Meldepflicht versäumt Honda verschwieg schwere Autounfälle in den USA

Honda hat mehr als 1700 Unfälle mit Toten und Verletzten in den USA nicht an die Behörden gemeldet. Die Vorfälle ereigneten sich in der Zeit seit 2003. Als Grund für die Versäumnisse nannte der japanische Hersteller technische Pannen und Missverständnisse.
Honda: Der japanische Autobauer hat 1729 Unfälle nicht gemeldet

Honda: Der japanische Autobauer hat 1729 Unfälle nicht gemeldet

Foto: Uli Deck/ picture alliance / dpa

Detroit - Der japanische Autohersteller Honda hat eingeräumt, in den USA seit dem Jahr 2003 eine Vielzahl von Unfällen durch mögliche technische Defekte nicht an die Behörden gemeldet zu haben. Insgesamt handle es sich laut Unternehmensangaben um 1729 Vorfälle mit Verletzten oder Toten. Grund für die Versäumnisse seien unter anderem Fehler bei der Dateneingabe gewesen.

In den USA sind Autohersteller seit dem Jahr 2000 dazu verpflichtet, der US-Behörde National Highway Traffic Safety Administration  (NHTSA) einen Quartalsbericht mit ihnen bekannten Unfällen vorzulegen.

Honda habe die Rechtsvorgaben für die Weitergabe dieser Informationen an die Behörde "zu eng ausgelegt", heißt es in einer Stellungnahme des japanischen Herstellers. Insgesamt meldete das Unternehmen seit 2003 insgesamt nur 1144 Unfälle. Der Konzern ergreife nun Maßnahmen, um die Fehler in der Kommunikation zu beseitigen.

Honda von Airbag-Problemen am stärksten betroffen

Die US-Behörde für Fahrzeugsicherheit NHTSA hatte Honda Anfang November aufgefordert, ihr zu erklären, warum der Autobauer seinen Verpflichtungen zur Meldung von Unfällen vor allem wegen defekter Airbags des japanischen Herstellers Takata nicht nachgekommen sei. Bei den mangelhaften Airbags können brandheiße Metallteile die Fahrzeuginsassen verletzen - ähnlich einer Splitterbombe.

Der japanische Zulieferer Takata gilt als der zweitgrößte Hersteller von Airbags. Entsprechend viele Autobauer sind von den Problemen betroffen - jedoch kaum ein Hersteller so sehr wie Honda. Das Unternehmen musste deswegen bereits rund fünf Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten beordern. Das ist ein Großteil der insgesamt rund 7,5 Millionen betroffene Fahrzeuge aller Autobauer. Wegen gleicher Probleme mussten auch Hersteller wie BMW, Toyota, Chrysler, General Motors und Ford Autos zurückrufen.

smh/AP/Reuters
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