber Honda kann auch ganz anders. Die Japaner engagieren sich mit allerlei umweltverträglichen Produkten um die Unesco-Biosphärenreservate in Deutschland.


.

Honda-Einachsschlepper: Im Viertakt-Rhythmus Richtung Heimatmuseum

Honda-Einachsschlepper: Im Viertakt-Rhythmus Richtung Heimatmuseum

Biosphärenreservate werden Regionen genannt, in denen eine ökologisch sinnvolle Naturnutzung durch den Menschen stattfindet. In Deutschland gibt es derzeit acht solcher Modellregionen, darunter das Biosphärenreservat Schaalsee auf der Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Honda stellt den für dieses 302 Quadratkilometer große Gebiet verantwortlichen Rangern nun zahlreiche Produkte zur Verfügung, von denen bislang nur Insider wussten, dass Honda sie herstellt. Dazu gehören zum Beispiel Wiesenmäher, Rasentraktor, Motorhacken, Heckenscheren, Einachsschlepper, Freischneider oder der Außenbordmotor für das Boot, mit dem die Reservatswächter über den Schaalsee schippern, um nach Fischotter, Rotbauchunke oder Kranich zu sehen. Das Besondere an den Geräten und Fahrzeugen: Sie werden allesamt von Viertakt-Motoren betrieben, die leiser laufen, weniger Abgase ausstoßen und weniger Sprit verbrauchen als Zweitakter.

Honda-Freischneider: Ökologisch korrekt die Sumpfwiese rasieren

Honda-Freischneider: Ökologisch korrekt die Sumpfwiese rasieren

Seit sich Honda vor neun Jahren ein so genanntes Umweltentwicklungsprogramm gegeben hat, gilt die ökologische Verträglichkeit der Produkte als wichtiges Entwicklungsziel. In diesem Sinne war es nur konsequent, dass die Japaner Ende 2002 den Bau von Zweitaktmotoren komplett einstellten. Ab kommendem Jahr werden darüber hinaus alle Honda-Motoren mit weniger als 50 Kubikzentimeter Hubraum mit Kraftstoffeinspritzung ausgerüstet, um auch dieses Einsparpotenzial zu nutzen.

Honda erklärt, die Unterstützung des Biosphärenreservats Schaalsee bedeute "die konsequente Umsetzung der Firmenphilosophie in die Praxis". Und bei so viel Engagement für Wachtelkönig, Rohrdommel und Seeadler, die allesamt am Schaalsee vorkommen, darf am Wochenende dann wieder hektoliterweise Sprit bei der Formel 1 verfeuert werden. Zumindest fühlt es sich so ein bisschen besser an.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.