Hybrid-Allianz Wenn Riesen tüfteln

Toyota und Honda sind seit Jahren mit Hybridfahrzeugen auf dem Markt - doch die Aufholjagd der anderen Hersteller hat begonnen. Die Hybrid-Allianz von General Motors, Daimler-Chrysler und BMW stellte jetzt eine "einzigartige Technologie" vor.


Expertenrunde: Larry Nitz (GM); Andreas Truckenbrodt (Daimler-Chrysler) und Wolfgang Epple (BMW,v.l.) mit Bauteilen des gemeinsamen Hybridsystems

Expertenrunde: Larry Nitz (GM); Andreas Truckenbrodt (Daimler-Chrysler) und Wolfgang Epple (BMW,v.l.) mit Bauteilen des gemeinsamen Hybridsystems

Am Rande der Autoshow in New York gab es bereits erste Informationen, beim Internationalen Motoren-Symposium in Wien wurden jetzt Details nachgereicht: Die Hybrid-Allianz der Autokonzerne GM, Daimler-Chrysler und BMW hat ein gemeinsames Vollhybrid-System fertig entwickelt, das nach Auskunft aller drei Hersteller "Anfang nächsten Jahres in die Produktion gehen soll". Es stelle mit seiner speziellen Kombination aus Elektromotoren und einem Getriebe mit festen Übersetzungs-verhältnissen "einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Antriebstechnologie dar".

Kernstück der Entwicklungsarbeit war das Getriebe. Es basiert auf einem elektrisch gesteuerten, stufenlosen Getriebe (EVT-Getriebe), das für zwei Betriebsarten optimiert ist, nämlich niedrige und hohe Geschwindigkeiten. Darüber hinaus verfügt das System, und das ist neu, über vier zusätzliche Gänge mit festem Übersetzungsverhältnis, die die beiden EVT-Betriebsarten überlagern. Insgesamt stehen also sechs Getriebe-Betriebsarten zur Verfügung.

Bei zwei der vier Gängen mit festem Übersetzungsverhältnis sind beide Elektromotoren (Gang 1 und 3) in Aktion, um zusätzliche Leistung bereitzustellen oder Energie vom Abbremsen oder durch das Fahren im Schubbetrieb aufzunehmen und abzuspeichern. Bei den anderen beiden Gängen (2 und 4) steht jeweils nur einer der Elektromotoren für Beschleunigungs- oder Bremsvorgänge zur Verfügung.

Die neue Hybridtechnik, so heißt es in der Mitteilung der drei Hersteller, zeichne sich durch geringen Kraftstoffverbrauch und eine "außergewöhnliche Leistungs- und Beladefähigkeit" aus. Das System sei mit der Größe eines herkömmlichen Automatikgetriebes vergleichbar.

Herzstück: Das neue Getriebe kombiniert stufenlose Kraftübertragung mit vier festen Übersetzungen

Herzstück: Das neue Getriebe kombiniert stufenlose Kraftübertragung mit vier festen Übersetzungen

Grund für die aufwändige Entwicklung war, dass die Ingenieure die Leistungsübertragung durch den weniger effizienten elektrischen Zweig des Systems reduzieren wollten. So sei es möglich, kompaktere Elektromotoren einzusetzen, die zudem unabhängiger von der Größe des Verbrennungsmotors sind. Zudem könne das neue System bei einer "größeren Vielfalt von Fahrzeugmodellen eingesetzt werden". Zunächst denken die rund 500 Entwickler im "GM, Daimler-Chrysler and BMW Hybrid Development Center" in Troy im US-Staat Michigan an die für die USA typischen Trucks - große und schwere SUVs.

General Motors etwa wird das neue Hybridsystem zuerst im Chevrolet Tahoe und GMC Yukon einsetzen, bei Daimler-Chrysler ist eine Premiere der Technik im SUV-Modell Dodge Durango gepant.



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